Illegale Steuervorteile

Droht Apple eine Milliardenstrafe?

Die EU-Kommission prüft derzeit die von Apple genutzte irische Steuerregelung, da sie diese als illegale Steuervergünstigung einstuft. Dem US-Konzern könnten Strafen in Milliardenhöhe drohen.

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© Apple

Die Europäische Kommission ermittelt, ob Apple Druck auf Irland ausgeübt hat, um möglichst geringe Steuern zahlen müssen. Diese "illegale Staatshilfe" könnte Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe für Apple bedeuten. Bereits seit Jahren lockt Irland große Konzerne mit niedrigen Unternehmenssteuern von 12,5 Prozent.

Deshalb haben zahlreiche Großkonzerne ihren Europa-Sitz auf der Insel  registriert. Apple soll Gerüchten zufolge sogar weniger als zwei Prozent an Steuern bezahlt haben. Die Financial Times berichtet, der US-Konzern habe mehr als zwei Jahrzehnte lang von den geringen Steuern in Irland profitiert.

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Sowohl Irland als auch Apple weisen die Vorwürfe zurück, wonach dem iPhone-Hersteller besondere Konditionen gewährt worden seien. "Es gab keine Sonderbehandlung. Es hat nie etwas gegeben, das als Staatshilfe ausgelegt werden könnte. Apple unterliegt den gleichen Steuergesetzen wie zahlreiche andere internationale Unternehmen, die geschäftlich in Irland tätig sind", sagte Apples Finanzmanager Luca Maestri der Financial Times.

Die irische Regierung hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, die EU-Vorschriften für Staatshilfen würden eingehalten. Gegenwärtig untersuchen entsprechende Behörden das Vorgehen von internationalen Konzernen bei dem Versuch, Steuerlasten zu senken. Im Visier der Kommission steht vor allem der Umgang mit Tochterfirmen, über die Konzerne illegal Steuern sparen können.

Einzelheiten der Untersuchung werden im Laufe der Woche erwartet. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht Apple die Rückzahlung der Steuerersparnisse - eine Zahlung in Milliardenhöhe.

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