Youporn, Pornhub & Co.

Neue Streaming-Abmahnungen über 25 Euro sind klarer Betrug

Vorgebliche Abmahnungen im Namen von Youporn, Pornhub, Redtube und XNXX sind Betrug. Streaming-Nutzer sollen läppische 25 Euro zahlen, via Bitcoins.

Frau räkelt sich auf der Couch

© stefan_weis - Fotolia.com

Betrug: Youporn, Pornhub, Redtube & Co. sollen ihre Nutzer abmahnen lassen.

Mit Abmahnungen wegen Streaming-Delikten lässt sich offenbar viel Geld verdienen. Nach den abgeschmetterten Redtube-Abmahnungen der Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen sowie den gefälschten Abmahnungen einer Londoner Kanzlei namens Robert Barber folgt ein weiterer Fall. Diesmal handelt es sich wie schon bei den aktuellen Schreiben um Betrug.

Im Gegensatz zu vorher erreichen die Abmahnungen die Nutzer per E-Mail (Betreff: "Wichtig!"), verwenden echte Kanzleinamen als Absender und geben vor, im Namen der Streaming-Seiten Youporn, Pornhub, Redtube und XNXX zu handeln. Doch damit nicht genug: In den E-Mails wird für das vermeintlich illegale Streaming von Videos eine Abmahngebühr von erstaunlich niedrigen 25 Euro verlangt, die der Nutzer auch noch per Bitcoins überweisen soll.

Gleich an mehreren Stellen merkt der informierte Internetnutzer, dass es sich um einen Betrug handeln muss. Die Abmahngebühren sind zu niedrig. In der Regel pusten Kanzleikosten Strafzahlungen dieser Art bereits auf mindestens dreistellige Beträge auf. Dazu kommt, dass Streaming-Anbieter nicht ihre Nutzer abmahnen lassen würden. Im Normalfall steht hinter Abmahnungen ein Rechteinhaber, der seine geschützten Werke illegal veröffentlicht vorfindet.

Lesetipp: Abmahnung - was tun?

Zuletzt sollten Nutzer stutzig werden, wenn eine Abmahngebühr via Bitcoins bezahlt werden soll. Ein Vorzug dieser virtuellen Währung ist, dass Empfänger anonym bleiben dürfen. Kein seriöser Dienstleister würde auf eine Zahlung via Bitcoins bestehen.

Nutzer könnten an einem Betrug zweifeln, da die vermeintlichen Absender der E-Mails echte Kanzleien sind. Beispielsweise "Jun Rechtsanwälte" aus Würzburg oder "MS Concept" aus Waiblingen. Diese Kanzleien sind bei Abgemahnten beliebt. Entsprechend verärgert sind die Verantwortlichen, dass ihr Name im Zusammenhang mit betrügerischen Massenabmahnungen fällt. "MS Concept" kündigte an, "mit aller Entschiedenheit" gegen den "verleumderischen und dreisten Identitätsklau" vorzugehen.

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