Vorbestellungen in USA nicht möglich

Amazon setzt Disney unter Druck

Auf Amazon.com können neue Disney-Titel auf DVD und Blu-ray derzeit nicht vorbestellt werden. Mit Maßnahmen wie diesen setzt der US-amerikanische Online-Händler Amazon Unternehmen zunehmend unter Druck.

Amazon gegen Disney

© Amazon / Disney

Amazon deaktiviert die Vorbestellung für aktuelle Disney-Filme auf DVD und Blu-ray.

Der Online-Versandhändler Amazon hat auf seiner US-amerikanischen Webseite die Funktion für Vorbestellungen von Disney-Filmen auf DVD und Blu-ray deaktiviert. Derzeit können amerikanische Kunden die aktuellen Disney-Produktionen nur für den Streaming-Dienst Amazon Instant Prime Video vorbestellen.

Der Schritt erfolgt nur wenige Tage vor Erscheinen zugkräftiger Titel wie "Captain America: The Winter Soldier" und "Maleficient - Die dunkle Fee" und dürfte dank der Marktmacht Amazons durchaus Einfluss auf die Verkaufszahlen nehmen.

Der Unterhaltungskonzern mit der Maus als Markenzeichen sieht sich jedoch nicht als einziger dem Verhandlungsdruck von Amazon ausgesetzt. Das Unternehmen Time Warner und der Verlag Hachette kennen ähnliche Auseinandersetzungen mit dem Onlineshop.

Während es im ersten Fall nach wenigen Wochen zu einer Einigung kam, spitzt sich der Preiskampf um die E-Book-Preise mit Hachette weiter zu. Amazon fordert einen Einheits-Preis von 9,99 Dollar (rund 7,50 Euro) für die meisten elektronischen Bücher. Als Begründung gibt das Unternehmen an, dass für Verlage keine Kosten für Druck, Lagerung und Auslieferung entstehen und schlägt gleichzeitig eine Preisverteilung von 35 Prozent an den Autor, 35 Prozent an den Verlag und 30 Prozent an Amazon vor.

Inzwischen haben sich auch namhafte Schriftsteller in der Sache zu Wort gemeldet: Bestseller-Autor Douglas Preston hat einen Protestbrief an Amazon verfasst. Den offenen Brief unterzeichneten mehr als 900 Autoren, darunter bekannte Namen wie Stephen King und John Grisham. In dem Schreiben verurteilen sie das Vorgehen von Amazon im Streit um E-Book-Preise scharf, betonen aber gleichzeitig, im Preiskampf keine Partei ergreifen zu wollen.

In Deutschland gibt es einen ähnlichen Konflikt: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beschwerte sich Ende Juni über Amazon beim Bundeskartellamt. Der Online-Versandhändler verzögere, im Zuge von Verhandlungen, die Auslieferung von gedruckten Büchern der Verlagsgruppe Bonnier (Ullstein, Piper, Carlsen). Amazon wies den Vorwurf zurück.

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