Akamai "State-of-the-Internet"-Bericht

Deutschland verliert gegen Lettland

Akamais "State-of-the-Internet"-Bericht für das erste Quartal 2014 liefert unter anderem die Erkenntnis, dass Deutschland in Sachen Verbindungsgeschwindigkeiten und Breitbandvernetzung gegen die vermeintlich Kleinen häufig den Kürzeren zieht.

Akamai State-of-the-Internet-Bericht Q1 2014

© Akamai

Der "State-of-the-Internet"-Bericht für das erste Quartal 2014 bringt teilweise Erstaunliches zutage.

Akamais "State-of-the-Internet"-Bericht zum ersten Quartal 2014 beinhaltet Informationen zu den Themen Netzwerkkonnektivität und - verfügbarkeit, Verbindungsgeschwindigkeiten, Attack Traffic und Internetnutzung im Allgemeinen. Wir haben für Sie die wichtigsten Daten zusammengestellt und untersucht, wie sich Deutschland im europäischen Vergleich schlägt.

Im Hinblick auf die durchschnittliche und maximale Verbindungsgeschwindigkeiten sowie die Breitbandverfügbarkeit im deutschen Raum gibt es gleich einen Dämpfer: Im Vergleich zu vielen anderen Staaten sind wir nur mittelmäßig.

Weltweiter Anstieg der Verbindungsgeschwindigkeiten

Im Vergleich zum Vorjahr ließ sich weltweit ein Zuwachs von 24 Prozent im Bereich durchnittliche und durchschnittliche maximale Verbindungsgeschwindigkeiten beobachten. Im Bezug auf das vorherige Quartal gab es einen moderaten Anstieg von 1,8 Prozent der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit auf aktuell 3,9 Mbit/s. Zwar wird man im kommenden Quartal die 4 Mbit/s-Hürde nehmen, doch kann sich der globale Durchschnittswert nicht ansatzweise mit den Geschwindigkeiten des Spitzenreiters Südkorea messen. Das kleine asiatische Land spielt schon lange in seiner eigenen Liga und lässt mit einer Verbindungsgeschwindigkeit von durchschnittlich 23,6 Mbit/s den zweitplatzierten Japan (14,6 Mbit/s) weit hinter sich.

Die wichtigsten Fakten des "State-of-the-Internet"-Berichts:

  • Europa übernimmt die Vorreiterrolle bei der Einführung von IPv6 und wird von acht Ländern in der weltweiten Top-10 vertreten
  • Im ersten Quartal 2014 gelingt es sechs europäischen Ländern, eine durchschnittliche Spitzengeschwindigkeit von mehr als 40 Mbit/s zu erzielen
  • Elf Prozent der Verbindungen mit der Akamai Intelligent Platform laufen mit über 15 Mbit/s, in Europa belegen die Schweiz, die Niederlande und Schweden mit mehr als Zwanzig Prozent Bandbreite die Spitzenpositionen
  • Deutschland legt bei den durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeiten im Jahresvergleich um 19 Prozentpunkte zu, verliert aber international im Vergleich zum vierten Quartal 2013 an Boden und belegt nur noch Platz 26
  • In der EMEA-Region ist die Anzahl der gemeldeten DDos-Attacken im Vergleich zum letzten Quartal um 50 Prozent angestiegen

Deutschland im europäischen Vergleich nur Durchschnitt

Im Vergleich mit Südkorea wirkt Deutschland, das mit seinen durchschnittlich 8,1 Mbit/s weltweit einen bescheidenen 26. Rang belegt, beinahe wie ein Entwicklungsland im Internetzeitalters. Auch im rein europäischen Kontext ist Deutschland weit davon entfernt, zur internationalen Elite aufzuschließen. Glaubt man den Zahlen des letzten Quartals, so muss man sich in Sachen Wachstum ebenfalls hinten anstellen:

Während Länder wie Irland, Russland, Spanien und die Türkei um mehr als 40 Prozent zulegen konnten und weitere sieben europäische Länder sich immerhin um über 30 Prozent steigerten, erreichte Deutschland im letzten Jahr mit 19 Prozentpunkten einen vergleichsweise niedrigen Anstieg seiner durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit.

Bei den durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeiten verhält es sich nicht anders. Hier landet Deutschland mit 35,4 Mbit/s deutlich hinter Rumänien (54,4 Mbit/s) und fünf weiteren Ländern, die allesamt Werte jenseits der 40 Mbit/s erzielten. Leider reicht es auch in der Kategorie High-Broadband-Durchdringung nur für das europäische Mittelfeld. Im vergangenen Jahr gab es europaweit insgesamt acht Staaten mit Adoptionsraten von über 30 Prozent - die Schweiz und die Niederlande schafften sogar über 40 Prozent.

Zwar markiert die Türkei mit einer Adoptionsrate von 3,2 Prozent das Schlusslicht in der Kategorie Breitbandverbindungen, doch hat das Land im Jahresvergleich mit 250 Prozent Wachstum deutlich die Nase vorne und kann optimistisch in die Zukunft blicken. Man kann davon ausgehen, dass sich das starke Wachstum, das im letzten Quartal europaweit zu beobachten war, positiv auf die 4K-Readiness-Rate in Europa auswirken wird.

4K Readiness: Sechs europäische Länder in den Top 10

Um Ultra HDTV empfangen und 4K-Streams effektiv nutzen zu können, ist eine Bandbreite von zehn bis zwanzig Mbit/s notwendig. Die weltweite Top 10 der 4K-Verbindungsraten wird angeführt von Südkorea (60 Prozent), gefolgt von Japan (32 Prozent). Von den verbleibenden Ländern haben es immerhin sechs europäische in die Top 10 geschafft. In der Schweiz, den Niederlanden und Schweden liefen mehr als ein Fünftel der Verbindungen mit über 15 Mbit/s, was einem europäischen Spitzenwert entspricht.

Wenn Sie wissen wollen, was sonst noch im aktuellen Quartalsbericht 2014 steht, können Sie diesen auf Akamais Homepage kostenlos herunterladen. Dort finden Sie neben zusätzlichen Informationen aktuelle Daten zu den Themen Attack Traffic, Portangriffen, IPv4, IPv6, mobile Verbindungen und Distributed-Denial-of-Service (DDos)-Attacken.

In der folgenden Bildergalerie erhalten Sie weitere Informationen zu den angesprochenen Themen in Form von Zahlen und Statistiken des aktuellen "State-of-the-Internet"-Berichts:

Bildergalerie

Akamai State-of-the-Internet-Bericht Q1 2014
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Akamai "State-of-the-Internet"-Bericht

Akamai veröffentlicht seinen "State-of-the-Internet"-Bericht für das erste Quartal 2014. Wir haben die wichtigsten Daten zusammengestellt

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