Netz-Anonymität

CDU-Politiker will Speicherung von Nutzerdaten regulieren

Google speichert nutzergebundene Suchanfragen für 18 Monate: Das sei zu lange, meint CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek. Sieben Tage seien genug, er fordert ein passendes Gesetz.

Der Suchmaschinen-Riese will 2011 seinen Dienst

© Google

Google weiß mehr über uns, als man glaubt. Die CDU will dies einschränken.

Der CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek möchte Googles Speicherung von Nutzerdaten einschränken. Die Suchmaschine protokolliert Suchanfragen, verknüpft mit einer IP-Adresse, für 18 Monate. Für neun Monate können Google-Suchen einem bestimmten Rechner zugeordnet werden, anschließend wird die IP-Adresse teilweise anonymisiert. Erst nach den 18 Monaten seien Nutzerhandlungen nicht mehr auf sie zurückzuführen. Das ist laut Jarzombek unzulässig und nicht ausreichend. Er fordert ein Gesetz, das die Datenspeicherung von Suchmaschinen und auch von sozialen Netzwerken wie etwa Facebook auf maximal sieben Tage beschränkt.

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"Was man innerhalb von 18 Monaten bei Google so alles eingibt, ist eine unglaublich große Datenbasis", wird Jarzombek zitiert. Mit einem solchen Wissen könne jeder Mensch öffentlich bloßgestellt und dessen Reputation zerstört werden. "Vorratsdatenspeicherung ist nichts dagegen." Der CDU-Politiker zieht den Vergleich zum umstrittenen und häufig vom Verfassungsgericht untersuchten sowie ausgebremsten Gesetz des staatlichen Datensammelns.  Thomas Jarzombek fordert zwar einen entsprechenden Gesetzesvorstoß, sieht jedoch Probleme bei einer möglichen Umsetzung. Die Daten, die Google aus Nutzereingaben und -Interaktionen gewinnt, stellen schließlich die Basis für einen Großteil von Googles Einnahmen dar. Personalisierte Werbung etwa, generiert durch individuelle Suchanfragen, führe potenziell zu einer ergiebigeren Kunden-Akquisition. Google ließe sich dies wohl auch gut von den werbenden Unternehmen bezahlen. Lena Wagner, Sprecherin des Google-Konzerns, dazu: "Unsere Aufgabe ist es, verschiedene Anforderungen unter einen Hut zu bringen: Wir müssen die Daten unserer Nutzer schützen, die Sicherheit unserer Systeme gewährleisten und gleichzeitig Raum für Innovationen bieten."

Kaufberatung: Die beste Sicherheits-Suite  Wagner weiter: "Wir sind der Meinung, dass die Anonymisierung der Cookies, in denen Suchanfragen gespeichert sind, nach achtzehn Monaten ein gutes Maß ist." Sicher scheint wohl, dass Google nicht von alleine den Zeitraum für die Datenspeicherung anpassen wird. Ob und inwiefern Jarzombek mit seinen Forderungen Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Wer schon heute der Datenspeicherung durch Google entgehen möchte, der sollte in unserem Ratgeber zum anonymen Surfen im Internet nachlesen.

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