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Mobile Business Intelligence - Datenanalyse für unterwegs

Vom Managerspielzeug zum hochwertigen Business-Tool: Dank Mobile Business Intelligence können Führungskräfte auf dem Tablet-PC selbstständig, ortsunabhängig und praktisch in Echtzeit auf entscheidungsrelevante Daten zugreifen.

Mobile Business Intelligence - Datenanalyse für unterwegs

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Mobile Business Intelligence - Datenanalyse für unterwegs

Rund die Hälfte aller CEOs nutzt heute ein iPad, Tendenz steigend. Das ergab eine Umfrage von Gartner. Die Analysten haben aber auch nach den Wünschen der Vorstände gefragt und ermittelt, auf welche Informationen sie über ihr Tablet zugreifen möchten: Mehr als 60 Prozent der Befragten nannten hier Kundendaten. Denn diese lassen Rückschlüsse auf Erfolg und Optimierungsmöglichkeiten der Unternehmensstrategie zu.

Bewusstseinswandel in den Unternehmen

Business Intelligence (BI), die "intelligente" Datenanalyse, war bislang jedoch nur stationär über das Dashboard und mit Unterstützung der IT-Abteilung nutzbar. Mobile Business Intelligence eröffnet den Firmenlenkern nun erstmals die Möglichkeit, flexibel, mobil und (fast) in Echtzeit auf entscheidungsrelevante Daten zuzugreifen.

Mobile Business Intelligence - eine funktionelle Erweiterung klassischer BI-Anwendungen - hat ein enormes Potenzial. Anders als bei der stationären Variante können Anwender damit Analysen nahezu an jedem Ort auch über mobile Endgeräte durchführen. Damit wird ein Bewusstseinswandel in den Unternehmen vorangetrieben: Daten werden verstärkt als strategische Ressource verstanden. Dies geschieht, sobald Mobile BI direkt beim Anwender, beim Konsumenten der Analyse, stattfindet.

Der Umweg, über die IT-Abteilung relevante Informationen zu erhalten, entfällt. Konkret bedeutet das: Business- Anwender ohne statistisches Know-how werden in die Lage versetzt, die Daten selbstständig zu durchsuchen, zu filtern und am Ende zu visualisieren.

Hochleistungsfähiges Back End

Damit steht Business Intelligence der Weg in die Fachabteilungen und zu den CEOs offen. Voraussetzung dafür ist jedoch die intuitive Bedienbarkeit. Diese wird über eine hochwertige Datenvisualisierung erzielt.

Autor - Dr. Thomas Keil -  SAS Deutschland

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Der Autor - Dr. Thomas Keil - Program Marketing Manager Business Analytics bei SAS Deutschland

Doch über eine Lösung zu sprechen ist leichter, als sie umzusetzen. Zumal die Grundlage möglicher Erkenntnisse eine große, stetig wachsende Menge an strukturierten und unstrukturierten Daten (Big Data) ist. Um daraus einen echten Mehrwert zu generieren, ist ein hochleistungsfähiges Back End nötig.

Big Data kann und muss die Möglichkeiten der Infrastruktur nutzen, die in Unternehmen heute bereits zum großen Teil vorhanden sind. Grundlagen für die Auswertung von Massendaten sind da- bei die massive Parallelisierung und die In-Memory-Verarbeitung der Daten - und damit die Nutzung der enormen verfügbaren Hauptspeicher- und CPU-Ressourcen in heutigen Server- und Blade-Systemen.

Eine Möglichkeit, Business-Analytics-Werkzeuge einzusetzen, besteht darin, die Anwendung über zahlreiche, parallel geschaltete Rechner in einem GRID-Verbund zu skalieren. Eine andere ist die Nutzung von vorhandenen großen parallelen Datenbanksystemen, die aber nicht über einen analytischen Kern verfügen. Mit In-Database-Analytics lassen sich die analytischen Verfahren direkt am Ort der Datenspeicherung in der Datenbank selbst ausführen.

Viele Faktoren müssen beachtet werden

Damit Business Intelligence mobil wird und Statistik-Laien den Zugang zu Big Data eröffnet, ist die Kombination von Data Mining und Visualisierung unerlässlich. Die visuellen Analysetechniken erleichtern es dem Nutzer, Unerwartetes zu entdecken und damit neue Erkenntnisse zu gewinnen. Bislang waren Korrelationen nur Punktwerte in Tabellen und deshalb ohne statistische Kenntnisse nur schwer oder überhaupt nicht lesbar, geschweige denn interpretierbar. Werden die Korrelationen aber visualisiert, können auch die Verantwortlichen in den Fachabteilungen die Einflussfaktoren und Zusammenhänge auf einen Blick erkennen.

Hierzu das folgende Beispiel: Für einen Vertriebsmitarbeiter steht ein Kundentermin an. Bislang waren eine intensive Vorarbeit und die Unterstützung der IT-Abteilung nötig. Denn der Vertriebler musste sich im Vorfeld genau überlegen, welche Daten und damit Informationen er für das Gespräch und als Verhandlungsgrundlage braucht. Dieser Status quo wurde -vielleicht sogar mit Unterstützung der IT-Abteilung - lesbar aufbereitet. Die Basis für das Kundengespräch bildeten im Ergebnis Informationen, die mindestens ein paar Tage alt waren.

Außerdem war es vor Ort ausgeschlossen, den tatsächlichen Einfluss von Faktoren zu überprüfen, die der Vertriebsmitarbeiter vielleicht bei seinen Vorüberlegungen außer Acht gelassen hatte. Mobile Business Intelligence hingegen eröffnet in puncto Flexibilität und Aktualität neue Welten.

Natürlich bedarf der Kundentermin auch mit dieser mobilen Unterstützung einer intensiven Vorbereitung, aber der Vertriebsmitarbeiter kann die relevanten Daten in Echtzeit abrufen. Außerdem kann er auf Basis unterschiedlichster Variablen Szenarien und mögliche Entwicklungen darstellen - eine einfache und flexible Möglichkeit, den Vertrieb zu optimieren.

Mobile BI ist damit nicht nur ein Blick in den Rückspiegel, also die Visualisierung eines statischen BI-Berichts. Mobile BI ist zugleich ein Radar mit Frühwarnsystem, da neue Zusammenhänge entdeckt und Prognosen erstellt werden können.

Mobile BI als allround Lösung?

Mobile BI scheint die Lösung zu sein, auf die Unternehmen lange gewartet haben. Die wichtigste technische Voraussetzung für die mobile Datenanalyse ist heute gegeben: eine ausreichende Internet-Bandbreite, um mobil vom Unternehmensserver die Analyse riesiger Datenmengen vorzunehmen.

Problematischer hingegen ist das Thema Sicherheit. Denn viele Unternehmen schützen den mobilen Zugriff der Mitarbeiter auf das Firmennetzwerk nicht ausreichend.

Sofern die Sicherheit aber gewährleistet ist, sorgt Mobile BI für eine nahtlose Kommunikation, ob via Web oder iPad. Das eröffnet den Fachabteilungen und dem Management enorme Optimierungspotenziale. Denn die Möglichkeiten gehen weit über Abfragen und Reporting hinaus.

Ein denkbares Beispiel aus dem Marketing: Ein Marketing-Manager eines Einzelhandelsunternehmens mit zahlreichen Filialen und Online-Shops braucht in kurzer Zeit differenzierte Next-Best-Offer-Empfehlungen für seine Kunden. Mit einer modernen BI-Lösung wie Visual Analytics von SAS hat er die Möglichkeit, alle relevanten Daten insgesamt zu betrachten.

Er kann sich die Ergebnisse geocodiert oder nach Altersstruktur darstellen lassen oder nach sonstigen, für ihn wichtigen Merkmalen. Ebenso kann er jedoch eine mögliche Korrelation zwischen Alter und Wohnsitz untersuchen. Ob diese am Ende den Anstoß zu einer gezielten, regional ausgerichteten Kampagne gibt, entscheidet der Experte.

Ausblick

Für Business Intelligence und damit auch für Mobile Business Intelligence gilt: Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Technologie entscheidet letztlich darüber, ob ein signifikanter Mehrwert entsteht oder nicht. Aber eines ist sicher: Es steht ein Paradigmenwechsel bevor. Heute ist es ein absolutes Muss für die Mitarbeiter in den Fachabteilungen, die Office-Programme zu beherrschen.

Morgen wird auch Analytics dazugehören. Denn mit Mobile BI ist die Datenanalyse nicht mehr nur eine Option in den Vorstandsetagen und Fachabteilungen, sondern die neue Realität der Datenvisualisierung.

In vielen Unternehmen werden mobile BI-Lösungen zur Pflicht. Sie müssen alle Anforderungen an eine geschäftskritische Anwendung, wie Performance, Sicherheit und Verfügbarkeit, und gleichzeitig die Ansprüche an eine einfache Bedienung erfüllen."

Checkliste: Anforderungen an mobile BI-Lösungen

Klaus Hofmann zur Linden - Information Builders

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Klaus Hofmann zur Linden - Technical Manager Germany bei Information Builders

Im Zuge der steigenden Mobilität nutzen immer mehr Mitarbeiter unterwegs ein Smartphone oder ein Tablet anstatt eines Notebooks. Damit die Beschäftigten möglichst produktiv arbeiten können, müssen Unternehmen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter immer und überall vollständige und aktuelle Informationen nutzen können. Eingebettet in eine unternehmensweite Strategie für das Informationsmanagement, treffen mobile Business-Intelligence-Lösungen so die Bedürfnisse vieler Anwender in den Unternehmen.

Der BI-Spezialist Information Builders hat die wichtigsten Anforderungen an eine mobile BI-Lösung in fünf Punkten zusammengefasst:

  1. Eine mobile BI-Lösung muss sich reibungslos in die vorhandenen Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur integrieren lassen. Sehr günstig ist es, wenn damit neue Geschäftsprozesse unterstützt werden, die vorher nicht möglich waren.
  2. Nach dem Motto "einmal entwickelt, überall einsetzbar" muss die mobile BI-Lösung geräteunabhängig sein. Damit kann sie ohne weitere Anpassungen auf allen gängigen Smartphones und Tablets eingesetzt werden.
  3. Die mobile BI-Lösung muss sich problemlos in die vorhandenen IT-Standards und Sicherheitsvorschriften eingliedern lassen. Im Idealfall können Unternehmen auf das vorhandene Know-how ihrer Entwickler aufbauen und damit ihre IT-Ressourcen effizienter nutzen.
  4. Mit einer mobilen BI-Lösung muss es möglich sein, auf alle geschäftskritischen und andere wichtige Datenquellen in einem Unternehmen zuzugreifen - von SAP-ERP-Systemen und Oracle-Daten bis zu Excel-Tabellen. Aber auch alle relevanten Ausgabeformate wie Excel und PDF sollten unterstützt werden.
  5. Vielen mobilen Benutzern genügt es nicht, lediglich auf Informationen zugreifen und sie analysieren zu können. Immer häufiger müssen Daten geändert und neue Daten erfasst werden. Solche Aktualisierungsfunktionen sind entscheidend für den Erfolg mobiler BI-Lösungen.

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