Interview

"2011 stieg die Anzahl entdeckter Android-Schwachstellen um 93 Prozent."

Die Gefahren für Android-Geräte nehmen zu, berichtet Lars Kroll, Security-Team-Manager Central Europe bei Symantec, im Interview.

Lars Kroll, Security-Team-Manager Central Europe von Symantec

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Lars Kroll, Security-Team-Manager Central Europe von Symantec

Business&IT: Wie groß ist die Bedrohung durch Schad-Software auf Smartphones wirklich?

Lars Kroll: Der ju?ngste Internet Security Threat Report von Symantec fand heraus, dass 2011 mobile Geräte zum ersten Mal ernsthaft ins Visier von Cyberkriminellen geraten sind. In erster Linie zielten die Angreifer dabei auf das Sammeln von Daten, das Übermitteln von Inhalten und das Anwender-Tracking. Zwar ist die Lage noch nicht vergleichbar mit der im PC-Bereich, aber der Trend hin zu mehr Malware fu?r Tablets, Smartphones und Co. ist klar erkennbar: So sieht Symantec bis dato schon rund 3600 Schadcode-Familien fu?r mobile Endgeräte.

Wo liegen nach Ihrer Einschätzung die größten Risiken?

Lars Kroll: Eine der größten Gefahren ist ganz klar die rasant wachsende Anzahl an Malware. Die Angreifer können mithilfe von Toolkits bestehende Sicherheitslu?cken in mobilen Geräten schnell und einfach ausnutzen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Malware u?ber ein infiziertes mobiles Gerät auch rasch ins Firmennetzwerk gerät. Das kann teuer werden: Im Durchschnitt liegen die Kosten fu?r deutsche Unternehmen nach Sicherheitsvorfällen bei jährlich fast 80 000 Euro. Sie lassen sich auf den Verlust von Daten, Imageschäden, Produktivitätseinbußen oder sinkendes Kundenvertrauen zuru?ckfu?hren.

Viele Anwender meinen dennoch, dass die Gefahren u?bertrieben dargestellt wu?rden.

Lars Kroll: Es geht uns bei Symantec keineswegs darum, Ängste zu schu?ren, sondern darum, aufzuklären. Fakt ist: Die Masse und Verbreitung mobiler Geräte hat eine große Anziehungskraft auf Cyberkriminelle. Die Menge an Schadcode allein fu?r Android- Smartphones und die gestiegene Zahl der Sicherheitslu?cken auf mobilen Plattformen sprechen fu?r sich.

Bereits die Mobilfunkbetreiber könnten hier einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie dem privaten und geschäftlichen Nutzer nicht nur Bandbreite und Geräte, sondern zusätzlich auch Sicherheitsdienste anbieten. So könnten sie feindliche Inhalte bereits in ihrer Infrastruktur herausfiltern, bevor sie Smartphones, Tablet-PCs oder Ähnliches erreichen.

Wie schu?tzt Norton Mobile Security gegen die Bedrohungen?

Lars Kroll: Norton Mobile Security erkennt und beseitigt mobile Bedrohungen, bevor sie das Telefon infizieren. Dazu zählen betru?gerische (Phishing-)Websites, die zur Preisgabe persönlicher Daten auffordern. So lässt sich verhindern, dass Online-Kriminelle damit Identität oder Geld stehlen. Ferner scannt es automatisch heruntergeladene Apps und Updates auf Bedrohungen und bietet die Möglichkeit, auch SD-Speicherkarten auf Schad-Software zu u?berpru?fen.

Interview: Ralf Benzmüller - Leiter G Data Security Labs

Haben Sie noch Tipps fu?r Nutzer mobiler Geräte, die u?ber die Installation einer Schutz-Software hinausgehen?

Lars Kroll: Seien Sie misstrauisch! Eine gesunde Portion Menschenverstand ist die erste Schutzmaßnahme. Bevor ein Dateianhang geöffnet wird, sollte man zuerst u?berlegen: Kenne ich den Absender? Erwarte ich eine E-Mail mit Anhang? Macht das u?berhaupt Sinn?

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