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Tipps zu Managed E-Commerce

E-Commerce-Lösungen müssen sich flexibel weiterentwickeln lassen. Auch der Kostendruck und das Fokussieren auf Kern- und Schlüsselfunktionen können für kleine und mittelständische Unternehmen Gründe sein, Online-Geschäftsprozesse in fremde Hände zu geben. Eine Kosten-Nutzen-Analyse hilft bei der Entscheidung für oder gegen Managed Services.

Outsourcing & Co.: Managed Services

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Outsourcing & Co.: Managed Services

Hier erfahren Sie......was Sie beim Managed Service beachten müssen...wann sich ein Managed Service lohnt

Wenn die Entscheidung zugunsten einer Auslagerung von Online-Geschäftsprozessen gefallen ist, kommen sowohl Managed Services als auch komplettes Outsourcing infrage. Während beim klassischen Outsourcing abgeschlossene Geschäftseinheiten - zum Beispiel ganze Abteilungen - nach außen verlagert werden, bezeichnen Managed Services selektive Dienstleistungen, die die Abgabe von Teilprozessen umfassen.

Der in diesem Kontext von Atrada geprägte Begriff "Managed E-Commerce" bezieht sich demnach auf die Umsetzung und den Betrieb technischer Lösungen für den Online-Handel, die Begleitung bei der Konzeption sowie die Unterstützung bei operativen Prozessen.

Out-of-the Box-Lösung versus Managed Services

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Der Autor: Konstantin Waldau, Chief Executive Officer (CEO ) der Atrada AG

Bei der Entscheidung für ein Standard- oder ein maßgeschneidertes Produkt stehen die Flexibilität und der Grad an gewünschter Individualität im Fokus. Mietlösungen bzw. Software as a Service (SaaS) bieten ferner den Vorteil, dass sich der Betreiber im Rahmen festgeschriebener Service Level Agreements (SLAs) zur Wartung und uneingeschränkten Funktionalität verpflichtet.

Das heißt, auch bei zunehmender Komplexität und Dynamik von Projekten ist das Erfüllen aller Anforderungen an Performanz, Erreichbarkeit und Skalierbarkeit sichergestellt. Bei größeren Shop-Systemen kommt zusätzlich noch der Full-Service-Aspekt ins Spiel.

Im Rahmen einer Gegenüberstellung von Out-of-the-Box-Lösungen im Online-Handel und Managed Services gilt es, alle voraussichtlich anfallenden Kosten, den wahrscheinlichen Aufwand und Nutzen sowie die Relation zu angestrebten Online-Umsätzen in ein Verhältnis zueinander zu setzen.

Die Probe aufs Exempel

Als Rechenexempel sei ein durchschnittliches mittelständisches Muster-Unternehmen mit 500 Mitarbeitern angeführt. Der Anteil des Online-Umsatzes am Gesamtumsatz soll rund 20 Prozent betragen.

Kosten fallen beim Einstieg in den Managed E-Commerce etwa für die Anforderungs-Workshops sowie gegebenenfalls für die Anpassungen der Schnittstellen an. Diese Kosten werden erfahrungsgemäß durch gesteigerte Erlöse - idealerweise innerhalb eines halben Jahres - amortisiert. Ab diesem Zeitpunkt zahlt sich das Auslagern von Geschäftsprozessen für Unternehmen wirklich aus.

Die Beispielkalkulation stellt Aufwand und Kosten (Einführungs- und Folgejahr) einer Out-of-the-Box-Lösung dem Managed-Services-Ansatz für das Musterunternehmen gegenüber.

Faktor Skalierbarkeit

Die Spielarten im Managed E-Commerce reichen von der Bereitstellung einzelner Hard- und Software-Funktionen - wie etwa Server-Leistungen, Speicherplatz und Security - bis hin zum Shared Hosting von Infrastruktur-Komponenten und Anwendungen. Flexible IT-Komponenten können für eine schnelle und kostengünstige Entwicklung sowie für eine größtmögliche Individualisierung sorgen.

Zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren für eine Online-Handelsplattform zählen Kompatibilität und Skalierbarkeit. Dahinter verbergen sich die Fähigkeiten, die E-Commerce-Lösung in bestehende Prozesse zu integrieren sowie mit bestehenden Systemen über standardisierte Schnittstellen zu koppeln.

Alle Plattformen sollten immer darauf ausgerichtet sein, auch bei wachsenden Kundenzahlen oder größer werdendem Sortiment eine gleichbleibende Leistung zu zeigen. Zudem sollte eine Aufstockung der Kapazitäten etwa bei Lastspitzen durch Marketing-Aktionen immer möglich sein.

Managed E-Commerce muss allerdings nicht nach der technischen Umsetzung enden. So gewährleistet er im Rahmen des Hostings zudem das automatische Einspielen notwendiger Updates sowie Sicherheits-Patches der Basis-Software. Ferner zählen ein regelmäßiges Backup der Anwendung und aller Daten, der Schutz durch Firewalls sowie 24/7-Support zum Standard.

Nicht zuletzt kann Managed E-Commerce auch die Konzeption von Online-Projekten begleiten und dank Analyse-Tools die Lücke zwischen strategischer Planung und technischer Umsetzung schließen.

Fazit

Die Auslagerung von Online-Geschäftsprozessen kann für kleine und mittelständische Unternehmen durchaus eine Alternative zum Selbstbetrieb sein. Wer sich für eine gemanagte Lösung entscheidet, profitiert nicht nur von den Vorteilen wie unbegrenzter Skalierbarkeit und stets aktuellen Applikationen, sondern spart ebenso Anlauf- und Betriebskosten.

So können die Ausgaben eines Muster-Mittelständlers für eine Managed-Services-Lösung allein im Einführungsjahr zwischen rund 90000 und 140000 Euro niedriger liegen als für eine Out-of-the-Box-Lösung. Zudem verspricht Managed E-Commerce in den Folgejahren eine niedrigere Kostensteigerung. Eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung schafft Klarheit.

Konstantin Waldau

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