Mobil am Arbeitsplatz

Docking-Stationen mit USB-3.0 im Überblick

Auch in immer mehr Unternehmen hat der klassische Desktop-PC ausgedient. Notebooks oder das Microsoft Surface dienen als primäre Arbeitsgeräte. Mit einem universellen USB-3.0-Dock kann man sie mit einem Griff an eine komplette Arbeitsumgebung anschließen und sind Lösungen fürs Büro und Zuhause.

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© Hersteller

Bei vielen modernen Notebooks und speziell bei der neuen Gattung der 2-in-1-Hybrid-Geräte werden die Gehäuse immer schlanker und kompakter. Speziell bei 10,1-Zoll- oder 11,6-Zoll-Notebooks oder Tablets bleibt da nicht mehr viel Platz für Schnittstellen. Und die vorhandenen sind teilweise nur noch Buchsen im Miniformat, für die man ein Adapterkabel benötigt.

Auch die kleinformatigen Tastaturen dieser Geräte sind für ein längeres Schreiben nicht ergonomisch genug. Schließlich verzichten die Hersteller auch bei größeren Notebooks oder Ultrabooks immer öfter auf einen Ethernet-Anschluss. Eine Verbindung zu einem Netzwerk kann nur noch über WLAN hergestellt werden. Aber selbst beim neuen 802.11ac-Standard sind die derzeit für Notebooks mit zwei Antennen erreichbaren Datenraten mit maximal 867 MBit/s niedriger als in einem kabelgebundenen GBit-LAN.

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© Lindy

Die USB 3.0 Notebook Docking Station von Lindy gibt es für rund 170 Euro.

Wenn man ein kleines Notebook oder Tablet nicht nur unterwegs sondern als primäres Arbeitsgerät in der Firma oder am heimischen Schreibtisch nutzt, dann kommt schnell der Wunsch nach einem größeren Display, einer ergonomischeren Tastatur nebst Maus, einer externen Festplatte, zusätzlichen USB-Schnittstellen und vielleicht noch einem Ethernet-Anschluss auf.

Aber wenn man oft zwischen dem mobilen und stationären Einsatz wechselt, dann wird man schnell die Lust daran verlieren, ständig eine Vielzahl von Kabeln an- oder abzustecken. Die Lösung ist eine Docking-Station, die auf dem Schreibtisch bleibt und mit der das Notebook oder Tablet schnell verbunden wird. Über einen eigenen proprietären Anschluss für ein optionales Dock oder einen Port-Replikator verfügen aber nur Business-Notebooks und einige wenige Tablets wie etwa das Dell Venue Pro 11 oder das Fujitsu Stylistic Q704.

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© Acer

Für knapp 180 Euro gibt es die Universal USB 3.0 Docking Station von Acer.

Eine universelle Lösung für alle Mobilgeräte mit USB-3.0-Anschlus ist eine USB-3.0-Docking-Station. Ein USB-3.0-Kabel reicht hier aus, um dem Rechner mit einem Griff ein oder zwei Grafikausgänge, einen GBit-Ethernet-Port, mehrere zusätzliche USB-Anschlüsse und sogar eine zusätzliche Audio-Schnittstelle zu verschaffen. Derartige USB-3.0-Docks gibt es von einer ganzen Reihe von Herstellern wie Acer, Asus, Fujitsu, Kensington, Lenovo oder Toshiba, eine Übersicht der Geräte mit Preisen und Ausstattungsmerkmalen finden Sie auf der folgenden Seite.

Lenovo bietet als Besonderheit noch das ThinkPad One-Link Dock mit Mini-USB-3.0-Anschluss. Es eignet sich beispielsweise für das hauseigene 8-Zoll-Windows-Tablet ThinkPad 8. Prinzipiell gibt es auch ältere und günstigere Docks mit USB-2.0-Anschluss, hier muss man sich aber mit einer geringeren Bandbreite zufrieden geben, da USB 2.0 auf 480 MBit/s limitiert ist. Dieselbe Einschränkung gilt, wenn man ein USB-3.0-Dock an einer USB-2.0-Buchse anschließt.

Treiber notwendig

Im Gegensatz zu den gerätespezifischen Docking-Anschlüssen müssen für die USB-3.0-Docks allerdings zusätzliche Treiber installiert werden. Denn hier werden nicht bereits vorhandene Schnittstellen einfach durchgeschleift, sondern es werden zusätzliche USBGeräte installiert. Die Basis für alle USB-3.0-Docks auf dem Markt bildet dabei ein Chip von DisplayLink, meist der DL-3900.

Der DisplayLink-Baustein stellt dabei nicht nur bis zu zwei Videoausgänge, sondern sorgt auch noch für den Gigabit-Ethernet-Anschluss und den Audio-Ausgang. Bei der Video-Übertragung via USB wird auch die HDCP-2.0-Verschlüsselung unterstützt. Treiber gibt es derzeit nur für 32- und 64-Bit-Windows und für OSX, Linux wird von den aktuellen Chips nicht unterstützt.

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© Lenovo

170 Euro kostest das ThinkPad USB 3.0 Dock von Lenovo.

Eine weitere Einschränkung liegt in der Stromversorgung für angeschlossene Mobilgeräte. Denn die erfolgt nicht über das USB-3.0-Kabel. Daher müssen Notebooks und Tablets weiterhin über ihr eigenes Netzteil geladen werden. Allenfalls bei den sparsamen Windows-Tablets mit Intel-Atom-CPU ist ein Laden über USB möglich - allerdings nur über ein zusätzliches USB-Ladekabel, das mit einer der USBBuchsen am Dock verbunden ist.

Das USB-3.0-Dock in der Praxis

Für einen Praxistest haben wir das Lenovo Think-Pad USB 3.0 Dock und das Toshiba Dynadock U3.0 im Zusammenspiel mit einem Dell Venue 11 Pro verwendet. Das 11,6-Zoll-Full-HD-Tablet mit Intel Atom Z3770 und Windows 8.1 ist dafür ein idealer Kandidat, da auf dem Tablet exakt eine USB-3.0-Buchse als Schnittstelle vorhanden ist. Die Installation der DisplayLink-Treiber nach dem Anschluss des Docks stellt kein Problem dar, danach findet man diverse neue Einträge im Gerätemanager von Windows8: neben der DisplayLink-USB-Grafikkarte auch einen USB-Ethernet-Adapter, eine USB-Soundkarte und diverse USB-Hubs für die fünf USB-3.0-Buchsen des Lenovo-Docks.

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© Kensington

Die USB 3.0 Dual-Dockingstation kostet etwa 135 Euro.

Für herkömmliche Desktop-Anwendungen funktioniert der zweite Monitor am USB-Dock tadellos, wir haben für unseren Versuch ein Fujitsu-Display mit 1920 x 1200 Bildpunkten genutzt. Die Einrichtung unterscheidet sich nicht von einem am Rechner direkt angeschlossenen Zweitdisplay, der Desktop kann entweder auf das zusätzliche Display gespiegelt oder erweitert werden.

Für den Test einer Videoübertragung haben wir das Dock noch ein wenig mehr gefordert: Das MP4-Full-HD-Video lag nicht auf dem Dell, sondern wurde via GBit-Ethernet von einem Server abgespielt und auf dem am Dock angeschlossenen Monitor dargestellt. Das Video lief dabei fast ruckelfrei, die Prozessorlast lag bei etwa 30 Prozent. Der DisplayLink-Treiber hat zwar eine eigene Videoverbesserung für die Vollbild-Darstellung eingebaut, die Bildqualität ist aber besser, wenn es im Fenster dargestellt wird. Besonders auffallend war das bei einem Versuch mit einem Video in PAL-Auflösung. Hier waren im Vollbild deutliche Artefakte zu sehen, und die Darstellung war auch nicht flüssig.

Bei 3D-Spielen muss man sich mit dem primären Display des Notebooks oder Displays begnügen. Zumindest bei unserem Tablet mit Bay-Trail-T-Prozessor waren beim 3D-Benchmark 3DMark Ice Storm auf dem via DisplayLink angeschlossenen Monitor statt eines Vollbilds nur zwei schmale Streifen am oberen und unteren Display-Rand zu sehen. Der Rest des Screens blieb weiß. Casual-Games wie etwa das Windows-8-Spiel Jetpack Joyride laufen dagegen flüssig auf dem externen Monitor.

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