Vor- und Nachteile von Druckern

Tinte oder Laser - Der bessere Bürodrucker

Bekommt der Laserdrucker im Büro nun Konkurrenz durch moderne Tintenstrahldrucker? Die Technik gibt es her. Wir beleuchten Vor- und Nachteile aktueller Bürodrucker und geben Kaufempfehlungen.

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© singkham - Fotolia.com

Gemeinhin wird angenommen, dass das Geschäft der Druckerhersteller eher gemächlich sein dürfte. Die Drucktechniken sind weitgehend ausgereift und die Gerätepreise so weit gesunken, dass kaum mehr mit großen, innovativen Neuerungen gerechnet werden dürfte. Wer jedoch einen genauen Blick auf das Geschäftsfeld "Drucker" wirft, dem wird sehr schnell klar, dass gerade in den letzten Monaten viel Bewegung in die Branche gekommen ist.

Der ewige Wettstreit zwischen Tintenstrahldruckern und ihren Konkurrenten aus der Laser-Fraktion erreicht einen neuen Höhepunkt. Derzeit verschiebt sich, insbesondere beim Schwarz/Weiß-Druck, der Kosten-Pro-Seite-Wert, und gleichzeitig sind Laserdrucker aufgrund ihrer Feinstaubemissionen nicht unumstritten. Werden der Energieverbrauch und die Druckgeschwindigkeit pro Seite ebenfalls mit in die Betrachtung hinzugezogen, so wackelt der Thron des Laserdruckers schon deutlicher.

Bis vor wenigen Jahren schien die Druckerverteilung ziemlich einfach zu sein: Privatanwender kaufen in erster Linie Multifunktionsgeräte auf Tinten-Basis mit vielen Zusatzfunktionen, wie beispielsweise dem Label-Druck für optische Datenträger. Geschäftskunden, mit einem höheren Druckvolumen, greifen zum Laserdrucker.

Diese pauschale Einteilung gilt heute jedoch nicht mehr. Es gibt preisgünstige Farblaser-Drucker, die auch von Privatkunden erworben werden und gleichzeitig Tintenstrahldrucker wie beispielsweise ein Epson WorkForce Pro Business Inkjet Drucker für Arbeitsgruppen mit einem Druckvolumen von bis zu 3000 Seiten im Monat.

Laser,Drucker

© Brother

Der "seitenbreite Druckkopf" verhilft dem Tintenstrahldrucker von Brother zu den Leistungen eines Laserdruckers.

Stets Vor- und Nachteile

Nach wie vor bietet der Laserdrucker einige Vorteile gegenüber einem auf Tinte basierenden System. Erweiterungsmöglichkeiten wie beispielsweise Festplatten oder mehrere Papierkassetten für verschiedene Papiersorten bieten die Hersteller fast ausschließlichfür den professionellen Laserdrucker an.

Auch in Umgebungen in denen eher wenig gedruckt wird, hat der Laser seine Daseinsberechtigung. Tinte kann eintrocknen, und mögliche Verstopfungen müssen durch Selbstreinigungsvorgänge, die wiederum Tinte verbrauchen, entfernt werden. Diese somit doch recht kostenintensive Reinigung entfällt beim Laserdruck. Oft wird die Eigenschaft der "Dokumentenechtheit" ausschließlich für Laserdrucker benannt. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Die Dienstordnung für Notarinnen und Notare (DONot) regelt in §29, welche Schreib- und Druckmaterialien verwendet werden dürfen.

Zwar gibt es deutlich mehr Prüfzeugnisse der zuständigen Papiertechnischen Stiftung (PTS) in Heidenau für Laserdrucker, doch auch einige Tintenstrahl- und Matrixdrucker sind gelistet. Ältere Systeme wurden noch von der damals zuständigen Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung, kurz BAM, mit einem Prüfungszeugnis bescheinigt. Noch weniger dürfte bekannt sein, dass neben dem Drucker selbst auch das verwendete Papier geprüft wird.

Laserdrucker Brother HL-2035 zum Preis-Schnäpchenpreis

Nicht jeder Ausdruck muss zwangsläufig den Anforderungen der Dokumentenechtheit entsprechen. Eine Bescheinigung stellt jedoch sicher, dass die gedruckten Dokumente eine längere Zeit gegenüber dem Verbleichen geschützt sind. Insbesondere wenn Verträge, Bescheinigungen oder Urkunden erstellt werden müssen, ist die Lagerungsfähigkeit von Bedeutung.

Beim reinen Textdruck zeigt schon der einfache Laserdrucker seine Stärke. Im Vergleich zum Tintenstrahldrucker ist der Laser weniger anfällig für das "Ausbluten" von Buchstaben auf dem Papier. Dafür sind der Farbraum und die Kontrastabstufungen bei guten Tintenstrahldruckern auf Spezialpapier deutlich größer.

Laser,Drucker

© Brother

Das einfache und funktionelle Display des Brother Druckers.

Vielen Fotoausdrucken auf Farblaserdruckern mangelt es an Farbechtheit, Papierknickstellen sind anfällig für das Abblättern und mögliche Rasterstreifen schmälern das Gesamtergebnis. Der Fotodruck im privaten und semiprofessionellen Segment ist auch heute noch die Domäne der hochwertigen Tintenstrahldrucker. Aufgrund der Notwendigkeit eines geschwungenen Papierwegs innerhalb des Druckwerks für den Tonertransfer ist die Verarbeitung von hohen Papierstärken beim Laserdrucker schwieriger.

Falls sich die gewünschte Papierstärke überhaupt verarbeiten lässt, so muss der Laserdrucker die Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich senken. Starre Vorlagen, beispielsweise optische Medien, lassen sich überhaupt nicht bedrucken, von der Verwendung spezieller Rohlinge, die der Brenner direkt beschriftet einmal abgesehen.

Moderne Drucktechniken

Viele am Markt derzeit verfügbaren Laserdrucker arbeiten weitaus schneller als Tintenstrahldrucker. Das liegt an der bisher verwendeten Drucktechnik. Bei einfachen Tintenstrahldruckern bewegt sich der relativ kleine Druckkopf über das Papier hin und her. Das reduziert die notwendigen Düsen, aus denen die Tinte auf das Blatt geschleudert wird, deutlich, jedoch auf Kosten der Geschwindigkeit.

Bei professionellen Tintenstrahldruckern gehen Hersteller wie HP oder Brother dazu über, anstelle eines beweglichen Druckkopfs viele tausend winzige Druckdüsen in einen unbeweglichen, die gesamte Seitenbreite abdeckenden Druckkopf zu verbauen. Diese Druckdüsen tragen die Tinte auf das sich bewegende Blatt auf. Da sich nur das Blatt bewegt und nicht mehr Druckkopf, sind diese neuen Drucker mit einem "seitenbreiten Druckkopf" nicht nur sehr viel schneller, sondern auch leiser. Das Drucksystem des von uns im Rahmen dieses Beitrags betrachteten Brother HL-S7000DN arbeitet mit einem sogenannten Inkjet-Linehead mit Keramik-Technologie und verfügt über 5198 Düsen im Druckkopf.

Laser,Drucker

© Hersteller

Das farbige Display für das Multifunktionsgerät von Hewlett Packard.

Auch Hewlett Packard hat an dieser Technik gearbeitet und nennt sie "HP PageWide". Das Kernelement bei HP besteht aus 42.240 Druckdüsen, 4224 Druckdüsen je Chip, die über die gesamte Seitenbreite angeordnet identisch schwere und gleichschnelle Tintentropfen erzeugen. Die Dimension der Tropfen ist wahrlich winzig. Ein Gramm Tinte entspricht laut HP etwa 170 Millionen Tropfen mit je 6-Pikoliter. Ein Pikoliter ist ein Billionstel eines Liters, oder anders ausgedrückt besteht ein einzelner Regentropfen aus mehreren Hunderttausend Pikolitern.

Im Druckkopf heizt ein elektrischer Impuls für eine Mikrosekunde einen kleinen Widerstand im Tropfenformer, eine dreiseitige Kammer mit einem Füllkanal und einer Düse, der mit Tinte gefüllt ist. Eine dünne Tintenschicht verdampft und bildet eine Blase, die sich ausdehnt und einen Tropfen mit einer Geschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde aus der Düse ausstößt. Die Blase wirkt dabei wie ein kleiner Kolben, der die Tinte vom Boden der Kammer durch die Düse an deren Decke drückt. Wenn die Blase nach etwa zehn Mikrosekunden platzt, unterbricht sie den Tintenstrom und zieht neue Tinte für die nächste Runde in die Kammer.

Test: Fünf Laser-Multifunktionsgeräte ab 160 Euro im Vergleich

Nach dem Verlassen des Druckkopfes "fliegt" der Tintentropfen etwa einen Millimeter und produziert anschließend einen Punkt auf dem Papier. Dieser Prozess wiederholt sich, so HP, bis zu zehntausendmal pro Sekunde in jedem Tropfenformer. Aber nicht nur bei Tintenstrahldruckern gibt es neue Entwicklungen.

Die Einführung des neuen Blauen Engels RALUZ 171 sowie die Anforderungen des "Energy Stars" haben letztendlich dazu geführt, dass beispielsweise Kyocera den durchschnittlichen Stromverbrauch des aktuell eingeführten ECOSYS M2535dn im Vergleich zu seinem Vorgängermodell, gemessen am TEC-Wert, um 44 Prozent senken konnte.

Laserdrucker unter Verdacht

Immer wieder geistert die Meldung durch die Medien, dass Laserdrucker aufgrund ihrer Feinstaubemissionen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Im vergangenen Jahr hat beispielsweise das niedersächsische Justizministerium mehrere tausend Laserdrucker von Samsung vorzeitig außer Dienst gestellt, da eine Untersuchung an mehreren Geräten ergeben hat, dass die Emissionen von Ultrafeinstaub bei dem verwendeten Druckermodell besonders hoch seien. Seit 2014 gelten für den Erwerb des Umweltzeichens "Blauer Engel" strengere Richtwerte, und diese wären von dem Modell nicht mehr eingehalten worden.

Laser,Drucker

© Kyocera

Das fünfzeilige Display von Kyocera ist zwar lediglich monochrom, erfüllt jedoch alle wichtigen Funktionen

Doch, was ist dran an der zuweilen sehr emotional geführten Debatte über den Feinstaub? Jetzt, da ältere Diesel-Fahrzeuge aus den Innenstädten verbannt wurden und das Rauchen in faktisch allen öffentlichen und geschäftlichen Räumen verboten ist, muss da die nächste Staubquelle ausgemerzt werden?

Wer einmal einen Lasertoner getauscht hat oder sich in das Innenleben eines seit mehreren Jahren genutzten Laserdruckers vorgearbeitet hat, der weiß sehr wohl, dass ein Toner eine äußerst staubige Angelegenheit ist. Sofern der Drucker fehlerfrei arbeitet, bläst er diese Stäube jedoch nicht einfach in die Büroräume. Schon seit vielen Jahren gelten für den Erwerb des "Blauen Engel" niedrige Grenzwerte für Staubemissionen, worunter explizit auch Tonerstäube fallen.

Untersuchungen haben ergeben, dass insbesondere in der Anfangsphase eines Druckauftrags die Anzahl von Staubpartikeln sehr hoch ist. Doch sind diese Partikel viel kleiner als das Tonermaterial selbst. Diese ultrafeinen Partikel (UFP) mit nur wenigen Nanometer Größe sind so klein, dass sie sich entweder in den Atemwegen ablagern oder sogar über die Lunge resorbiert in die Blutgefäße gelangen können. Nanopartikel sind aufgrund ihrer geringen Größe sogar in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und könnten sich im Gehirn absetzen.

Kyocera untersucht seit 2004, so Heiko Schumann, Produktmanager bei Kyocera Document Solutions, das Thema Ultrafeinpartikel gemeinsam mit dem Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut. Bei den emittierten Ultrafeinpartikeln handelt es sich, so die Untersuchung, um unbedenkliche Partikel und nicht um ultrafeine Stäube oder andere Feststoffe aus dem Toner, sondern um flüchtige Kondensationsprodukte aus Wasser und Silikonöl. Die emittierte Partikelanzahl entsteht in einer Größenordnung wie sie bei Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Braten und Backen entstehen. Andere Testergebnisse, wie der Ames Test, Makrophagen Test, Tests nach den OECD EU 96/54/EC und 62/69/EEC hätten keinen Befund ergeben.

Gleich vier Testsieger

In unserem monatlich erscheinenden PC Magazin vergleichen wir in aller Regelmäßigkeit unterschiedliche Druckermodelle. Einen direkten Vergleich von Modellen verschiedener Hersteller ist üblicherweise nur bei vergleichbaren Ausstattungen und Preisgestaltungen

möglich. Die vier Modelle die wir hier tabellarisch, mit den wichtigsten Daten, kurz vorstellen möchten, sind innerhalb ihrer Vergleichsgruppe nach unserem Punktewertungssystem als Sieger hervorgegangen.

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© Hersteller

Der OKI MC 770 ist ein ausgewachsenes Multifunktionsgerät, was sich auch an der Dimensionierung des Displays zeigt.

Der Brother HL-S7000DN ist ein großer und leistungsfähiger s/w-Tintenstrahldrucker mit seitenbreitem Druckkopf für besonders große Druckvolumen. Der Druckkopf hat eine angegebene Lebenserwartung von 1.000.000, und eine Tintenpatrone, die optisch eher einem Toner gleicht, hat eine angegebene Seitenreichweite von zirka 30.000 Seiten. Vor dem Papierausgabefach findet sich eine durchsichtige Kunststofflasche, die einerseits das mit hoher Geschwindigkeit austretende Papier abbremst und gleichzeitig als Status-LED fungiert und bei Bedarf rot oder grün schimmert.

Bei Bedarf kann der Besitzer die Papierkapazität um bis zu drei Fächer erweitern, bei einem so hohen Druckvolumen sicherlich eine sinnvolle Anschaffung. Zwar bietet das imposante Gerät einen Duplexdruck und liefert eine Druckqualität, die mit Laserdruckern vergleichbar ist, doch für das Sortieren und Klammern ist er nicht ausgelegt.

Hewlett Packard bietet mit dem Officejet Pro X576dw ein Multifunktionsgerät aus Tintenbasis für den professionellen Arbeitsgruppeneinsatz. Der Papiereinschub und die Ausgabe haben die Produktdesigner anwenderfreundlich positioniert. Möchte der Benutzer indes den Einzelblatteinzug nutzen, so steigt der Platzbedarf des Geräts noch einmal deutlich an. Ansonsten handelt es sich bei dem Gerät um ein leises und leistungsfähiges Multifunktionsgerät mit äußerst gutem Druckbild. Die Scan-Auflösung ist mit 1200x1200 dpi vollkommen ausreichend.

Im Kopierer-Modus nutzt der X576dw jedoch nur bis zu 600 dpi, unabhängig davon, ob es sich um eine s/woder Farbkopie handelt. Beim FS-4300DN von Kyocera handelt es sich um einen reinen Monochrome-Laserdrucker mit einem äußerst geringen Seitenpreis und gleichzeitig hohem Arbeitstempo. Verschiedene Papierkassetten, Erweiterung per SSD für ein einfaches Dokumentenmanagement mit Datenverschlüsselung, Aufwärmzeit von zirka 25 Sekunden und ThinPrint-Unterstützung unterstreichen das Aufgabengebiet: Arbeitsgruppen im Büro.

OKI MC 160n: Neuer Farblaserdrucker für Heimbüros und Arbeitsgruppen

Der OKI MC770 mit einem Gewicht von rund 50 Kilogramm ist schon mehr ein Kopierer denn ein Drucker. Im Geräteinneren arbeitet ein 1,3 GHz Prozessor, dem 2 GByte RAM zur Seite stehen und eine 160 GByte Festplatte als Datenspeicher. Das System lässt sich umfassend mit einem Finisher zum Heften und Sortieren ausbauen, unterstützt Duplex-Scan und Kopie, verschlüsselt Druckaufträge auf der Festplatte und bietet eine Benutzerverwaltung. Über das 23 cm große und farbige Display mit Touch-Funktion fällt die Bedienung dieses Multifunktionsgeräts für mittelgroße Arbeitsgruppen zudem sehr leicht.

Fazit

Letztendlich ist es, nach wie vor, eine ganz individuelle Entscheidung, für welche Druckertechnik sich der Kunde entscheidet. Wer häufiger Farbfotos ausdrucken und einen geringen Anschaffungspreis haben möchte, für den ist der einfache Tintenstrahldrucker eine Option. Ist es erforderlich, dass ein Ausdruck das Prädikat "dokumentenecht" erhält und garantiert nicht durch Feuchtigkeitseinwirkungen verändert wird, so muss wahrscheinlich ein Laserdrucker her.

Soll das Papier unter keinen Umständen gewellt werden, damit es anschließend von Kuvertiermaschinen verarbeitet werden kann, so hat die Kaltdrucktechnik des Tintenstrahldruckers wieder die Nase vorn. Wer insgesamt wenig druckt, der profitiert vom Laser.

Download: Bürodrucker

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