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iPhone 6: Was taugt es im Business-Einsatz?

Apples iPhone 6 und 6 Plus sind vor allem bei Privatanwendern im Gespräch. Aber was taugen die neuen Smartphones aus Sicht der Business-Anwender? Wir haben die wichtigsten Eigenschaften und Effekte durch die Business-Brille eingeschätzt.

Apple iPhone 6 und 6 Plus

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Apple iPhone 6 und 6 Plus

Die neuen Apple iPhone 6 und 6 Plus werden wie ihre Vorgänger den Weg in Büros finden. Doch sind sie nur ein schickes Accessoire zum Angeben oder können die neuen Apple-Smartphones aus funktionaler Sicht den Business-Alltag erleichtern?

Größeres Display, höhere Auflösung, mehr Arbeitsfläche

Während das iPhone 6 mit seinem 4,7-Zoll-Display und einer Auflösung von 1.334 x 750 Pixel gegenüber dem iPhone 5s nur etwa 38 Prozent mehr Sichtfläche bietet, überragt das iPhone 6 Plus seinen Vorgänger bei Weitem. Mit seinem 5,5-Zoll-Display und der Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) hat das iPhone 6 Plus 185 Prozent mehr Sichtfläche als das iPhone 5s. Damit bietet Apples neues Flaggschiff auf dem Display endlich mehr Platz für Office-Anwendungen wie E-Mail, Tabellenkalkulationen, Präsentationen und natürlich Web-Anwendungen. Allerdings schließt das Apple iPhone 6 Plus nur zu anderen Smartphones auf, die schon seit längerem Full-HD-Displays oder wie das LG 3, Galaxy Note 4 und Galaxy Edge noch höher auflösende Displays besitzen - bis zu 2.560 x 1.600 Pixel. Außerdem passt das iPhone 6 Plus nicht mehr in jede Anzug- und Hosentasche.

Kräftigerer Prozessor - wozu?

Apple verbaut in den iPhone-Modellen 6 und 6 Plus den neuen Prozessor Apple A8 und den Co-Prozessor M8. Laut Apple soll die Chip-Kombi deutlich leistungsstärker sein, als A7 und M7 - vor allem was die Grafikleistung anbelangt. Für Spieler super, aber für Business-Anwender ist die Grafikpower eines Smartphones nicht relevant. Wer auf seinem iPhone 5s ein paar 3D-Animationen/-Grafiken zeigen will, hatte damit bereits heute keine Probleme.

Stärkerer Akku für längere Meetings und Geschäftsreisen

Die Laufzeit war beim iPhone 5s einer der größten Kritikpunkte. Apple hat offenbar die Stimmen der Kritiker erhört und beim iPhone 6 Komponenten für eine längere Zeit fern der Steckdose eingebaut. Der A8 soll 50 Prozent weniger Strom verbrauchen als der A7. Zudem soll die Akku-Kapazität beim iPhone 6 Plus 2.915 mAh betragen und damit fast doppelt so hoch sein wie beim iPhone 5s (1.560 mAh). Apple spricht von einer WLAN/LTE-Nutzungszeit von 12 Stunden, einer Gesprächszeit (3G) von 24 Stunden und einer Standby-Zeit von 384 Stunden. Somit könnten Business-Anwender endlich stundenlang in Meetings, Flugzeug oder Bahn sitzen ohne ständig nach der nächsten Steckdose Ausschau halten zu müssen.

Apple Pay - wirklich praktischer?

Mit Apple Pay soll das Bezahlen einfacher und sicherer werden als mit einer Kreditkarte. Es mag sein, dass in den USA dieses Bezahlsystem fruchten wird. Allerdings kann man dort fast jeden beliebigen Betrag mit der Kreditkarte bezahlen. Entsprechend oft und gerne tun dies die Amerikaner. In Europa und speziell in Deutschland, bezahlen die Konsumenten ihre täglichen Einkäufe aber lieber mit Bargeld. Und ob dann an der Kasse der Griff zur Kreditkarte und die Eingabe der PIN-Nummer so viel umständlicher ist, als der Griff zum Handy, muss jeder selbst entscheiden.

Außerdem müssten die Händler erst wieder in das neue Apple-Pay-System investieren. Da die Margen im Einzelhandel gering sind und es bereits akzeptierte Bezahlsysteme gibt, ist es fraglich ob die Händler diesen Schritt im großen Stil tun werden. Eines ist jedoch sicher: An das Geld in Ihrer Brietasche (Bar oder Kreditkarte) kommen Sie immer heran, ohne Energie im iPhone-Akku aber nicht an Apple-Pay.

Möglicher Kannibalisierungseffekt

Mit seinem 5,5-Zoll-Display und der Full-HD-Auflösung kommt das iPhone 6 Plus dem iPad mini gefährlich nahe. Beide bieten ein Format an, dass im Grunde für den Produktiveinsatz genügt. Mit beiden Geräten können Sie mit Ihren Geschäftspartnern kommunizieren, Daten austauschen, gut im Internet surfen, Präsentationen betrachten, Tabellen und Dokumente bearbeiten. Speziell der Landscape-Mode, in den das iPhone 6 Plus wechselt, sobald Sie es quer halten, eignet sich für Office-Arbeiten. Diese praktischere Darstellungsweise der Mail-App kennen wir bis jetzt nur vom iPad.

Positive Auswirkungen auf den Zubehörhandel

Allein die beiden neuen Display-Formate werden den Markt für iPhone-Zubehör wieder beflügeln. Neue Hüllen, Taschen, Kfz-Halterungen, Bumper und Folien sind nur der Anfang. Natürlich werden auch diverse Hersteller ihre Endgeräte (z. B. Lautsprecher, Radios) überarbeiten und mit passgenauer Aussparung für das iPhone 6 und 6 Plus auf den Markt bringen. Oder auch nicht. Denn der Kurzstreckenfunk NFC könnte das Einstecken eines iPhones in ein Endgerät wiederum überflüssig machen. Wir erwarten in jedem Falle viele neue Gadgets mit NFC.

Erste Reaktionen an der Börse

Im Vorfeld des Apple Events erklomm die Aktie neue Höhen, sogar den letzten Höchststand vom September 2013 konnte die Aktie knapp übertreffen. Allerdings ging's nur wenige Stunden nach der Apple-Keynote gleich wieder bergab. Im Gegensatz zu den Apple-Fans nahmen die Apple-Investoren die beiden neuen iPhone-6-Modelle und die Apple Watch weniger positiv auf: Die Apple-Aktie stürzte von fast 80 Euro auf rund 74 Euro ab. Aber bereits zweite Tage nach der Keynote geht es mit der Apple-Aktie aber wieder aufwärts. Es bleibt spannend.

Das 5,5-Zoll-Display des iPhone 6 Plus ist sichtlich größer als das 4-Zoll-Display beim iPhone 5s.

© Hersteller

Das 5,5-Zoll-Display des iPhone 6 Plus ist sichtlich größer als das 4-Zoll-Display beim iPhone 5s.
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Mit Apple Pay sollen Zahlungen an der Kasse viel schneller und einfacher gehen.
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Den Landscape-Mode gab es bisher nur beim iPad.

Die Apple-Aktie in der Live-Ansicht

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