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Provider- und Domainwechsel: So vermeiden Sie Fallen

Den Webhosting-Provider zu wechseln, kann sich Gründen lohnen. Doch wie vermeidet man, dass dabei etwas auf der eigenen Domain und mehr schiefgeht?

Domain Registar Wechsel

© shutterstock / dotshock

Wenn die firmeneigene Webpräsenz reibungslos läuft und sowohl Service als auch Preis des Hosters keine Wünsche offenlassen, gibt es normalerweise auch keinen Grund, denselben zu wechseln. Leider ist das alles nicht immer der Fall, zudem kann es passieren, dass eine neue Funktion benötigt wird, die der aktuelle Anbieter nicht im Programm hat. Kleinere Firmen ohne eigene IT-Abteilung und Selbständige scheuen jedoch oft den Umzug zu einem anderen Provider. Geht etwas schief, ist womöglich der Internetauftritt über Stunden oder gar Tage nicht erreichbar und die E-Mail-Kommunikation kommt zum Erliegen. Was bei Privatleuten meist nicht weiter ins Gewicht fällt, kann hier bares Geld kosten. Vielfach wird auch noch befürchtet, dass .de-Domains bei versehentlicher Freigabe an einen sogenannten Domaingrabber fallen. Das geht allerdings nicht mehr so​ leicht, seit die zuständige Registrierungsstelle DENIC 2013 die Redemption Grace Period eingeführt hat, die es zuvor schon für zahlreiche andere Domainendungen gab. Damit werden gelöschte Domains erst nach 30 Tagen freigegeben und lassen sich innerhalb dieser Zeit ausschließlich im Auftrag des letzten Inhabers neu registrieren. Die verbleibenden möglichen Nebenwirkungen können mit etwas Sorgfalt und guter Vorbereitung vermieden werden.​

Kopieren der Webseiteninhalte in den neuen Webspace​

​Außer der Domain selbst wird bei deren Umzug nichts übertragen. Um einen unterbrechungsfreien Übergang zu gewährleisten, müssen deshalb bereits im Vorfeld die Inhalte der Webseite in den neuen Webspace kopiert werden. Dafür eignet sich ein FTP-Programm wie Filezilla​. In diesem werden die FTP-Zugänge beider Provider eingerichtet. Dann lassen sich die Daten beim alten Anbieter herauskopieren, womit gleichzeitig eine lokale Sicherung entsteht, und danach​ in den Webspace des künftigen Anbieters übertragen. Dort sollten sie im Hauptverzeichnis liegen, da neue Domains standardmäßig auf dieses verweisen. Sollen sie sich später in einem Unterordner befinden, kann das nach dem Domain-Umzug geändert werden. Für eine einfache HTML-Seite genügt dieser Vorgang bereits. Bei einem CMS wie Wordpress, einem Shopsystem oder dergleichen wird es allerdings aufwendiger, da hier Datenbankimporte und diverse Anpassungen erforderlich sind. Entsprechende Sachkenntnis ist dafür Voraussetzung.​

Einrichten der E-Mail-Postfächer und Übertragen der Inhalte

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Liegen die E-Mail-Postfächer auf dem Hosting- Account, müssen diese natürlich beim neuen Provider eingerichtet und die E-Mails dorthin übertragen werden. Es empfiehlt sich, dies schon vor dem Umzug durchzuführen. Hinterher sind die Daten je nach Provider möglicherweise nicht mehr oder nur noch begrenzte Zeit zugänglich. Bei manchen Anbietern besteht die Möglichkeit, Postfächer mithilfe von Alias-Adressen schon vor dem Domainumzug einzurichten. Oft ist dies allerdings erst nach dem Start oder gar dem Abschluss des Domain-Umzuges möglich. In dem Fall hilft der Umweg über eine beliebige neu eingerichtete Domain, die für den Postfachumzug verwendet und später einfach wieder gelöscht wird. Dann lassen sich vor dem Domain-Umzug überdies Weiterleitungen dorthin einrichten, um zu vermeiden, dass während des Wechsels noch beim alten Provider eintreffende E-Mails verloren gehen.​ Für die Übertragung der Postfachinhalte genügt es im Grunde, in einem E-Mail-Client das neue Konto parallel zum alten anzulegen und für den Posteingang das IMAP-Protokoll zu wählen. Dieses lässt auch den​ Upload von Nachrichten zu. Die Mails werden dann einfach per Drag-and-Drop mit gedrückter Strg-Taste vom einen in das andere Postfach kopiert.

​Für größere Datenmengen eignet sich diese Methode nicht, da neben den oft geringen Upload-Geschwindigkeiten auch die Gefahr von Datenverlusten und -dubletten steigt. Einfacher, sicherer und schneller geht die Übertragung direkt zwischen den E-Mail-Servern. Manche Provider bieten dafür einen E-Mail-Wechselservice. Andernfalls helfen Dienstleister, von denen die meisten jedoch in den USA sitzen, wie etwa MoveMyMail​ und MigrationWiz​. Wer seine Daten lieber einer deutschen Firma anvertraut, kann den Karlsruher Anbieter Audriga​ wählen, der ein EMail- Konto mit einer Größe von bis zu 25 GB für 11,90 Euro umzieht.​

Umziehen der Domain mit dem AuthInfo-Verfahren​

​Für den Domain-Umzug wird ein sogenannter AuthInfo-Code benötigt. Dabei​ handelt es sich um einen alphanumerischen Code, der im Vorfeld beim aktuellen Provider angefordert werden muss und von diesem an die hinterlegte E-Mail-Adresse gesendet wird. Bei vielen Anbietern lässt er sich direkt im Admin-Bereich beantragen, zuweilen ist auch ein Formular per Fax oder Brief zu senden. Bei der Registrierung der eigenen Domain beim neuen Provider weist man sich mit dem AuthInfo-Code als deren​ Inhaber aus und kann daraufhin den Umzug starten. Der Übergang dauert in der Regel nur wenige Minuten und erfolgt unterbrechungsfrei. Allerdings können innerhalb der sogenannten Propagationsphase noch einzelne Anfragen beim bisherigen Provider ausgeführt werden. Bei .de-Domains zieht sich diese normalerweise nicht länger als 24 Stunden hin, bei internationalen Domains drei bis fünf Tage.​

Falls der alte Anbieter die Änderung der DNS-Einträge unterstützt und der neue die Einrichtung externer Domains, können fortgeschrittene Nutzer schon im Vorfeld den A-Record oder die Nameserver-Einträge ändern und damit die Propagationsphase vorwegnehmen. Dadurch wird ausgeschlossen, dass letzte Anfragen ins Leere laufen, weil der bisherige Provider seine Dienste vor dem vollständigen Abschluss des Umzugs einstellt. Bei der Einrichtung ist allerdings Sorgfalt geboten, da Fehler schlimmstenfalls zu Ausfällen führen.​

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