Crashkurs zur Webanalyse

Analysesoftware Piwik

Mithilfe der Webanalysesoftware und des Open-Source-Tools Piwik gelingt eine ressourcen- und zeitsparende Optimierung Ihrer Internetseite.

Analyse und Statistiken

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Analyse und Statistiken

In folgendem Artikel erhalten Sie einen Crashkurs zur Webanalyse und Optimierung Ihrer Internetseite mithilfe der freien Software Piwik.

Es wird immer Kunden geben, die den Erfolg einer Seite anhand der Besucherzahlen messen und sich damit zufriedengeben, wenn diese den Erwartungen entsprechen oder gar höher ausfallen. Dabei sollte es sich allmählich herumgesprochen haben, dass 100 Visits aus der richtigen Zielgruppe in der Regel mehr Umsatz bringen als Zehntausende, die zwar zur Seite gefunden haben, dann aber übergangslos wieder verschwunden sind. Fest steht: Nur wer mit einem Webanalyse-Tool arbeitet, sich die Zahlen und Metriken anschaut und analysiert, kann das Potenzial einer Internetseite komplett ausschöpfen und gezielt daran arbeiten, Umsatzziele zu erreichen. Umso besser, wenn Ihnen ein professionelles Open-Source-Tool wie Piwik dafür zur Verfügung steht.

Das Tool bietet über 500 Funktionen, Einblick in die Besucherzahlen und das Verhalten der Besucher, Auswertung von Marketingkampagnen und vieles mehr, sodass sich Strategie und Usability Ihrer Webseite mit den Ergebnissen strategisch analysieren lassen. Piwik wurde bisher über 1.500.000 mal heruntergeladen (Stand: November 2013).

Gute Gründe für Piwik

Piwik spart Geld: Mit der Open-Source-Webanalyse sehen Sie ohne Umwege, welche Ihrer Werbemaßnahmen erfolgreich sind oder, noch konkreter, zum tatsächlichen Erfolg beitragen - und welche nicht. Textanzeigen wie Google Adwords, Landingpages, Werbekampagnen und andere Aktivitäten können Sie mit Piwik sauber nachhalten, analysieren und optimieren. Sie geben nur noch dort Geld für Werbung aus, wo es sich lohnt, und verzichten auf Werbemaßnahmen, die keinen Umsatz generieren.

Piwik spart noch mehr Geld: Vom Screendesign über das Konzept bis hin zur Programmierung und Pflege verursacht ein Internetauftritt Kosten, die sich am Ende rechnen müssen.

Mit Piwik prüfen Sie, ob sich die Besucher auf Ihrer Webpräsenz wunschgemäß verhalten, was für Ihre Kunden gut funktioniert und wie Sie das Angebot gezielt auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe ausrichten können. Statt diffusem Bauchgefühl oder dem eigenen Geschmack setzen Sie mit Piwik auf konkrete Messungen und vergeuden keine Ressourcen für Experimente, die am Ende nichts bringen.

Piwik spart Zeit: Mithilfe der Auswertungen verfolgen Sie sehr schnell und zum Teil sogar live, ob Anpassungen an der Seite und Werbekampagnen Ihre geschäftlichen Ziele tatsächlich unterstützen. Ob Sie Neukunden generieren oder die Umsätze erhöhen wollen, besser online wahrgenommen werden möchten oder eine Marke aufbauen, Piwik verhilft zeitsparend durch Analysen und Reportings jederzeit zum Überblick über Erfolg und Misserfolg der bisher durchgeführten Maßnahmen und auch bei der Identifikation von Optimierungspotenzialen.

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Open-Source-Webanalyse mit Piwik seit 2007, verfügbar inzwischen in 48 Sprachen

Piwik spart noch mehr Zeit: Das Internet ist in Bewegung, mobile Endgeräte in unzähligen Varianten auf dem Vormarsch und damit auch eine durchlaufende Änderung der Nutzungsgewohnheiten. Mit dem Tablet auf dem Sofa, per iPhone in der Bahn oder unterwegs mit dem Ultrabook - wie kommt Ihre Zielgruppe bei Ihnen vorbei, passt die Präsentation auf der Webseite überhaupt (noch) zu den Gewohnheiten und Vorlieben der Surfer? Mit Piwik identifizieren Sie Risiken und Potenziale ohne zusätzlichen Aufwand und können zeitnah auf Trends reagieren, um dann erfolgsorientiert zu optimieren oder nachzurüsten, wo immer es sich als nötig erweist.

Open Source, flexibel und unabhängig: Als freie Software bringt Piwik den Vorteil mit sich, dass unzählige Entwickler an neuen Features programmieren, den Leistungsumfang ständig erweitern und das Paket inzwischen in 48 verschiedenen Sprachen bereitstellen. Eine Vielzahl von Modulen und Plug-ins aus der Entwickler-Community ergänzt die Basisversion. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie Google Analytics installieren Sie Piwik auf dem eigenen Webserver und nehmen somit das Thema Webstatistik ganz in die eigene Hand.

Dank der fortgeschrittenen Benutzerverwaltung können Sie Kunden Zugang zur eigenen Statistik gewähren, ohne dass diese alle Daten einsehen dürfen - und können hier auch Ihr eigenes Logo verwenden, um die Anmeldemaske, die Benutzeroberfläche und die Berichte per E-Mail mit einer eigenen Marke zu versehen und Piwik Ihren Kunden oder einer Community als White-Label-Webanalyse-Lösung anzubieten.

Webanalyse mit Piwik

Piwik ist eine in MySQL/PHP geschriebene Analyse-Software, die das Nutzerverhalten auf einer oder mehreren Webseiten aufzeichnet und die Ergebnisse mithilfe von Tabellen und Diagrammen übersichtlich in der grafischen Benutzeroberfläche des Piwik-Dashboards darstellt. Die Besucherzählung erfolgt über einen Javascript-Tracking-Code, über die Piwik-Api oder eine Analyse der Logdateien. Die Piwik-Software wird von Ihnen auf Ihrem eigenen Webspace installiert, Sie behalten daher immer die vollständige Kontrolle über Ihre Daten und können mit Piwik eine unbegrenzte Zahl an Benutzern und auch an Webseiten analysieren - so viele, wie Ihr Server verkraften kann. Wenn Sie regelmäßige Auswertungen benötigen, haben Sie bei Piwik die Möglichkeit, diese als PDF- und HTML-Reports einzurichten und sich automatisch per E-Mail zusenden zu lassen.

Falls Sie ein Content-Management-System einsetzen, sollten Sie sich frühzeitig in der Piwik-Dokumentation nach Plug-ins oder Modulen für Ihr CMS umschauen. Die Chancen stehen gut, dass eines verfügbar ist. Einige dieser Erweiterungen setzen den Analytics-Code automatisch in den Footer-Bereich Ihrer Seite.

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Eine Vielzahl von weiterführenden Optionen steht innerhalb der Piwik- Auswertungen für Datendarstellung und -ausgabe zur Verfügung

Andere wie das Wordpress-Plug-in "WP-Piwik" ergänzen das CMS sogar um ein vollwertiges Statistik-Dashboard oder können wie die Drupal-Integration das Verhalten bestimmter Rollen tracken (oder z. B. Admins vom Tracking ausschließen) und eine detaillierte Download-Statistik direkt in der verwendeten Redaktionssoftware liefern.

Für die Online-Shop-Anwendungen Magento, PrestaShop, zencart, VirtueMart, Oxid, osCommerce, xt:Commerce sowie für diverse Fotogalerien, Foren und Webmail-Anwendungen stehen ebenfalls Piwik-Module zur Verfügung. Auch ohne direktes Modul ist es ein Leichtes, den benötigten Piwik-Code in Ihr System einzubauen.

Piwik installieren

Damit Sie Piwik installieren können, muss Ihr Webspace folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • PHP Version 5.1.3 oder höher, vorzugsweise PHP 5.3 oder neuer
  • MySQL Version 4.1 oder höher
  • Standardmäßig aktivierte PHP-Extensions pdo und pdo_mysql oder die mysqli-Extension

Die Piwik-Community empfiehlt dringend, mindestens PHP 5.3 zu verwenden, da es viel effizienter speichert als frühere PHP-Versionen. Die beste Leistung erzielen Sie mit der PHP-GD-Extension, die für die Erzeugung der Sparklines - der kleinen Diagramme - in Statistiken, E-Mail-Berichten sowie auch für die Diagramme in der Piwik-Mobile-App eingesetzt wird. Bei der Piwik-Installation müssen Sie einen Benutzer und ein Passwort für MySQL angeben. Verwenden Sie aus Sicherheitsgründen am besten eine eigene Datenbank nur für Piwik. Piwik ist ansonsten kompatibel zu allen Arten von Servern, einschließlich Windows, MacOS, Linux, Solaris, IIS, Apache und Nginx.

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Monatsbericht mit Piwik, Entwicklung der Besucherzahlen und Aufschlüsselung nach Wochentagen

Datenschutz: anonymisieren mit Piwik

Werkzeuge zur Nutzungsanalyse werden eingesetzt, um mit den erworbenen Daten eine Webseite kundenfreundlicher zu gestalten und auf diesem Wege auch die Konversionsrate zu steigern. Dazu ist es natürlich erforderlich, genauestens nachzuvollziehen, was die Kunden auf der Internetseite überhaupt machen. Personenbezogene Nutzungsdaten können allerdings auch dazu genutzt werden, Interessensprofile, Aufzeichnungen des Kommunikationsverhaltens und der Bewegungen eines Users online anzufertigen und diese Daten dann auch noch natürlichen Personen zuzuordnen. Daher wurden im Telemediengesetz Datenschutzregelungen festgelegt, wie personenbezogene Nutzungsdaten überhaupt verarbeitet werden dürfen - Auflagen, die mit vielen Analysewerkzeugen nicht einzuhalten sind. Piwik allerdings'bietet Ihnen die Möglichkeit, Webanalysen datenschutzkonform'einzusetzen und die IP-Adressen Ihrer Besucher zu anonymisieren. Das hierzu notwendige Plug-in "Anonymize IP" wird bei der Installation automatisch integriert, Sie müssen es aber noch separat aktivieren.

Um das beliebteste Analyse-Tool Google Analytics rechtssicher in Bezug auf Datenschutz zu nutzen, muss u. a. ein Vertrag über Auftragsdatenverarbeitung mit Google abgeschlossen werden. Kein Wunder also, dass Piwik häufig als Alternative genannt wird. Bei Piwik genügt es nämlich, das Plug-in AnonymizeIP in den Einstellungen unter Plug-ins zu aktivieren, eine Datenschutzerklärung ins Impressum zu setzen und das Opt-out-Verfahren anzubieten.

Piwik vs. Google Analytics

Der größte Unterschied zwischen Google Analytics und der Piwik-Lösung liegt darin, dass Piwik auf Ihrem eigenen Server liegt und Sie daher stets die volle Kontrolle über Ihre Daten haben. Beide Statistik-Tools nutzen Tracking-Codes, bieten den Anwendern ein übersichtliches Dashboard für die Daten und sind mit wenig Aufwand in Blogs und Redaktionssystem zu integrieren. Beide erlauben auch die Anonymisierung von IPs und müssen aufgrund der systematischen Erfassung von Nutzerinformationen um einen Datenschutzhinweis ergänz werden.

Google Analytics allerdings verfügt über fortgeschrittene Auswertungsmöglichkeiten mit frei definierbaren Filtern und Anzeigeoptionen. Einige große SEO-Werkzeuge wie XOVI und die Sistrix-Next-Toolbox lassen sich mit GA für umfassendere Auswertungen verknüpfen. Das Google-Analytics-Tool erfordert auch keine Wartung oder weitere Anpassungen, wenn Seiten hohen Traffic haben. Und Sie können sowohl die eigenen Konten für Google Adsense und Adwords integrieren als auch die Google-Webmastertools nutzen, um alle Daten für umfassende Auswertungen zusammenfließen zu lassen.

Shopsystem,Piwik,Webanalyse

© Screenshot/Hersteller

Umfassende Auswertungen für Besucher, Aktionen, Verweise und Ziele finden Sie schon auf der Startseite des Piwik-Dashboards

Genau diese perfekte Integration in den Google-Datenkosmos dürfte aber einer der wichtigsten Gründe sein, warum sich über 1.500.000 Anwender bereits für Piwik entschieden haben: Sie möchten weder dem Datensammler Google solche Einsichten gewähren noch diesem die Möglichkeit bieten, ein umfassendes Profil sämtlicher Webaktivitäten für alle Projekte anzulegen.

Piwik installiert. Und jetzt?

Mit der erfolgreichen Installation und dem Einrichten von Reportings, die automatisch in Ihrem Posteingang eintrudeln, ist es noch nicht getan. Erst die Auswertung der gemessenen Daten macht aus einem Statistiktool ein wertvolles Werkzeug im Arbeitsalltag eines Webseiteninhabers. Prüfen Sie daher regelmäßig und strategisch: Wie unterschiedlich wirken verschieden ausgerichtete Kampagnen, wo verlassen Besucher

Ihre Webseite, obwohl sie es nicht sollen? Eine systematische Auswertung der Berichte gehört einfach grundsätzlich dazu. Denn bekanntlich existiert keine professionelle Webseite nur so vor sich hin, grundsätzlich gibt es konkrete Ziele, an denen gearbeitet werden sollte. Auch dann, wenn die Seite bereits erfolgreich ist. Erstens lässt sich fast jeder Erfolg noch steigern, und zweitens kann es bei der rasanten Weiterentwicklung des Internets insbesondere im Mobilbereich jederzeit zu einem veränderten Nutzerverhalten kommen, das dann eine Anpassung der eigenen Strategien erfordert.

Um diesen Moment nicht zu verpassen, sollten Sie sich also regelmäßig mit den Daten beschäftigen, die Piwik Ihnen liefert. Mobile Apps und automatisiertes Zusenden von Berichten machen es Ihnen einfach, Ihre Ziele nie aus den Augen zu verlieren. Denn so gut Piwik als ein unterstützendes professionelles Werkzeug auch funktioniert, der wichtigste Faktor für den Erfolg Ihrer Webseite sitzt immer noch vor Ihrem PC.

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