Gekaufte Fake-Reviews

Gefälschte Bewertungen: Amazon verklagt erstmals Händler

Auf Amazon findet man unter Produkten oft nur sehr positive Bewertungen. Nicht selten hat der anbietende Händler für diese gezahlt. Nachdem Amazon bereits über 1.000 Verfasser solcher falschen Reviews verklagte, geht der Onlinehändler jetzt auch gegen die anbietenden Händler vor.

Amazon Shopping

© Amazon / Screenshot / Montage: PC Magazin

Wer auf Shopping-Tour bei Amazon ist, zieht häufig Bewertungen in seine Kaufentscheidung mit ein. Doch immer wieder werden diese gefälscht.

Auf Amazon verkaufen externe Händler Produkte. Diese werden öfter gekauft, wenn sie von Nutzern, die den angebotenen Artikel bereits besitzen, positiv bewertet werden. Viele Händler machen sich das zu Nutzen. Sie bieten Rezensenten im Gegenzug zu einer positiven Bewertung Geld. Diese schreiben Lobhymnen auf einen Artikel, ohne ihn jemals in der Hand gehalten zu haben. Das schadet dem Ruf und der Glaubwürdigkeit von Amazon als Handelsplattform.

Wie im Oktober 2015 bekannt wurde, hat Amazon bereits über 1.000 Verfasser solcher Fake-Rezensionen verklagt. Jetzt geht der Onlinehändler laut einem Bericht des US-Techmagazins Techcrunch erstmals wegen gekaufter Bewertungen auch gegen Market-Place-Händler gerichtlich vor.

Den drei Market-Place-Händlern Michael Abbara aus Kalifornien, Kurt Bauer aus Pennsylvania und CCBetter Direct aus China wirft Amazon.com vor, falsche Bewertungen gekauft zu haben. Zwischen 30% und 45% ihrer Bewertungen hätten sie fälschen lassen, wodurch ein falscher Eintrug der Artikel entstanden sei.

Amazon möchte vor Gericht erreichen, dass die drei Händler ihre Plattform und die Amazon-Services nicht mehr nutzen dürfen. Außerdem verlangen sie den gesamten Gewinn, der über den Market Place erwirtschaftet wurde. Auch die Anwaltskosten und einen Schadensersatz sollen die Angeklagten zahlen.

Mit Algorithmen gegen Fake-Reviews

Amazon gibt an, dass inzwischen die überwiegende Mehrheit der Kundenbewertungen auf ihrer Seite authentisch sei. Sie möchten, dass Kunden fundierte Kaufentscheidungen treffen können. Dafür arbeitet die Plattform schon seit längerer Zeit an Methoden, um gefälschte Rezensionen ausfindig zu machen. Außerdem entwickelt der Onlinehändler Algorithmen, die Fälschungen erkennen und aussortieren sollen.

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Gefälschte Bewertungen sind nicht nur ein Problem auf Amazon - fast alle größeren Plattformen haben damit zu kämpfen. "Rund 20 bis 30 Prozent der Bewertungen im Internet sind gefälscht" schätzt Social-Media Experte Krischan Kuberzig aus Hamburg.

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Auf Amazon gibt es viele kuriose Produkte - noch witziger sind aber oft deren Bewertungen. Wir zeigen die lustigsten Amazon-Rezensionen.

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