Digitale Transformation

Sourcing-Strategien in der digitalen Welt

Digitale Transformation ist weit mehr als ein Schlagwort der Internetbranche. Tatsächlich verändern sich im digitalen Zeitalter viele Geschäftsprozesse und ganze Business-Modelle - oder sie werden komplett neu erfunden. Wer die Entwicklung verschläft, dürfte es bald schwer haben. Das gilt auch für die tradierten Sourcing-Strategien der Unternehmen.

Digitale Welt

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Digitale Welt

Die "digitale Transformation" ist überall. Zumindest fast überall in den Medien. Kündigt sich da ein neuer Hype an? Oder ist das doch nur ein weiteres Buzzword der Marketing-Strategen? So richtig "scharf" definiert ist der Begriff tatsächlich nicht - er steht vielmehr für alles, was sich derzeit in der IT verändert. Und das ist eine ganze Menge.

Social Media und mobile Systeme haben den privaten und den geschäftlichen Alltag zuletzt rasant umgekrempelt. Das Web hat darüber seinen Charakter verändert und ist zu einem integralen Bestandteil von allem und jedem geworden: Fernsehen, Auto fahren, einkaufen, essen, Sport treiben, verreisen, sich unterhalten - immer ist auch das Web, sind Apps und Communities beteiligt.

Die digitale Welt verlangt mehr

Unternehmen, die selbst auf digitalen Prozessen beruhen, geben hier die Schlagzahl vor. Sie sind mit ihren Geschäftsmodellen und ihren Communities zu weltumspannenden Konzernen geworden. Sie müssen sich nicht transformieren. Sie waren nie anders.

Diethelm Siebuhr

© Diethelm Siebuhr

Der Autor: Diethelm Siebuhr, Chief Executive Officer (CEO ) der Nexinto Holding

Die digitale Transformation ist eine Herausforderung für alle anderen. Für Unternehmen, die bisher vor allem herkömmliche Prozesse in ihrer IT abgebildet haben - Auftragsverwaltung, Finanzbuchhaltung, Lagerführung. Und die nun erkennen, dass die digitale Welt mehr verlangt, dass nicht nur Prozesse neu definiert werden, sondern auch ganze Geschäftsmodelle.

Die Online-Überweisung und der Webshop waren eben nur der Anfang. Das ist mittlerweile schon rund 15 Jahre her und beeindruckt niemanden mehr. Das Publikum ist längst weiter. Und es ist ein weiterer zentraler Aspekt der digitalen Transformation, dass die Nutzer, die Endkunden, die Verbraucher, Leser und Zuschauer dabei die Nase immer vorn haben.

Häufig verfügen sie privat über die modernere IT und die besseren digitalen Lösungen als die Unternehmen, für die sie arbeiten und die für sie arbeiten. Immer aber sind sie schneller bei den jeweils aktuellen Trends: Während Unternehmen noch über den Business-Nutzen von Facebook powerpointen, sind die Kunden schon zur nächsten Station unterwegs.

Im Sog der digitalen Transformation müssen die Unternehmen daher alles überdenken, gerade auch ihre IT-Systeme und damit auch ihre Sourcing-Strategien. Sie müssen sich und ihre Systeme stärker auf ihre Kunden ausrichten. Da dies die wenigsten aus eigener Kraft stemmen können - und bei denen, die es können, stellt sich die Frage, ob das auch effizient ist -, benötigen sie Partner, die in der Lage sind, dies proaktiv zu unterstützen.

Die Analysten von Gartner schätzen in diesem Zusammenhang, dass 70 Prozent der Unternehmen ihre Sourcing-Beziehungen ändern werden. Viele CIOs denken darüber nach, ob sie nicht ihre Provider gleich ganz wechseln müssen.

Prozesse statt Systeme

Bisher sind Sourcing-Strategien stark von der Technologie einerseits und von Kostenaspekten andererseits geprägt. Fragen nach der jeweils eingesetzten Technik, nach konkreter Hardware, sind im Rahmen der digitalen Transformation obsolet, weil Provider nicht mehr Systeme, sondern Prozesse zur Verfügung stellen. Wie der Provider seinen Service bereitstellt, muss er selbst wissen.

Wichtiger ist, dass der Provider die neuen Geschäftsprozesse und -modelle versteht und unterstützt, und zwar immer zeitnah. Die Trends der Communities muss er also schon kennen, bevor sie sein Auftraggeber ins Gespräch bringt. Nur so kann er tatsächlich zur Wertschöpfung seines Kunden beitragen. Damit ist auch klar, dass Sourcing in der digitalen Transformation nicht mehr allein unter Kostenaspekten betrachtet werden kann. Das heißt nicht, dass Kosten uninteressant geworden wären. Doch sind Gesichtspunkte wie Qualität oder Prozessunterstützung künftig viel stärker zu beachten.

Früher wurde dergleichen nur berücksichtigt, soweit es sich in Kostenmodellen beziffern ließ. So kam beispielsweise das Outsourcing in den Ruf einer undifferenzierten Kostenabbaumaßnahme. Groß war dann das Erstaunen, wenn sich die geplanten Einsparungen in der Realität gar nicht einstellten, weil etwa unzureichende Servicequalität oder mangelnde Skalierbarkeit teure Ausgleichsmaßnahmen notwendig machte.

Die digitale Transformation setzt hier einen umfassenderen, wertschöpfungsorientierten Ansatz voraus. Sourcing ist zu komplex, als dass man es auf eine einzige Rechengröße reduzieren könnte.

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