Digitalsender reduzieren?

ARD und ZDF uneinig über Digitalprogramme

Die ARD will die Zahl der TV-Sender auf drei Digitalkanäle reduzieren und Gemeinschaftsprogramme mit dem ZDF forcieren. Der öffentlich-rechtliche Partner kann an dem Konzept jedoch keine Vorteile erkennen.

Die Onlinestudie der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF erfasst die jährliche Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland.

© ARD / ZDF

Die Onlinestudie der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF erfasst die jährliche Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland.

Auf ihrer jüngsten Sitzung in Berlin haben sich die Intendanten der ARD für eine grundlegende Reform der Digitalkanäle ausgesprochen. Die Mediennutzung habe sich geändert, und man müsse auf die Kosten achten. Daher will das ARD mit dem ZDF zusätzliche Gemeinschafsprogramme aus der Taufe heben und gleichzeitig die Gesamtzahl der Kanäle schrumpfen. Der Vorschlag: Ein gemeinsames Programm für junge Menschen (14 bis 29 Jahre) könnte auf Basis der bisherigen Kanäle EinsPlus und ZDFkultur entstehen. EinsFestival und ZDFneo seien eine gute Plattform für ein gemeinsame Programm mit der Zielgruppe jüngerer Erwachsener (30 bis 49 Jahre). Im Informationsbereich könnten dann tagesschau24 und ZDFinfo zu einem gemeinsamen Nachrichtenkanal zusammengelegt werden. Dies biete zugleich die Chance für eine weitere Profilschärfung der schon bestehenden Gemeinschaftsprogramme Phoenix und 3sat.

In den vergangenen Monaten hatte sich die ARD intensiv darum bemüht, mit dem ZDF einen gemeinsamen Jugendkanal zu initiieren. Das ZDF hält unter anderem aus finanziellen Gründen einen Einstieg allerdings erst frühestens Anfang 2017 für möglich.

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Das ZDF sieht in einer gemeinsamen Programmgestaltung und Reduzierung von Kanälen keine Vorteile. Es sei zwar nachvollziehbar, so die verhaltene Reaktion auf den Vorstoß, dass sich die ARD am Erfolg der ZDF-Digitalkanäle ZDFneo und ZDFinfo beteiligen möchte. Denn beide Kanäle erreichten mit 0,9 und 0,6 Prozent Marktanteil weit mehr Zuschauer als die Digitalableger der ARD. Das ZDF sieht in dem Vorschlag aber keine Sparpotentiale, sondern lediglich kompliziertere Strukturen. Auch das Kostenargument will das ZDF nicht teilen: Die Digitalkanäle des ZDF werden ausschließlich durch Synergien und Verzicht von Finanzmitteln des Hauptprogramms realisiert.

In diesem Zuge habe das ZDF mit dem Verzicht auf den Sender ZDFkultur deutlich gemacht, dass es bereit ist, Einsparungen im eigenen Verbund zu realisieren. Gleiches werde auch von der ARD erwartet. Das ZDF lehnt daher den Vorschlag der ARD ab und regt im Gegenzug eine neue Aufgabenverteilung an. Danach könnte die Zielgruppe der Jugendlichen mit einem Jugendkanal der ARD versorgt werden, während das ZDF mit den Informations- und Unterhaltungsangeboten in ZDFneo und ZDFinfo stärker die 30- bis 50-Jährigen adressiert.

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