EU-Report

Energiefahrplan 2050 - Sauber, aber teuer

Mit dem Energiefahrplan 2050 will die EU-Kommission doch noch das Ziel erreichen, die Treibhausgasemissionen radikal zu senken. In der Folge wird der ohnehin schon hohe Strompreis weiter steigen.

Wie könnte das Energiemanagement bis 2050 deutlich verbessert werden?

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Wie könnte das Energiemanagement bis 2050 deutlich verbessert werden?

Nicht nur private Verbraucher, auch Unternehmer blicken bang auf die ständig steigenden Energiekosten: Wann ist der Punkt erreicht, an dem energieintensive Unternehmen in Deutschland und Europa nicht mehr wirtschaftlich produzieren können? Wann sind Firmenchefs gezwungen, die Produktion in Länder außerhalb der EU zu verlagern, um den Betrieb nicht schließen zu mu?ssen?

Andererseits fu?hrt kein Weg an der Reduktion der EU-Treibhausgasemissionen vorbei. Bis zum Jahr 2050 sollen 85 bis 90 Prozent der EU-Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Wert des Jahres 1990 eingespart werden. Auf dieses Ziel haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs geeinigt. Mit der derzeitigen Politik wird das allerdings nicht gelingen.

Energiefahrplan 2050

Um die 90 Prozent Emissionsreduzierung doch zu erreichen, werden derzeit in Bru?ssel mehrere Vorschläge zu kurz- und langfristigen Energiestrategien diskutiert:

  • Die von der EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard im Juli vorgeschlagene Neujustierung des Emissionshandelssystems mit einer temporären Verknappung der Emissionszertifikate,
  • die Strategie zu erneuerbaren Energiequellen nach 2020 (20 Prozent des gesamten Energiebedarfs der EU sollen bis 2020 durch erneuerbare Energien aus Biomasse, Wasser, Wind und Sonne gedeckt werden),
  • der Energiefahrplan 2050.

Soll die Vision einer kohlenstofffreien Welt bis zum Jahr 2050 Wirklichkeit werden, wird das zu einer deutlichen Verteuerung der Energiepreise fu?hren. Das geht aus dem von der EU-Kommission vorgestellten Energiefahrplan 2050 hervor.

"Allein im Bereich der Energieerzeugung liegt der Investitionsbedarf in Deutschland bei rund drei Billionen Euro bis 2050", erklärt der Vorsitzende des Ausschusses fu?r Industrie, Forschung und Energie des Europaparlaments, Herbert Reul (CDU). Fu?r die EU insgesamt betru?gen die Kosten ein Vielfaches.

"Am Ende muss immer der Verbraucher fu?r die Kosten aufkommen. Strompreise werden steigen, Netzgebu?hren, Mieten, zahlreiche Produkte des täglichen Lebens, weil deren Erzeugung auch teurer wird." Inwiefern all diese Zusatzkosten, wie von vielen Experten versprochen, durch Gewinne bei der Energieeffizienz und einem niedrigeren Verbrauch ausgeglichen werden können, sei fraglich, so Energieexperte Reul.

Entspannung ab 2030

Die EU-Kommission ist in ihrer "Mitteilung zum Energiefahrplan 2020" optimistischer: "Der Umbau schafft ein neues Umfeld fu?r die europäische Industrie und kann die Wettbewerbsfähigkeit verbessern". Die Strompreise wu?rden voraussichtlich bis 2030 steigen, danach jedoch möglicherweise aufgrund niedrigerer Versorgungskosten, Einsparmaßnahmen und verbesserter Technologien sinken.

Herbert Reul (CDU) - Europaparlament

© Hersteller / Archiv

Herbert Reul (CDU) - Vorsitzender des Ausschusses fü Industrie, Forschung und Energie im Europaparlament.

Die Gesellschaft mu?sse allerdings auf eine Erhöhung der Energiepreise in den nächsten Jahren vorbereitet werden und sich darauf einstellen: "Schutzbedu?rftige Kunden und energieintensive Branchen benötigen während eines Übergangszeitraums möglicherweise Unterstu?tzung", ergänzt die Kommission.

Eine wichtige Rolle bei der zuku?nftigen Energieversorgung und der Steuerung von erneuerbaren Energiequellen wird die Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) spielen. In einem Berichtsentwurf zur Vorbereitung einer Parlamentsentschließung fordert der Ausschuss fu?r Industrie, Forschung und Energie die EU-Kommission deshalb auf, "zu?gig Vorschläge fu?r Ausbau, Förderung und Standardisierung intelligenter Stromnetze und Zähler vorzulegen."

Statement: Ausbaufähig

"Es ist klar, dass wir in Zukunft mehr erneuerbare Energien haben werden. Dafu?r brauchen wir aber infrastrukturelle Vorkehrungen, die wir noch nicht haben, und die auch sehr viel Geld kosten werden. Leider ist das, was wir derzeit national bei den erneuerbaren Energien machen, weit entfernt von Kosteneffizienz und beim Infrastrukturausbau hakt es auch."

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