IT-Strategien

Infrastruktur mit ITaaS verwalten

IT-Abteilungen verwenden einen Großteil ihrer Ressourcen, um Systeme lauffähig zu halten. Mit IT as a Service (ITaaS) lässt sich die IT-Infrastruktur nicht nur einfacher verwalten.

Infrastruktur mit ITaaS verwalten

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Infrastruktur mit ITaaS verwalten

Ob es um das Einrichten neuer PC-Arbeitsplätze, das Zurücksetzen von Passwörtern, die Bestellung von Client-Rechnern und Monitoren oder das Verteilen von Software- Updates geht, die Aufgaben einer IT-Abteilung sind vielfältig. Sie muss aber nicht nur Routine-Dienstleistungen erfüllen, sondern auch Geschäftsprozesse überwachen, damit die betrieblichen Ziele erreicht werden können. Anzahl und Vielfalt der Aufgaben können dadurch schnell ausufern.

Strategische Aufgaben kommen zu kurz

Es verwundert daher nicht, wenn das Gros der IT-Manager überwiegend damit beschäftigt ist, die aktuellen Systeme am Laufen zu halten, anstatt die Zeit für Innovationen und die Optimierung der Infrastruktur zu verwenden.

Den Marktforschern von Forrester Research zufolge geben Unternehmen rund 80 Prozent ihres IT-Budgets für den reinen Betrieb ihrer IT-Infrastruktur aus. Nur einen kleinen Rest können sie in Projekte investieren, mit denen sie die Effizienz der IT-Struktur verbessern, Tools zur Steigerung der Mitarbeiter- Produktivität einführen und dadurch versuchen, Kosten zu sparen.

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Die größte Herausforderung für IT-Abteilungen ist es aber, sich auf die Bedürfnisse des Unternehmens einzustellen, die sich schnell ändern können. Das erfordert eine flexible und anpassungsfähige IT-Infrastruktur.

Unterstützung aus der Cloud

Cloud Computing kommt den Bedürfnissen der IT-Manager dabei entgegen. Es verändert grundsätzlich die Art und Weise, wie IT-Ressourcen genutzt werden, da Hardware, Software und Services virtuell über das Netzwerk bereitgestellt werden. Cloud Computing ermöglicht es darüber hinaus, die IT-Ressourcen nach Bedarf eines Services zu skalieren und nach den tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen abzurechnen. Unternehmen können ihre IT dadurch flexibler, kostengünstiger und effizienter gestalten.

Autor: Hans-Heinrich Aenishänslin -  Dell

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Der Autor: Hans-Heinrich Aenishänslin - Regional Sales Senior Manager bei Dell

Einer der Trends hierbei ist IT as a Service (ITaaS), bei dem IT-Dienstleistungen nicht mehr im Unternehmen selbst bereitgestellt, sondern nach Bedarf aus der Cloud abgerufen werden können. Mit ITaaS können Unternehmen deshalb das Management ihrer IT-Infrastruktur vereinfachen. ITaaS soll aber auch die Art und Weise verbessern, wie die Mitarbeiter im Unternehmen IT-Dienste verwenden.

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Ziel ist, dass Fachabteilungen IT-Services bei Bedarf auf Knopfdruck selbst abrufen können. Damit ITaaS funktioniert, müssen viele IT-Prozesse standardisiert und automatisiert sein. Der beste Weg dorthin ist die Virtualisierung der Server, die auf Cloud-Dienste zurückgreifen können.

Vereinfachte Systemverwaltung

Der ITaaS-Ansatz vereinfacht und optimiert klassische Aufgaben des Systemmanagements. Die folgenden vier Bereiche können besonders stark durch den Einsatz von ITaaS profitieren.

Monitoring von Systemen

Eine wesentliche Aufgabe der IT-Abteilung besteht darin, die Systeme und die Hardware der Nutzer stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Das gilt sowohl für Anwendungen, die direkt auf dem Endgerät installiert sind, als auch für Applikationen und Dienste, die aus der internen Cloud bezogen werden. Statt die Zeit für das Beheben von Problemen auf einzelnen Rechnern zu verwenden, können Unternehmen proaktiver agieren und die entsprechenden Prozesse automatisieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Überwachung der Hardware mit regelmäßigen Berichten über die Auslastung der Systemressourcen an die IT-Abteilung. Nähert sich beispielsweise die Festplatte eines Rechners der Kapazitätsgrenze, kann die IT-Abteilung rechtzeitig handeln.

Sie kann ältere Dokumente und Dateien löschen, die der Nutzer nicht mehr benötigt, oder ihren Mitarbeitern vorschlagen, die Daten zentral auf einem Server zu speichern. Die IT-Abteilung kann Probleme bereits im Vorfeld lösen, bevor sie den Anwender bei seiner Arbeit behindern.

Updates und Patches verteilen

Die große Vielfalt an Anwendungen, Software und Betriebssystemen in Unternehmen bringt unzählige Updates und Sicherheits-Patches mit sich. Für das IT-Team kann dies einen großen Zeitaufwand bedeuten; zudem ist es möglich, dass einzelne Rechner vergessen werden, wenn ein wichtiges Update verteilt wird.

Das Paradebeispiel sind Nutzer, die mit ihrem Notebook von unterwegs arbeiten und per Remote-Verbindung auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen. Auch auf diesen Rechnern müssen alle notwendigen Updates und Patches installiert sein. Das gelingt, wenn der Rechner bei der Einwahl automatisch erkannt und das notwendige Update aufgespielt wird.

Der Rechner entspricht damit wieder den aktuellen Standards des Unternehmens, Kompatibilitätsprobleme wegen unterschiedlicher Software-Versionen werden von vornherein vermieden.

Compliance und Rechtssicherheit bei der Lizenzierung

Prognosen über die Anzahl künftig benötigter Software-Lizenzen sind schwierig, da sich die Zahl der Mitarbeiter und der erforderlichen Anwendungen im Laufe der Zeit verändern. Verfolgt die IT-Abteilung einen ITaaS-Ansatz, kann sie dem Nutzer alle benötigten Anwendungen automatisch bereitstellen sowie zusätzliche Lizenzen flexibel und ad hoc anfordern.

Dies vereinfacht die Lizenzbilanz und kann zu erheblichen Kosteneinsparungen bei "verwaisten" Anwendungen führen, die zwar nicht mehr im Einsatz sind, für die das Unternehmen aber immer noch Lizenzgebühren bezahlt ("Überlizenzierung").Entlastung für den Service Desk

Der Service Desk kümmert sich um sämtliche Anfragen und Bedürfnisse der Anwender, beispielsweise die Störungsannahme im Rahmen des Incident-Managements oder auch das Bearbeiten allgemeiner Anfragen. Mit dem ITaaS-Modell ist ein unternehmensinterner "App Store" denkbar, also eine Art Self-Service-Portal, über das die Fachabteilungen IT-Leistungen selbst anfordern und automatisch erhalten. Das können neue Postfächer, Rechenleistung, Speicherplatz, Anwendungen oder sogar Testsysteme sein.

Die besten Netzwerkfestplatten

Damit sinken auch die Kosten beim Service Desk. Da die IT-Leistungen zudem nur von berechtigten Anwendern bestellt werden können, werden beim Service Desk nur gültige Anforderungen eingereicht. Das Personal im Support verliert dadurch keine Zeit und arbeitet effizienter.

Fazit

Ziel der IT-Abteilung muss es sein, die grundlegenden IT-Prozesse so weit wie möglich zu automatisieren, IT-Dienstleistungen über die Cloud bereitzustellen sowie eine Art Self-Service-Portal für die Fachabteilungen einzurichten. Da dieser IT-as-a-Service-Ansatz das alltägliche System Management erheblich vereinfacht, kann sich die IT verstärkt um die Optimierung der Geschäftsprozesse und strategische Fragen kümmern.

Eine System-Management-Lösung auf ITIL-Basis wie Dell KACE hilft dabei, Aufgaben der IT zu vereinfachen.

ITIL ist die Basis

Jörg Mecke - Comparex Deutschland

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Jörg Mecke - Serviceline-Manager IT-Consulting und Area CTOGermany bei Comparex Deutschland

IT as a Service kann nur effizient funktionieren, wenn wichtige Abläufe in der Unternehmens-IT standardisiert und automatisiert sind. Grundlage hierfür ist die IT Infrastructure Library (ITIL), eine international etablierte Verfahrensbibliothek rund um IT Service Management.

Ziel von ITIL ist es, dass die IT die Geschäftsprozesse bestmöglich unterstützt. ITIL beschreibt Ziele, Aktivitäten sowie die notwendigen Prozesse innerhalb der IT-Organisation. Das Modell fungiert als eine Art flexibles Gerüst, das sich an die unterschiedlichen Bedürfnisse und die bereits vorhandenen Methoden der Unternehmen anpassen lässt.

ITIL schafft die Basis für sichere, verfügbare und integre IT-Dienstleistungen, die in Service Level Agreements optimal und punktgenau verhandelt werden können. Richtig umgesetzt, sorgt ITIL dafür, dass die IT-Abteilung in Unternehmen Geschäftsprozesse mit technischen Lösungen stützt, Lizenzvereinbarungen optimiert sowie Service-Anfragen schnell bearbeitet - zu möglichst niedrigen Kosten.

Statement - IT as a Service in der Praxis

"Ausgangspunkt für ,IT-Infrastruktur als Service' ist typischerweise die bestehende Infrastruktur eines Unternehmens. Diese soll in ein gereiftes Modell überführt werden, auf das Adjektive wie standardisiert, automatisiert, selbstheilend und skalierbar zutreffen. Funktionale Anforderungen wie ein Self-Service-Portal oder das Identity-Management sind notwendig und machen das Vorhaben nicht einfacher.

Wer ein solches Projekt angehen will, sollte folgende Punkte beachten:

  • Die realistische Analyse der Ausgangssituation ist das wichtigste Fundament. Nur weil die Virtualisierung von Servern etabliert ist, gibt es noch keine Cloud.
  • Was wird wirklich gebraucht? Was ist ,need to have' und was ist ,nice to have' im Zielszenario?
  • Welche Anforderungen - zum Beispiel Wachstum, gesetzliche Anforderungen, Standortwahl - sind schon heute für die nächsten fünf Jahre absehbar?
  • Welche Anforderungen stellt der Einkauf an eine Infrastructure-as-a-Service- Lösung? Der Übergang von der Herstellerbindung zur Hersteller-Abhängigkeit ist fließend und möglicherweise auch kostspielig.
  • Ein internes Projektmarketing sowohl für die Benutzer als auch für die betroffenen IT-Mitarbeiter ist notwendig, um mentale Barrieren und Job-Ängste abzubauen.
  • Eine Cloud-Cloud-Kopplung kann notwendig werden, wenn die private Cloud mit ihrem Infrastruktur-Angebot an eine Public-Cloud-SaaS-Lösung gekoppelt oder eine Test- und Entwicklungsumgebung auf Anforderung hinzugemietet werden soll."

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