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Kaufberatung Mini-PCs für alle Zwecke

Desktop-PCs müssen nicht unbedingt große Kisten sein, die viel Platz auf oder neben dem Schreibtisch wegnehmen. Wir stellen verschiedene Mini-PCs vor.
Mini-PCs für alle Zwecke © Hersteller/Archiv
Mini-PCs für alle Zwecke

Der Marktanteil herkömmlicher Desktop-PCs mit großen Gehäusen schrumpft beständig. Viele Anwender, abgesehen von passionierten Gamern, wollen wohl einfach keine große Kiste mehr auf oder neben dem Schreibtisch stehen haben, sondern greifen lieber zum Notebook, auch wenn sie es gar nicht mobil einsetzten. Eine bessere Alternative sind hier Mini-PCs. Denn hier kann man ein großes Display sowie herkömmliche ergonomische Tastaturen und Mäuse einsetzen.

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Die Palette der Mini-PCs reicht von sehr kleinen und preisgünstigen Modellen mit Intel-Atom- oder AMD-Brazos-CPU bis hin zu etwas größeren Rechnern mit ausgewachsenen Intel-Core-Prozessoren. Hier bekommt man eine Rechenleistung, die der von ausgewachsenen Desktop-PCs in nichts nachsteht. Bei den etwas größeren Gaming-Minis findet sogar noch eine separate Grafikkarte Platz. So kann man mit deutlich leichterem Gepäck zur nächsten LAN-Party fahren.

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Ein weiterer Ort, an dem Mini-PCs ihren Platz finden können, ist das Wohnzimmer. Hier gibt es kompakte und schicke Rechner, die mittels HDMI Anschluss am Fernseher finden und als universeller Mediaplayer, Surfstation und Spielebox dienen können. Bedient werden die kleinen PCs über eine Funktastatur. Bei einigen Mini-PCs gehört auch eine Fernbedienung zum Lieferumfang.

Trendsetter Apple

Das Verdienst, den Mini-PC populär gemacht zu haben, gebührt wieder einmal Apple. Allerdings hat Apple den Mac Mini in letzter Zeit vernachlässigt, das letzte neue Modell datiert auf Juli 2011 und arbeitet noch mit Intel-Core-Prozessoren der zweiten Generation.

In der Windows-Welt existiert dagegen inzwischen eine ganze Reihe unterschiedlichster Mini-Rechner verschiedener Preis- und Leistungsklassen, die teilweise auch deutlich kleiner und viel günstiger sind als der Mac Mini. Wir stellen Ihnen deshalb auf den folgenden Seiten verschiedene "Kraftzwerge" für jedes Einsatzgebiet vor. Und in verschiedenen Größen: Der Kleinste misst dabei gerade einmal noch zehn Quadratzentimeter.

CPU-Architekturen

AMD Brazos: AMD bezeichnet die Kombi-Prozessoren aus Grafik- und Recheneinheit als APU. Dieses Akronym steht für "Accelerated Processing Unit" und soll deutlich machen, dass immer mehr Applikationen die GPU auch für Aufgaben jenseits der Grafikdarstellung nutzen. Der CPU-Teil der 40-Nanometer-Prozessoren ist komplexer aufgebaut, als der Atom von Intel. Zudem ist die aus 80 Radeon-Cores aufgebaute DX11-GPU deutlich leistungsfähiger als die integrierte Atom-Grafik.

Intel Atom: Die aktuelle Generation der Atom-Prozessoren von Intel (D2000) nennt sich Cedarview und wird in einem 32-Nanometer-Prozess hergestellt. Die Grafikleistung hat zwar zugelegt, kommt aber an die der Brazos-Prozessoren bei weitem nicht heran. Zudem wird nur DirectX9 unterstützt.

Intel Core-Prozessoren: Mit Ivy Bridge hat Intel inzwischen die dritte Generation der Core-Prozessoren an den Start gebracht. Die komplexen, aber trotzdem sparsamen CPUs werden in einem 22-Nanometer-Prozess hergestellt. Bei der Rechenleistung ist ein Ivy Bridge bei gleicher Taktfrequenz etwa vier Mal so schnell wie ein Atom.

Typische Gehäusevolumen

1,5 Liter: Typische Nettops haben ein Volumen zwischen einem und 1,5 Litern. Das ist nur möglich durch den Einsatz extrem sparsamer CPUs, die mit kleinen Kühlkörpern auskommen. Hier finden zudem nur 2,5-Zoll-Festplatten und Slimline-Laufwerke Platz.

5 Liter: Kompakte Bürorechner haben oft ein Gehäusevolumen von fünf Litern. Sie nutzen in der Regel die in der CPU integrierte Grafik, bieten aber Platz für 3,5-Zoll-Platten und herkömmliche optische Laufwerke

40 Liter: Midi-Tower-Gehäuse sind mit 40 Litern deutlich größer, bieten dafür aber auch Platz für voluminöse CPU-Kühler, große Grafikkarten, und mehrere Festplatten.

SoHo-Zwerge

Zu den kleinsten und günstigsten Mini-PCs gehören die Nettops, die man schon für weniger als 300 Euro bekommen kann. Sie sind die Desktop-Verwandten der Netbooks. Bei den allerersten Nettops mit Intel-Atom-Single-Core-Prozessor, die 2008 auf den Markt kamen, war die Leistung noch sehr anämisch. Die aktuellen Modelle mit Dual-Core-Atoms, oft mit einer zusätzlichen diskreten Grafik oder mit einem AMD-Prozessor der E-Serie, sind schon deutlich flotter unterwegs.

Das Lenovo IdeaCentre Q180 verfügt für 480 Euro sogar über ein Blu-ray-Drive. Zudem arbeitet in dem Atom-D2700-PC eine Radeon-Grafik. © Hersteller/Archiv
Das Lenovo IdeaCentre Q180 verfügt für 480 Euro sogar über ein Blu-ray-Drive. Zudem arbeitet in dem Atom-D2700-PC eine Radeon-Grafik.

Zwar ist die Prozessorleistung dieser Mini-Rechner immer noch sehr niedrig im Vergleich zu aktuellen Core-Prozessoren, aber für herkömmliche Office- und Heimanwendungen vollkommen ausreichend. Mit einer Leistungsaufnahme von etwa 25 Watt sind die Rechner dabei äußerst sparsam unterwegs.

Alles an Bord

Trotz eines Gehäusevolumens von maximal 1,5 Litern geizen die Minis nicht an der Ausstattung. Sie können mit 2,5-Zoll-Festplatten, optischen Laufwerken, USB-3.0-Schnittstellen, Cardreadern und Wireless-LAN aufwarten. Besonders gut ausgestattet ist dabei der Lenovo IdeaCentre Q180 in der Top-Variante für 480 Euro. Der mit AMD-Radeon-Grafik ausgestattete Atom-D2700-Rechner kann hier mit einer 750-GByte-HDD und einem Blu-ray-Combo-Laufwerk aufwarten. Wenn es günstiger sein soll, ist die MSI Wind Box DC100 für 289 Euro eine gute Wahl. Der 290-Euro-Mini basiert auf dem AMD E-450 und bietet eine 320-GByte-HDD als Massenspeicher.

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Ohne optisches Laufwerk kommt die sehr kompakte ZBox ID84 Plus von Zotac. Sie kostet 330 Euro ohne Betriebssystem.

Auf Basis des Shuttle XS35GTA V3 kann man einen individuellen, lüfterlosen Mini-PC bauen. Der Intel Atom D2700 und die Radeon-HD-7410M-Grafik sind schon an Bord.

Multimedia-Minis

Der TV-Empfang ist in vielen Wohnzimmern nur noch eine Aufgabe, die ein Fernsehgerät erfüllen soll. Daneben will man digitale Videos in den unterschiedlichsten Formaten ansehen, auf Quellen im Internet zugreifen und vielleicht sogar noch ein wenig spielen. Das alles ist zwar mit der aktuellen Generation moderner TV-Geräte ansatzweise möglich, aber eben nicht so flexibel wie mit einem Mini-PC.

Bei der EeeBox EB1501P wird der Atom D525 durch die ION-Grafik von Nvidia unterstützt. © Hersteller/Archiv
Bei der EeeBox EB1501P wird der Atom D525 durch die ION-Grafik von Nvidia unterstützt.

Moderne Mediaplayer können bei der Formatunterstützung fast mit einem Mini-PC mithalten, man ist aber trotzdem immer auf Updates des Herstellers angewiesen – was dauern kann. Einen Windows-Rechner kann man mit einer neuen Version des VLC-Players oder einem Codec-Pack selbst auf den aktuellen Stand bringen, Updates sind in aller Regel sehr schnell verfügbar. Mediaplayer mit Internetzugang bieten zudem in aller Regel nur bestimmte Dienste wie Youtube oder Flickr an.

Perfekte Wohnzimmer-PCs

Prinzipiell kann jeder Mini-PC mit einem HDMI-Ausgang mit einem Full-HD-Fernseher gekoppelt werden. Für eine flüssige Wiedergabe von Videos in hoher Auflösung sollte bei PCs mit Atom-Prozessor aber ein separater Grafikchip an Bord sein, bei Rechnern mit AMD E-450 reicht die integrierte Grafik aus. Auf der AMD-CPU basiert der Acer Aspire Revo RL70.

Der kleine Acer kann mit einer 640-GByte-HDD, einem DVB-T-Tuner und einer raffinierten Fernbedienung mit rückseitiger Mini-Tastatur aufwarten. In der 530-Euro-Spitzenvariante ist zudem auch noch ein Blu-ray-Combo-Laufwerk mit an Bord. Beim Zotac ZBox nano XS AD11 Plus muss man auf ein optisches Laufwerk verzichten, dafür ist der winzige Rechner auch nur 10,7 x 10,7 x 3,7 Zentimeter groß und hat trotzdem alle wichtigen Schnittstellen an Bord.

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Allerdings muss die AMD-CPU in dem ultrakompakten Gehäuse aktiv gekühlt werden, was nicht zu überhören ist. Beim Preis von 360 Euro ist das Betriebssystem nicht dabei. Das muss man auf der nur 64 GByte großen mSATA-SSD selbst installieren. Für eine umfangreiche Videosammlung sollte entweder ein NAS-Gerät oder eine externe HDD bereit stehen.

Neben den beiden AMD-Minis eignen sich auch die auf der vorhergehenden Seite vorgestellten Atom-PCs von Asus, Lenovo, Shuttle und Zotac als Wohnzimmer-PCs, da der Intel-Prozessor bei diesen Rechnern durch einen separaten Grafikchip unterstützt wird.

Schein-Zwerge

Bei Mini-PCs muss nicht unbedingt eine schwache CPU im Gehäuse stecken, es gibt auch ultrakompakte Rechner mit einer ausgewachsenen CPU. Sie sind die erste Wahl, wenn rechenintensive Anwendungen zum Einsatz kommen sollen, etwa Software-Entwicklung, Bildbearbeitung oder anspruchsvolle Business-Anwendungen. HD-Videos stellen für die in den Intel-Core-Prozessoren integrierte Grafikeinheit ebenfalls kein Problem dar, die HD4000-Grafik in den Ivy-Bridge-CPUs reicht sogar für viele 3D-Games vollkommen aus.

Der Fujitsu Esprimo Q910 ist ein vollwertiger Ivy-Bridge-PC mit Abmessungen von 185 x 188 x 54 Millimetern. © Hersteller/Archiv
Der Fujitsu Esprimo Q910 ist ein vollwertiger Ivy-Bridge-PC mit Abmessungen von 185 x 188 x 54 Millimetern.

Der 1,5-Liter-PC Fujitsu Esprimo Q910 ist mit der vPro-Unterstützung im Intel-Q77-Chipsatz für den Firmeneinsatz gut gerüstet, optional gibt es aber auch eine Fernbedienung für den Einsatz im Wohnzimmer. Allerdings ist der kleine PC mit dem großen Prozessor kein Sonderangebot: Mit einem Intel Core i5-3470T, 500-GByte-HDD und DVD-Brenner bestückt, kostet der Q910 etwa 830 Euro.

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Noch kleiner als der Esprimo Q910 ist der brandneue i53 des auf Mini-PCs spezialisierten Herstellers Giada. Er misst nur 192 x 155 x 26 Millimeter, verfügt aber dafür nicht über ein internes Laufwerk. Der Giada ist mit seinem HM76-Chipsatz für Heimanwender oder den SoHo-Einsatz geeignet und wird auch mit Ivy-Bridge-CPUs auf den Markt kommen, der Preis steht noch nicht fest.

Gaming-Minis

Die meisten Gaming-PCs sind immer noch richtig große Kisten mit Midi- oder Full-Tower-Gehäuse. Dass man einen flotten Intel-Core-Prozessor und eine flotte Grafikkarte auch auf deutlich weniger Raum unterbringen kann, beweist der X51 von Alienware.Der Rechner der zu Dell gehörenden Gaming-PC-Schmiede hat etwa die Abmessungen einer Xbox 360, kann aber trotzdem mit Intel-CPUs bis hinauf zum Core i7-3770K und einer leistungsstarken GeForce GTX 660 als schnellster Grafikkarte aufwarten.

Der SZ77R5 ist der jüngste Shuttle-Modell im klassischen Würfeldesign. Er bietet auch Platz für leistungsfähige Grafikkarten. © Hersteller/Archiv
Der SZ77R5 ist der jüngste Shuttle-Modell im klassischen Würfeldesign. Er bietet auch Platz für leistungsfähige Grafikkarten.

Die GeForce-Karte ist dabei mittels einer Riser-Card flach gelegt, der PC so nur 9,5 Zentimeter breit. Neben einer 3,5-Zoll-Festplatte ist noch ein Slot-in-Laufwerk untergebracht. Als besonderes Gimmick kann man die Augen des Alienlogos in der Front und zwei transparente Kunststoffeinsätze an den Seiten des Gehäuses verschiedenfarbig beleuchten. Das Top-Modell kostet dafür auch satte 1680 Euro, die kleinste Variante mit Core-i3-CPU und einer GeForce GTX 545 bekommt man für 750 Euro.

Der Klassiker: Shuttles Würfel

Shuttle ist der Pionier bei kompakten Gaming-PCs. Bereits 2001 brachte die Firma den ersten XPC mit seinem Cube-Design auf den Markt. Das aktuellste Modell der XPC-Serie ist der Barebone SZ77R5 für Ivy-Bridge-Prozessoren. Das 500-Watt-Netzteil und die Kühlleistung reichen auch für große Grafikkarten aus.

Der Basispreis für den Barebone ohne CPU, Speicher, Grafikkarte und Laufwerke liegt bei 350 Euro, eine der Alienware X51-vergleichbare Konfiguration mit Core i7 und GTX 660 kommt auf etwa 1300 Euro mit Betriebssystem und Maus sowie Tastatur.

Lenovo IdeaCentre Q180 Acer Aspire Revo RL70 Fujitsu Esprimo Q910 Alienware
Internet: www.lenovo.de www.acer.de www.fujitsu.com/de www.alienware.de
Preis: ca. 480 Euro ca. 530 Euro ca. 830 Euro ca. 1680 Euro
Prozessor/Speicher: Intel Atom D2700/4 Gbyte AMD E-450/4 GByte Intel Core i5-3470T/4 GByte Intel Core i7-3770K/8 GByte
Grafik: AMD Radeon HD 6450A AMD Radeon HD 6320 Intel Q77/Intel HD4000 Nvidia GeForce GTX 660
HDD/opt. Laufwerk: 750 Gbyte/BD-Combo 640 GByte/BD-Combo 500 GByte (2,5-Zoll-HDD)/DVD-Brenner 2 TByte (3,5-Zoll-HDD)/Blu-ray-Combo
ComboMSI Wind Box DC100 Zotac ZBox nano XS Plus Shuttle XH61V (Barebone) Shuttle SZ77R5 (Barebone)
Internet: www.msi-computer.de www.zotac.de www.shuttle.eu www.shuttle.eu
Preis: ca. 290 Euro ca. 360 Euro ca. 190 Euro 350 Euro
Prozessor/Speicher: AMD E-450/2 GByte AMD E-450/2 GByte 1155/Intel H61 / 2 x SO-DIMM (DDR3) 1155/Intel Z77
Grafik: AMD Radeon HD 6320 AMD Radeon HD 6320
HDD/opt. Laufwerk: 320 GByte/DVD-Brenner 64 GByte mSATA (SSD) 2 x 2,5 Zoll/Slimline 2 x 3,5 Zoll/5,25 Zoll
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