Interview des Monats

Lexware: Markus Reithwiesner

Der Lexware-Geschäftsführer Markus Reithwiesner im Interview. Er spricht über lexoffice und User-Wünsche.

Markus Reithwiesner

© Haufe

Markus Reithwiesner

Zur Person

Markus Reithwiesner, Jahrgang 1962, ist Holding-Geschäftsfu?hrer der Haufe Gruppe. In dieser Position ist er gruppenweit verantwortlich fu?r die Bereiche Elektronisches Publizieren, Produktentwicklung, Business Development und Programmentwicklung sowie die Marken Lexware und Haufe. Er kam 1998 als Geschäftsfu?hrer zur Lexware GmbH & Co. KG, einem fru?heren Unternehmen der Haufe Gruppe und ist seit 2005 zusätzlich Mitglied der Geschäftsleitung der Haufe Gruppe. 

Markus Reithwiesner ist ein ausgewiesener Experte in der IT-Branche - und von Anfang an dabei. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Nu?rnberg begann er seine Karriere beim Mu?nchner Distributor Computer 2000. Danach wechselte er in die deutsche Niederlassung des amerikanischen Software-Herstellers Intuit. Das Unternehmen machte sich einen Namen mit den Finanzprogrammen Quicken, QuickBooks und QuickSteuer.

Bevor Markus Reithwiesner 1998 zu Lexware wechselte, war er bei Intuit als Direktor Produktmarketing fu?r die Entwicklung des Europa-Geschäftes verantwortlich. Die Aktivitäten von Intuit in Deutschland wurden 1998 von Lexware u?bernommen.

Markus Reithwiesner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine knapp bemessene Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, klassischer Musik und Lesen.

 

Markus Reithwiesner

© Haufe

Markus Reithwiesner - Geschäftsfu?hrer der Haufe Gruppe

Business&IT: Herr Reithwiesner, was ist neu an lexoffice?

Markus Reithwiesner: Mehr als ein Jahr arbeiteten Entwickler und Designer-Teams nach dem Crowd-Sourcing-Prinzip mit u?ber 800 friendly Usern an einer neuen Online-Komplettlösung fu?r Freiberufler, Selbstständige und Kleinunternehmer. Mit der Methodik, fru?hzeitig die Kunden einzubinden, werden die Qualität, die Nutzerfreundlichkeit und das Nutzererlebnis einer Lösung deutlich gesteigert.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse im Crowd-Sourcing-Prozess war fu?r uns, dass die Anwender keine oft angepriesenen "völlig neuartigen" oder "noch nie dagewesenen" Bedienkonzepte wu?nschten. Im Gegenteil: Der Anwender möchte die Lösung schnell und ohne Handbuch nutzen können. Gemeinsam mit den Nutzern haben wir so immer wieder Analogien gefunden, die ihnen die Bedienung deutlich vereinfachen. Beispielsweise ist die Suche der Funktion und Anmutung einer großen Suchmaschine im Web nachempfunden. Oder die Erfassung von eingehenden Rechnungen: Diese werden so einfach wie Fotos zugeordnet.

Der intuitive Aufbau und die benutzerfreundliche Oberfläche sind nur zwei der vielen Vorteile, die sich den lexoffice-Nutzern bieten. Über das Dashboard ist zu jeder Zeit eine Übersicht zur Finanzlage möglich - die u?brigens in Echtzeit mit den aktuellen Kontoständen der Bankkonten abgeglichen wird - auch von unterwegs. Umsätze, Zahlungseingänge, Angebote und Auftragsbestätigungen, Gutschriften und Lieferscheine: Alles, was fu?r das Business von Bedeutung ist, lässt sich mit wenigen Klicks auch grafisch darstellen. Das integrierte Online-Banking gleicht Rechnungen automatisch ab und ordnet allen Bankvorgängen die passenden Belege zu. Eingangsbelege werden automatisch erfasst und archiviert - zuverlässige Texterkennung inklusive.

Das alles funktioniert als reine Cloud-Lösung, das heißt: ohne Installation und mit den u?blichen Browsern von jedem PC, Notebook oder iPad. Schlussendlich sind auch der Preis und das vollständig transparente Angebotsmodell einzigartig. Regulär ist lexoffice fu?r 4,90 Euro (netto) im Monat erhältlich, als Einfu?hrungsangebot fu?r drei Monate kostenlos. Dies ohne weitere Verpflichtungen und ohne Mindestvertragslaufzeit.

Welche Rolle spielt lexoffice im Portfolio der Haufe Gruppe?

Markus Reithwiesner: lexoffice ist ein Angebot fu?r die Kunden, fu?r die es bisher einfacher war, mit Word, Excel oder einem Zettelkasten zu arbeiten und das Buchen dem Steuerberater zu u?berlassen. Unter den Selbstständigen, Kleinunternehmen und Freiberuflern ist das die Mehrheit. lexoffice bietet viele Vorteile, von der schnelleren Übersicht und der besseren Organisation bis zum integrierten Banking - und arbeitet natu?rlich perfekt mit dem Steuerberater zusammen.

Wie wurden die Anwender bei der Entwicklung eingebunden?

Markus Reithwiesner: Wir starteten zunächst mit einer intensiven Needfinding-Phase. Hier wurden die Bedu?rfnisse und Anforderungen der Zielgruppe eruiert. Wir fu?hrten Interviews und haben uns nach dem "Follow me home"-Prinzip u?ber einen Zeitraum bei Kleinunternehmen ,eingemietet', um durch Beobachtung noch mehr u?ber deren Arbeitsweise kennenzulernen. Während der Entwicklung haben wir den Anwendern unzählige Prototypen vorgestellt, welche diskutiert und dann stetig verbessert wurden.

Ab März dieses Jahres bestand fu?r die Interessierten die Möglichkeit, sich fu?r das Crowd-Sourcing-Projekt meine lösung zu bewerben. Erstmalig konnte die Lösung im Arbeitsalltag genutzt werden. Die Resonanz war sehr gut: Es entstand eine Community aus u?ber 800 Kleinunternehmern, Selbstständigen, Existenzgru?ndern und Freelancern. Und die Einbindung der User ist selbst nach Live-Gang der Lösung keinesfalls abgeschlossen. Die Anwender haben weiterhin die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und u?ber Vorschläge weiterer Kunden abzustimmen.

Wie realistisch waren die User-Wu?nsche?

Markus Reithwiesner: Die User-Wu?nsche waren sehr realistisch und wurden entsprechend behandelt. Selbstverständlich galt es auch hier zu priorisieren: Einzelmeinung versus Gesamtmeinung. Eine zusätzliche Funktionalität kann einem kleinen Teil der Kunden zwar zusätzlichen Nutzen bringen. Im Gegenzug ist es aber durchaus wahrscheinlich, dass genau diese Funktion dem größeren Anteil der Anwender die gewu?nschte Leichtigkeit und Einfachheit des Produktes nimmt. Zudem konnten wir durch die Abstimmung der User deutlich ein klares Meinungsbild ableiten.

Gab es auch Wu?nsche, die unerfu?llt bleiben?

Markus Reithwiesner: Ja, aber diese sind zur Abstimmung unter allen Usern freigegeben. Das heißt, sollte die Mehrheit der Nutzer fu?r eine bestimmte Funktion stimmen, so fließen diese Entscheidungen in die Entwicklung mit ein.

Funktionen wie der Datenexport fehlen noch zu diesem Zeitpunkt. Wann wird nachgebessert?

Markus Reithwiesner: Aufgrund der Tatsache, dass wir die User immer aktiv mit einbeziehen, trifft es das Wort Nachbesserung nicht ganz. Sollte der Wunsch des Datenexports von allen Usern präferiert werden, so wird dieser umgesetzt.

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