Best Practice

ERP bei Stahlgruber

Im Rahmen einer internationalen Konsolidierung setzt der Münchner Autoteilegroßhändler Stahlgruber mit Microsoft Dynamics AX und Würthphoenix Trade+ auf eine einheitliche ERP-Lösung.

Stahlgruber setzt auf eine einheitliche ERP-Lösung.

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Stahlgruber setzt auf eine einheitliche ERP-Lösung.

Die STAHLGRUBER GmbH in Poing bei Mu?nchen ist einer der größten Lieferanten von Autozubehör und -ersatzteilen. Das Unternehmen versorgt u?ber seine 120 Verkaufshäuser vornehmlich Handelshäuser und freie Kfz-Werkstätten in Mitteleuropa. Das starke Wachstum bewegte den Großhändler ju?ngst zu einer internationalen ERP-Konsolidierung.

Länder u?bergreifende Logistik- und Lieferprozesse sollten optimiert sowie interne Kosten gesenkt und damit die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesichert werden. Zum Einsatz kam dabei mit WÜRTHPHOENIX Trade+ eine spezielle Branchen-Software fu?r den Großhandel auf Basis von Microsoft Dynamics AX.

Mit einem angebotenen Produktprogramm von mehr als 500.000 Artikeln und diversen Dienstleistungen erfu?llt STAHLGRUBER alle Anspru?che der Kfz- Werkstatt und des Ersatzteilehandels. Das Unternehmen ist in dieser Sparte längst zu einem der fu?hrenden Anbieter in Europa geworden. Angeboten werden Original-Markenteile und Zubehör fu?r verschiedenste Fahrzeugtypen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagen und Leicht-Nutzfahrzeuge.

"Grundsätzlich betreuen wir den sogenannten ,After Market'; das heißt, wir beliefern und helfen unseren Kunden - in der Regel freie Werkstätten, Teilehändler und Reifenbetriebe - mit allem, was ein Autofahrer nach dem Kauf eines Autos benötigt. Unser schnelles und internationales Wachstum, das teilweise auch durch Firmenzukäufe beschleunigt wird, verlangt insbesondere im IT-Bereich innovative Lösungen, um die Warenversorgung und die Sicherstellung der notwendigen Bestände in allen Verkaufshäusern bestmöglich zu unterstu?tzen", sagt Andrej Jerman, Geschäftsfu?hrer fu?r die Materialwirtschaft bei STAHLGRUBER.

Dirk Kast - STAHLGRUBER

© Hersteller / Archiv

Dirk Kast - Geschäftsführer für die Materialwirtschaft bei STAHLGRUBER

Hohe Anforderungen

Die bis dahin verfolgte ERP-Strategie stieß vor diesem Hintergrund an ihre Grenzen. Bedingt durch die individuellen ERP-Systeme bei den Beteiligungs und Tochtergesellschaften, war eine Anbindung der Prozesse an STAHLGRUBER Deutschland nicht mehr mit vertretbarem Aufwand möglich. Auch eine praktikable Konzernkonsolidierung ru?ckte mit jeder zusätzlichen Beteiligung in die Ferne.

"Unsere Abläufe sind sehr stark zentralisiert. Das bedeutet, unsere bisherige sehr gut funktionierende Verkaufsabwicklungs- Software ist nach diesem Kriterium hin entwickelt worden. Tochterfirmen brauchen aber eine höhere Eigenständigkeit. Ebenso ist die Mehrsprachigkeit eine Grundvoraussetzung geworden", so Jerman.

Zentrale Aufgabe des neuen ERP-Systems war somit einerseits, die Logistikprozesse aller Auslandsgesellschaften nicht nur anzubinden, sondern in die vorhandenen Prozesse der Mutterfirma zu integrieren. Alle europäischen Tochtergesellschaften sollten gezielter unterstu?tzt werden, um damit eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Kontext zu sichern.

Individuelle Prozesse

Mehrwährungs- und Mehrsprachenfähigkeit in den Software-Systemen waren dafu?r notwendige Voraussetzungen. Die Revisionsfähigkeit nach Vorgaben des Konzerns hatte ebenfalls eine entsprechende Gewichtung. Gleichzeitig sollte das System die Flexibilität bieten, bestimmte regionsspezifische Funktionen und Prozesse individuell unterstu?tzen zu können, eigene Artikel anzulegen oder landestypische Rabattstrukturen im Vertrieb abzubilden.

Nach einem detaillierten Auswahlprozess hat sich STAHLGRUBER schließlich fu?r die Implementierung von Microsoft Dynamics AX und der Branchenlösung WÜRTHPHOENIX Trade+ entschieden.

"Wenn man an ein ERP-System Forderungen wie Mehrsprachigkeit, Multicompany, integriertes System oder Support in den verschiedensten Ländern stellt und noch mit einer gewissen Sicherheit davon ausgehen möchte, dass der Lieferant auch in etlichen Jahren noch präsent ist, reduziert sich das Angebot auf vier bis fu?nf Systeme", erklärt Jerman.

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"Selbst bei einer prinzipiellen Eignung fu?r den Großhandel scheitern die meisten daran, dass sie eine sehr strikte Arbeitsteilung abbilden und infolgedessen den Benutzer nicht in der fu?r uns notwendigen Form unterstu?tzen. Mit Microsoft Dynamics AX und Trade+ ist eine benutzergerechte Abbildung der Prozesse des Großhandels, wie wir ihn betreiben, möglich, ohne aufwendige Individualentwicklungen kalkulieren zu mu?ssen."

Erfolgreiche Pilotphase

Der Schwerpunkt der Einfu?hrung lag somit auf den Standardprozessen Logistik, Vertrieb, Einkauf und der Erstellung eines Templates, das fu?r alle Tochtergesellschaften Gu?ltigkeit hat. Mit Erfolg: Mittlerweile arbeitet die tschechische Tochter Autocora mit dem zentral implementierten System. Die Einfu?hrung hatte Pilotcharakter und war daru?ber hinaus auch ein Test fu?r die Akzeptanz der Tochtergesellschaften.

"Der gesamte Projektverlauf erfolgte exakt nach Plan und war gekennzeichnet von einer optimalen Vorbereitung und höchster Professionalität in der Projektsteuerung und in der Betreuung unserer Key-User. Besonders positiv zu bewerten ist auch die umfassende Testphase. Damit konnten unsere Mitarbeiter gut vorbereitet an den Produktivstart herangefu?hrt werden", kommentiert Wilhelm Röhm, IT-Verantwortlicher der STAHLGRUBER-Gruppe, den erfolgreichen Produktivgang. Gleich in der ersten Phase der Arbeit mit dem neuen System machten sich umgehend messbare Vorteile bemerkbar.

"Durch die Anbindung von Microsoft Dynamics AX an die zentrale Bevorratungsrechnung ist der Bestand gleich in einer ersten Phase der Arbeit mit dem neuen System um 5,3 Prozent gesunken. Das hatte umgehend positive Auswirkungen auf die Lagerhaltungskosten. Gleichzeitig hat sich auch der Lieferservice erhöht. So ist die Sofortverfu?gbarkeit fu?r den Kunden im selben Zeitraum um immerhin 2,7 Prozent gestiegen", ergänzt Röhm.

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Auch fu?r Andrej Jerman war der Produktivgang bei der tschechischen Tochter ein voller Erfolg: "Was unseren Internationalisierungsprozess betrifft, so haben wir in der reinen Transportlogistik keine Probleme. Im Logistikzentrum allerdings mu?ssen wir uns immer wieder sehr schnell auf die rasch anwachsende Anzahl an Versanddestinationen einstellen.

Problematisch sind jeweils auch die regionalen Preisstrukturen, die uns vor allem im Einkauf vor neue Herausforderungen stellen. Stichworte dazu sind ,lokale Beschaffung' und unterschiedliche Lieferanten-Portfolios in den verschiedenen Ländern. All dies musste durch die neue Lösung abgedeckt werden und war am Beispiel Tschechien vorbildhaft gelöst", fu?gt der Geschäftsfu?hrer hinzu.

Erfolgsfaktor Branchenkompetenz

Ein wichtiger Aspekt im Rahmen des gesamten Umstellungsprozesses war nicht zuletzt die Branchenkompetenz des Implementierungspartners. Der zur Wu?rth-Gruppe gehörende ERP-Spezialist Wu?rth Phoenix schien dabei das notwendige Fachwissen aus der Branche umfassend abzudecken und brachte die Bewährtheit eines internationalen ERP-Standardproduktes wie Microsoft Dynamics AX mit der jahrzehntelangen Erfahrung großhandelstypischer Geschäftsprozesse von Wu?rth in Einklang.

"Wu?rth Phoenix hat sich fu?r uns, begru?ndet durch die von Wu?rth Phoenix bereits implementierten Erweiterungen fu?r den Handel, WÜRTHPHOENIX Trade+, und durch die aus der Tätigkeit im eigenen Konzern gewonnenen Erfahrungen als kompetenter Partner dargestellt", so Jerman. Der erfolgreiche Verlauf der bisherigen Implementierung dient als Grundlage fu?r den weiteren internationalen Rollout bei den europäischen Filialen.

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