Rückgaberecht missbraucht?

Amazon: Nutzerkonto wegen zu vielen Waren-Rücksendungen gesperrt

Ein Berliner bestellte regelmäßig bei Amazon und machte häufig von seinem Rückgaberecht Gebrauch. Zu oft, meint Amazon und sperrte seinen Account.

Online-Bestellung bei Amazon

© Amazon

Amazon erlaubt bequemes Shoppen rund um die Uhr - inklusiver vieler Serviceleistungen. Doch die haben anscheinend eine Grenze.

Wer bei Amazon bestellt, darf Waren bei Nichtgefallen innerhalb einer Frist (zwei bis vier Wochen) kostenlos zurücksenden und bekommt seine Kosten zurückerstattet. Oft machen Nutzer davon Gebrauch - das klappt in der Regel unkompliziert und schnell. Doch ist eine nicht näher kommunizierte Grenze erreicht, die Amazon den Verdacht schöpfen lässt, es handele sich um Missbrauch, kann schon mal das Konto auf Lebenszeit gesperrt werden.

Diese Erfahrung hat der Berliner Uwe R. (55) machen müssen. Laut Berliner Zeitung habe er "Hunderte von Waren" für "Tausende von Euro" bei Amazon bestellt, wovon er eine nicht näher bestimmte Anzahl zurückgeschickt hat. Er sei seit dem Jahr 2000 Amazon-Kunde und habe "Fernseher, Computer [und] Kleidung gekauft." Bis zur lebenslänglichen Sperre seines Kontos war er sogar Prime-Kunde. Für eine Jahresgebühr von 49 Euro gibt es dabei unter anderem für viele Artikel einen Premiumversand ohne Mehrkosten.

Lesetipp: Amazon-Blitzangebote des Tages

Vor kurzer Zeit bekam Uwe R. von Amazon eine E-Mail wegen einer "außergewöhnlich hohen Anzahl" zurückgeschickter Artikel. Der Online-Versandhändler drohte mit der Schließung des Kontos. Es ist unbekannt, ob und in welchem Ausmaß der Nutzer nach der ersten E-Mail von Amazon seine Bestell- und Retour-Gewohnheiten änderte, beziehungsweise beibehielt. Jedenfalls kam schon bald die zweite E-Mail - mit der Nachricht, man habe "nach eingehender Überprüfung [unberechtigt reklamierte Artikel festgestellt]". Das Amazon-Konto wurde mit sofortiger Wirkung geschlossen - auch das der Ehefrau von Uwe R. Amazon teilte nicht mit, was "unberechtigt reklamiert" worden sei, es wurden auch keine Zahlen genannt.

Uwe R. beteuert, keinen Missbrauch begangen zu haben. Doch was hat er eigentlich alles so oft bestellt und zurückschicken müssen, dass Amazon sich zu diesem Schritt gezwungen sah? Uwe R. hat fünf Kinder und bestellte Kleidung für sie bei Amazon. Was nicht passte, wurde retourniert. Immerhin hat Amazon versprochen, den Fall noch einmal zu prüfen. Denn die Darstellungen von Herrn R. entsprechen nicht den typischen Missbrauchsfällen, mit denen Amazon oft zu kämpfen hat. Andere Kunden etwa probieren tagelang Geräte aus, und schicken sie teilweise beschädigt wieder zurück, berichten Händler laut Berliner Zeitung.

Mehr zum Thema

Bewertungen beim Online-Shopping: Händler sollten aufhören, Nutzer penetrant um Feedback zu bitten.
Apple-Nutzer zahlen mehr als mit PCs

Preise beim Online-Shopping richten sich nach den Kunden: Apple-Nutzer zahlen mehr als andere, Surfgewohnheiten und die Tageszeit drehen ebenso an den…
Paypals Pilotprojekt Check-In erlaubt bargeldloses Zahlen im Alltag.
Dynamic Pricing

Der Chef von Amazon Deutschland äußerte sich zu Vorwürfen, Besitzer von Apple-Geräten würden auf Amazon höhere Preise zahlen als andere Nutzer.
Amazon Prime Instant Video
Als Netflix-Alternative

Amazon stellt sein Streaming-Angebot in den USA neu auf und bietet seine Video-Flatrate künftig auch ohne Prime-Abo monatsweise an.
Amazon Shopping
Gekaufte Fake-Reviews

Gekaufte Fake-Reviews sind ein Ärgernis für viele Online-Shopper. Amazon geht daher nun erstmals gegen Market-Place-Händler vor Gericht.
Amazon: Dash Button feiert Release in Deutschland
Nachschub auf Knopfdruck

Der Amazon Dash Button feiert Deutschland-Release: Prime-Mitglieder bekommen damit einen Schwesternruf wie im Krankenhaus – für Nachschub von…