Vom Einsteiger zum Profi

Twitter - 7 Tipps und Tricks für Erfolg in 140 Zeichen

Twitter erfreut sich nach wie vor einer wachsenden Beliebtheit. Wer professionell und erfolgreich twittern will, sollte einige Grundlagen beachten. Wir geben 7 Tipps für Einsteiger und Profis und verraten, welche Fehler man vermeiden sollte. Von Achim Hepp.

Twitter, TV-Duell

© bluedarkat - Fotolia.com

Twitter, TV-Duell

1. Twitter-Profil nicht vernachlässigen

Ein vernünftiges Twitter-Profil ist neben einer konstanten Interaktion auch auf Twitter bereits ein guter Startpunkt. Nutzen Sie das aus, und erstellen Sie ein gutes und attraktives Profil. Wie in fast jedem Netzwerk existiert auch bei Twitter eine Headergrafik. Diese können Sie spielerisch mit Ihrem Profilbild kombinieren oder auch einfach Ihr aktuelles Produkt bzw. Ihre aktuelle Tätigkeit bewerben. Sehen Sie es als freie Werbefläche an, übertreiben Sie es aber nicht.

Bedenken Sie dabei, dass viele Twitter-Nutzer die Headergrafik oft nicht sehen, da dafür Ihr Profil direkt aufgerufen werden muss. Sie erscheint aber durchaus auf mobilen Clients und in den Vorschlägen innerhalb der Timeline von Twitter für andere Nutzer. Dabei verändern sich Größe und Format; die Grafiken sollten deswegen nicht zu filigran sein und viel Text enthalten. Hier gilt: testen, optimieren und weiter testen.

Ihr Twitter-Profilbild ist dagegen einfach. Ein vernünftiges Foto oder ein Logo reicht, es sollte nur in ein quadratisches Format passen. Idealerweise ist es dasselbe wie auf Ihren anderen sozialen Netzwerken. Sie sollten auf jedem Fall einen Wiedererkennungseffekt anstreben.

Die Biografie ist auf Twitter überschaubar und bietet Ihnen nur 160 Zeichen. Kommen Sie also auf den Punkt, und verschwenden Sie diese Zeichen nicht für einen Werbespruch. Die Twitter-Bio agiert auch als Einladung für Ihre potenziellen Follower. Geben Sie diesen Nutzern einen Grund, Ihnen zu folgen. Teilen Sie also mit, wer Sie sind bzw. was Sie machen.

Header Grafik

© Hersteller

Versuchen Sie eine Header-Grafik zu finden, die auf dem Desktop genauso gut aussieht wie auf einem mobilen Client.

Was viele hier nicht wissen: Sie können andere Twitter-Profile und Hashtags interaktiv einbinden; ein Hashtag in Ihrer Biografie wird automatisch anklickbar, ebenso wie ein anderer Twitter-Account. Somit heben Sie Ihr Spezialgebiet und gegebenenfalls den Twitter-Account Ihrer Firma zusätzlich hervor. Sofern am Ende noch Zeichen übrig sind, können Sie gern die älteste Weisheit aus dem Bereich Social Media ergänzen: eine Aufforderung, mit Ihnen zu interagieren: #WordPress-Probleme? Einfach melden!

2. Nutzen Sie die 140 Zeichen nicht aus

140 Zeichen für einen mit sinnvollem Inhalt gefüllten Tweet sind nicht viel und oft zu knapp. Wenn es Ihnen aber nur irgendwie möglich ist, so nutzen Sie nicht die volle Kapazität aus. Dadurch haben Sie Vorteile in der Interaktion Ihrer Follower. Neben der nativen Retweet-Funktion, in der Ihr Tweet mit Ihrem Profil 1:1 gespiegelt bei der retweetenden Person auftaucht, gibt es noch viele Nutzer und auch Tools, die nach alter Schule retweeten.

Bei einem klassischen Retweet stellen diese Nutzer ein RT voran und posten es als eigenen Tweet. Es muss nun also noch Ihr Nutzername mit reinpassen, ansonsten fällt er heraus bzw. muss der andere Nutzer Ihren Text kürzen. Ebenso greifen Follower gerne einmal einen Tweet auf und zitieren ihn. Auch da sollte Platz für Ihren Nutzernamen sein, bestenfalls sogar noch für ein wenig zusätzlichen Text.

3. Das Problem mit dem @ am Anfang

Adressieren Sie nie eine Person mit @Nutzernamen am Anfang eines Tweets, wenn Sie einen öffentlichen Tweet verfassen möchten. Beginnen Sie nämlich mit @Nutzernamen, können nur Follower, die Ihnen UND dieser Person folgen, diesen Tweet direkt in ihrer jeweiligen Timeline lesen. Außer bei direkten Antworten ist das im Regelfall nicht gewollt.

Stellen Sie den Tweet um, und adressieren Sie @Nutzernamen an anderer Stelle im Text. Im Regelfall funktioniert das mit ein wenig Mühe. Sollte es nicht möglich sein, so hilft Ihnen der kleine Trick mit dem Punkt: Stellen Sie einfach einen Punkt vor das @-Zeichen, und hebeln Sie damit die oben angesprochene Funktionalität aus.

4. Hashtags sparsam & sinnvoll einsetzen

Der Hashtag ist ein mächtiges Werkzeug und kann jeden Begriff universell verknüpfen und so Ihren Tweet auffindbar machen. Leider wissen aber nur wenige Nutzer, sinnvoll mit Hashtags umzugehen.

Es kann nicht das Ziel sein, jeden Begriff zu verhashtaggen. Zusätzlich bringt es keinen Mehrwert, normale Worte wie Foto in einen Hashtag #Foto zu verwandeln, da sich kaum jemand für alle Tweets mit diesem Begriff interessieren wird.

Hashtags

© Hersteller

Außer dem Hashtag #Yoga sind hier alle anderen Hashtags wenig sinnvoll und bringen dem Leser keinen Mehrwert.

Hashtags für Veranstaltungen und aktuelle Themen sind etwas ganz anderes. Hier entsteht beispielsweise Mehrwert durch die Verknüpfung von allen Tweets zu einer Konferenz. Natürlich nur, wenn alle Nutzer denselben Hashtag verwenden. Bestenfalls gibt ein Veranstalter den Hashtag vor. Ist das nicht der Fall, so stimmen sich Nutzer in der Regel schnell via Twitter ab. Betreiben Sie also etwas Recherche, bevor Sie zu schnell einen eigenen Tag erstellen und dann Ihre Tweets nicht zusammen mit den anderen Tweets gefunden werden.

Neben den beschriebenen Ansätzen kann der Hashtag punktuell auch als Stilelement verwendet werden. Nutzen Sie ihn ruhig als Statement alleinstehend (#wasfüreintagheute), oder fügen Sie damit eine Extrainfo (#ichsagsnur) hinzu. Am Ende gilt hierbei: Nur nicht übertreiben, der Mix macht es.

5. Verfallen Sie nicht ins Chatten

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Social Media Marketing

Facebook, Twitter & Co.

Die Grenze zwischen einer öffentlichen Diskussion und einem privatem Chat ist fließend. Letzteres sollten Sie vermeiden, da ein Chat im Regelfall nur zwei Leute interessiert.

Anders sieht es mit einer öffentlichen Diskussion aus. Dafür ist Twitter prima geeignet und je nach Thema eine gute Möglichkeit, um Expertise zu zeigen und seinen eigenen Twitter-Account damit zu bewerben. Hier ist es ab und zu sogar sinnvoll, eine direkte Antwort durch den bereits angesprochenen Punkt vor dem @-Zeichen explizit an alle sichtbar zu machen.

6. Automatisieren Sie nicht!

Twitter muss aktiv bespielt werden, und nur selten funktionieren automatische Inhalte. Accounts, die nur zur Linkverteilung anderer Netzwerke dienen, haben in der Regel ebenso schnell Follower verloren wie gewonnen. Wenn andere Dienste mit Ihrem Twitter-Account verknüpft sind, so nutzen Sie dieses selektiv. Ein schlechtes Beispiel ist die Verknüpfung mit Foursquare bzw. Swarm. Jeden Check-in automatisch mitzuteilen spamt die Timeline Ihrer Follower zu.

Automatisierte Direktnachricht

© Twitter / Screenshot PC-Magazin

Eine automatisierte Direktnachricht ist die digitale Version des Postwurfzettels und wird keine positive Reaktion eines Followers auslösen.

Setzen Sie allerdings das Häkchen zum Teilen bewusst ein, so ist das Gegenteil der Fall. Der geteilte Check-in sticht heraus, und Sie können so beispielsweise die Teilnahme an einer Konferenz punktuell mitteilen. Gleichzeitig bewerben Sie Ihr Profil auf einer anderen Plattform. Das funktioniert ebenso gut bei Instagram und Pinterest. Sehr kontraproduktiv sind automatisierte Direktnachrichten. Ein "Danke, dass Sie mir folgen!" hat so viel Charme wie ein Werbezettel im Briefkasten.

7. Fünf Regeln für den Erfolg

Wenn Sie ein paar einfache Tipps beachten, steigern Sie die Beliebtheit Ihrers Twitter-Accounts schnell.

  1. Versuchen Sie mehrmals wöchentlich zu twittern, und orientieren Sie sich dabei an den Gewohnheiten Ihrer Zielgruppe. Ist diese über den Tag verteilt online, dann verteilen Sie Tweets über den gesamten Tag. Ist Ihre Zielgruppe zu Arbeitszeiten inaktiv, dann verlagern Sie Ihr Zeitfenster auf morgens und abends.
  2. Nutzen Sie Retweets für interessante Inhalte, dabei sollte die Zahl der Retweets nicht die Ihrer eigenen Tweets übersteigen.
  3. Die Anzahl Ihrer Follower sollte gleich oder höher als die Anzahl der Accounts sein, denen Sie folgen. Das vermittelt den Eindruck eines aktiven Profils mit interessanten Inhalten.
  4. Nutzen Sie Tools wie Tweetdeck, um Themen und interessante Diskussionen zu finden, in die Sie einsteigen können. Dienste wie Hootsuite und Buffer ermöglichen Ihnen, zeitversetzt Tweets zu versenden und somit vorhandene Inhalte vorab zu planen.
  5. Mit analytics.twitter.com stellt Ihnen Twitter ebenfalls ein Werkzeug zur Analyse Ihres Accounts bereit. Hiermit können Sie ermitteln, welche Ihrer Inhalte den meisten Zuspruch bekommen. Lernen Sie daraus, und optimieren Sie damit Ihre Inhalte.

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