Ende von Flash angekündigt

Adobe zieht dem Flash Player 2020 den Stecker

Nach 14 Jahren verkündet Adobe nun, den Flash Player nur noch bis 2020 zu unterstützen. Viele werden froh über das Ende des Plug-ins sein.

Adobe Flash Player Download

© Adobe

Das Download-Fenster des Adobe Flash Players. Bald gehört dieses Bild der Vergangenheit an.

Es kam, wie es kommen musste: Adobe hat in einer Pressemitteilung angekündigt, dem Flash Player noch drei Jahre zu geben. Danach soll das Browser Plug-in nicht mehr von Adobe unterstützt werden. Mit dem langen Vorlauf sollen Webseitenbetreiber, die noch auf Flash setzen, genügend Zeit haben, auf Alternativen umzuschwenken. Adobes Technologie-Partner Apple, Facebook, Google, Microsoft und Mozilla wurden in die Entscheidung des Supportendes mit eingebunden. Facebook stellt bereits Webinare für Entwickler in Aussicht, wie sie ihre Anwendungen in HTML5 migrieren können.

Kritik an Sicherheit

Der Flash Player wurde vormals für interaktive Mulitmedia-Anwendungen wie Videos, Spiele oder 3D-Inhalte entwickelt. Kritik musste Adobe immer wieder aufgrund zahlreicher Sicherheitslücken einstecken. Diese verlangten viele regelmäßige Sicherheits-Updates.

Apple-Gründer Steve Jobs bestand 2010 sogar darauf, dass das iPhone Flash nicht unterstützen sollte. Eventuell war da bereits der Untergang der Software besiegelt. Viele Webseiten setzten fortan auf offene Standards wie HTML5, WebGL oder WebAssembly. Auch Adobe begründet seinen Schritt, Flash bald zu begraben, mit der großen Auswahl an offenen Standards. Browser unterstützen diese von Haus aus und machen ein extra Plug-in so überflüssig. 

Warum hat es so lange gedauert?

Adobe hat lange damit gewartet, dem Flash Player einen Laufpass zu geben. Das liegt mit daran, dass das US-Unternehmen ebenfalls Software für die Erstellung von Flash-Inhalten anbietet. Nun aber sinkt der Anteil der Webseiten stetig, die Flash überhaupt noch nutzen. Laut einem Report der Analyse-Webseite W3Techs liegt ihr Anteil bei nur 6,3 Prozent weltweit.

Neben iPhones unterstützen auch neuere Android-Smartphones das Flash-Plug-in nicht mehr. Bei den Desktop-Browsern von Mozilla, Google, Apple oder Microsoft muss man mittlerweile seine Zustimmung geben, um Flash-Inhalte zu laden. Schlussendlich dürfte es sich für Adobe einfach nicht mehr lohnen, Aufwand zu betreiben und ständig neue Sicherheits-Updates herauszubringen. Wir werden die Downloadfenster (wie oben im Bild) jedenfalls nicht vermissen.     

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