Enterprise Resource Planning

Praxiserfahrung mit Automatisierungstechnik

Der Messgerätespezialist Endress+Hauser optimiert die Stammdaten seines SAP-Systems mithilfe eines intelligenten Modellierungsverfahrens. In der Folge werden technische Produktinformationen transparenter, Prozesse beschleunigt und die Produktivität der Mitarbeiter wächst.

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© Endress+Hauser

Sensoren und Messgeräte sind aus der industriellen Produktion nicht mehr wegzudenken. Sie  erfassen Füllstände, Durchflussmengen, Drücke oder Temperaturen und leiten die Informationen an  Steuerungsanlagen weiter. In diesem Kernbereich der Verfahrenstechnik ist Endress+Hauser seit fast 60 Jahren tätig. Die Unternehmensgruppe mit ihrer Holding im schweizerischen Reinach liefert  Messgeräte, Automatisierungslösungen und Dienstleistungen in alle Welt.

Verbesserter Kundenservice

Um Kunden in so unterschiedlichen Branchen - Chemie, Lebensmittel, Energieversorgung oder Schiffbau - schnell und flexibel beliefern zu können, kommt es auf Genauigkeit und Transparenz bei der Kommunikation von Stammdaten an. Da sind Materialstammdaten ein besonders  unternehmenswichtiger Rohstoff. Die Daten haben das breite Produktsortiment und dessen  vielfältige Verwendungsmöglichkeiten zu repräsentieren.

Deshalb wollte Endress+Hauser die bestehenden Produktdaten für seine Messgeräte um zusätzliche Informationen über deren technische Eigenschaften erweitern. Das Ziel bestand darin,  Kundenanfragen zu spezifischen Produkteigenschaften mit weniger Aufwand und in bester Qualität kurzfristig zu beantworten.

Die Aufgabe übernahm Endress+Hauser InfoServe. Der IT-Dienstleister der Unternehmensgruppe wählte IBSolution aus, um das passende Konzept zu entwickeln. Für die Auftragsvergabe an das Heilbronner Beratungshaus sprach die Erfahrung aus fast 20 Projekten zum SAP-gestützten Stammdatenmanagement.

IBSolution ist einer von sechs Special-Expertise-Partnern von SAP mit besonderem Know-how für SAP NetWeaver Master Data Management (MDM). Auch die MDM-Schulungen bei SAP in Walldorf werden von Referenten des Beratungshauses durchgeführt.

Stammdaten einfach erweitern

Bereits nach 20 Beratungstagen lag das Lösungsmodell nicht nur in der Theorie vor, sondern funktionierte auch in der Praxis. Loren Heilig, Geschäftsführer von IBSolution, betont: "Wir halten unsere Auftraggeber nicht mit langwierigen Erhebungen auf. Stattdessen sind wir in der Lage, in kürzester Zeit einen Prototypen zu bauen."

So erhielt Endress+Hauser eine Machbarkeitsstudie (Proof of Concept), die detailliert den Projektaufwand beschreibt, wie sich das Stammdatenmanagement des Unternehmens nachhaltig erweitern lässt. Zugleich konnte der Beratungspartner eine funktionsfähige Pilotanwendung präsentieren, die beispielhaft Produktdaten aus dem realen Betrieb verarbeitet. Die Demonstrationsanwendung erlaubt den Auftraggebern, das Lösungsmodell selbst auszuprobieren. "Wir lassen den Kunden sozusagen selbst an das Lenkrad, um eine Probefahrt zu machen", so Heilig.

In dem Proof of Concept kommen die Stärken des SAP-Stammdatenmanagements voll zum Tragen. Das gewählte Modellierungsverfahren erlaubt es, Produktstammdaten möglichst einfach anzureichern und die Ergänzungen auch weiterhin zu pflegen. Dazu gestalteten die Berater mit dem Data Manager von SAP NetWeaver MDM eine Pflegeoberfläche. Die Lösung überzeugte Endress+Hauser. Sie wird - mit Unterstützung von IBSolution - verfeinert und in einzelnen Vertriebsgesellschaften eingeführt.

Konsolidierte Produktdaten

Danach verfügt das Unternehmen über eine zentrale MDM-Anwendung, mit der weltweit einheitlich die Erweiterungen der Produktdaten gepflegt werden. Bisher wurden die von Kunden gewünschten technischen Produktdaten von Vertriebsmitarbeitern manuell aus technischen Dokumentationen ermittelt und jeweils kundenindividuell aufbereitet.

Das nun gefundene Verfahren bietet der gesamten Endress+Hauser-Gruppe klare Vorteile. Es macht die technischen Produktinformationen transparenter und beschleunigt den Prozess, passgenaue kunden- und anwendungsspezifische Produkte zusammenzustellen.

Ein kleines zentrales Team verantwortet die Pflegearbeiten und die Freigabe. Allen Mitarbeitern stehen die gleichen verlässlichen Produktinformationen zur Verfügung. Das stärkt insbesondere die Produktivität neuer Mitarbeiter oder neu hinzukommender Vertriebsgesellschaften.

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