Intel Developer Forum 2012

Auf dem Weg in die drahtlose Zukunft

Alles drahtlos: Das war das Motto der Abschluss-Keynote von Intel Forschungschef Jusitin Rattner auf dem IDF 2012. Intel zeigte dabei Technologien vom digitalen WLAN-Chip bis hin zum Server für Mobilfunk-Betreiber, der bisherige LTE-Basisstationen ersetzen soll.

Auf dem Weg in die drahtlose Zukunft

© Archiv

Auf dem Weg in die drahtlose Zukunft

Vor 10 Jahren hat Justin Rattners damalige Vorgänger Pal Gelsinger auf seiner IDF-Keynote eine Vision entworfen, dass in praktisch jedem Intel-Chip eine drahtlose Übertragungstechnik stecken soll und das "Radio Free Intel" getauft. Justin Rattner meint, dass Intel nun dabei sei, diese Vision zu verwirklichen, die seinerzeit bei den Intel-Entwicklern für einiges Kopfzerbrechen gesorgt hat.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die fortschreitende Digitalisierung von Bauteilen: Auf heutigen WLAN-Controllern findet man eine ganze Menge an analogen Schaltungen für das Senden und den Empfang von Daten. Sie mit auf einem Prozessor-Die zu integrieren ist nur sehr schwer möglich, da sie teilweise vergleichsweise hohe Spannungen benötigen, die den Rest der Bauteile stören können, und da sie sich nicht in so feinen Strukturbreiten fertigen lassen, wie digitale Schaltungen.

Die Intel-Forscher haben es nun nach fast 10 Jahren geschafft, einen Großteil dieser analogen Schaltungen durch digitale Bauteile zu ersetzen, was Rattner auch auf dem IDF demonstrieren konnte. Erstmals präsentiert wurde die Technik zwar schon Anfang des Jahres, mit Rosepoint hat Intel nun aber einen ersten 32-Nanometer-AtomSoC mit digitalem WLAN-Controller fertig. Auf den Markt kommt Rosepoint allerdings in dieser Form nicht, derzeit funkt der Chip nur auf dem 2,4-GHz-Band.

Bei einem anderen Intel-Projekt mit dem Namen Spring Meadow geht es darum, durch intelligentes Filtern von Paketen bei Mobilgeräten für eine längere Akkulaufzeit zu ermöglich. Einerseits soll die im WLAN-Chip integrierte Technik verhindern, dass bei einem Gerät im Connected-Standby-Modus die CPU unnötig aufgeweckt wird, andererseits wird die CPU-Last im Betrieb gesenkt.

Eine weitere Client-Technik, die für das Verschwinden von Kabeln sorgen soll, ist WiGig. Intel ist Teil der WiGig-Allianz , die einen  Kurzstrecken-Funkstandard entwickelt, mit der bis zu sieben GBit/s übertragen soll. WiGig nutzt das 60-GHz-Spektrum und ist für Anwendungen wie Docking-Stationen oder drahtlose HD-Videoübertragung gedacht, was Intel nach anfänglichen Problemen auch auf der Bühne demonstrierte.

Auf der Server-Seite arbeitet Intel gemeinsam mit Cisco und Verizon am Video Aware Wireless Network (VAWN), einer ganze Reihe von Verfahren, um die Qualität von Video-Streaming bei begrenzter Bandbreite zu verbessern.

Mit Cloud Radio Access Network (C-RAN) sollen schließlich zentralisierte Serverfarmen die LTE-Basisstationen bei den Sendemasten ersetzen. Diese sind in ihrer Rechenleistung überdimensioniert, da sie für die maximal mögliche Last der Funkzelle ausgelegt sein müssen. Das kostet Mobilfunk-Betreiber wie China Mobile, Intels Partner und Kunde bei C-RAN, Millionen und verschlingt zudem unnötig Energie. Als Lösung werden nun die Basisstationen auf Servern virtualisiert. Die Server im zentralen Rechnezentrum können mittels Load-Balancing schnell und flexibel auf den tatsächlichen Bedarf reagieren. In der Nacht können so beispielsweise nur wenige Server alle Basisstationen abdecken und der Rest abgeschaltet werden. Zudem ermöglichen die virtuellen Basisstationen ein schnelles und einfaches Software-Update bei Änderungen am Funkstandard.  

Versuchaufbau mit digitalem WLAN-Chip

© PC Magazin

Intel demonstrierte noch nicht den Rosepoint-SoC, sondern einen digitalen WLAN-Transceiver.
IDF 2012: Versuchsaufbau für WiGig

© PC Magazin

Intels WiGig-Demo auf dem IDF. Dabei griff ein Notebook via WiGig auf ein HD-Video auf einer NAS zu über übertrug es dann ebenfalls drahtlos zu einemEmpfänger mit zwei Monitoren.
Intels C-RAN-Technik

© PC Magazin

Mit C-RAN will Intel die Kosten und den Energieverbrauch für Mobilfunk-Netzbettreiber senken.

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