Mobiles Büro

Die besten Office-Apps

In unserem großen Vergleichstest sehen Sie, welche Apps ihr Geld wert sind und von welchen Sie sich besser fern halten sollten.

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Tablets sind längst keine Spielzeuge mehr, sondern haben sich durch die stetig wachsende Anzahl an Office-Apps zu Business-Werkzeugen gemausert. Android bietet in dieser Hinsicht die größte Auswahl, jedoch auch das höchste Risiko eines Fehlkaufs. Wir haben deshalb die fünf wichtigsten App-Suiten, sowohl kostenlose, als auch kostenpflichtige, unter beiden Betriebssystemen auf die Probe gestellt.

Documents To Go

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Spärlich und unbequem: Wer bei Documents To Go 3.0 ständig solche Menüs durchforsten muss, sattelt schnell auf andere Apps um.

Mit der Umsetzung auf Android- und Apple-Tablets gleichermaßen lässt Documents To Go 3.0 sehr zu wünschen übrig. Die App ist nicht hinreichend auf Tablets optimiert, sodass der Benutzer gezwungen ist, unintuitiv Menüs nach den grundlegendsten Funktionen zu durchforsten. Die Finger werden dieser mühsamen Navigation für jede Formatierungsänderung schnell überdrüssig. Besonders eklatant: Dateiformate für MS-Office 2007 können zwar bearbeitet, aber nicht neu erstellt werden.

In der Android-Version fehlt zudem eine Undo-/Redo-Funktion, die es Ihnen erlaubt, Aktionen zurückzunehmen und wiederherzustellen. Die Auswahl an Bearbeitungs-Tools innerhalb der Word-Anwendung ist zufriedenstellend: Sie können unter anderem Begriffe suchen und ersetzen, Tabellen und Aufzählungssymbole einfügen, Korrekturkommentare bearbeiten und Wörter zählen lassen. Eine Synchronisierung Ihrer Dateien ist entweder mit dem Documents To Go PC-zu-Cloud Synch-Programm oder direkt per Google Docs möglich.

Di h anmutende Excel-App gestaltet sich ähnlich. Die vollständig vorhandenen Grundfunktionen verstecken sich hinter archaiscen Menüs und behindern die Produktivität erheblich. Das Präsentations-Tool zeigt selbst bei der Grundausstattung deutliche Einbußen: Beim Erstellen von PowerPoint-Slides sind Sie einzig auf Text festgelegt und können diesen erst ansehen, sobald Sie die Formatierungsoptionen verlassen haben. Wenn Sie also etwas ändern möchten, kommen Sie um ständiges, mühsames Task-Wechseln nicht umhin.

Google Drive

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Google Drives Sparpaket verwirrt: Unser "ACME"-Beispieldokument ließ sich nicht öffnen, obwohl es im selben Format wie das Gezeigte gespeichert ist.

In Google Drive finden Sie das Office-Paket Google Docs in abgespeckter Form. Das nicht vorhandene Preisschild wird für viele der größte Vorteil sein. Doch kann ein solches Programm mit den kostenpflichtigen Apps in angemessenem Maße mithalten?

Das Textverarbeitungsmodul ist simpel, macht einen aufgeräumten Eindruck und zeigt mit guter Tablet-Optimierung, dass dies kein Luxus sein sollte. Die Android-Version bietet grundlegende Formatierungsoptionen, aber viel mehr Optionen bekommen Sie nicht an die Hand. Eine Wörter-Zählen-Funktion sucht man vergebens. Während Sie in der Textverarbeitung auch MS-Office-Formate bearbeiten können, stehen Ihnen in der Tabellenkalkulation lediglich Google-Docs-Formate zur Verfügung.

Dadurch ist Drive nutzlos für jede auf dem Desktop erstellte Tabelle, die Sie auf Ihrem Tablet weiterbearbeiten wollen. Darüber hinaus ist die Funktionalität wiederum schwer eingeschränkt. Einfache Beträge und Formeln lassen sich problemlos eingeben; was aber darüber hinausgeht - Textformatierung, Formeln, Wechsel zwischen verschiedenen Tabellen - davon fehlt jede Spur.

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Formatprobleme gab es im Test auch bei der Textverarbeitung: Unser DOCX-Testdokument ließ sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr öffnen. Bei einem anderen Dokument, ebenfalls DOCX, trat dieses Problem nicht auf. Eine PowerPoint-Funkion ist erst gar nicht in Google Drive enthalten.

Die Apple-Version unterscheidet sich nur darin, dass Sie MS-Office-Formate zumindest betrachten können. Als einziger Grund, warum man die durchaus magere Google-Suite trotzdem nutzen möchte, bleibt die nahtlose Einbindung in Googles Cloud-Dienste und die perfekte Umsetzung der so genannten "Live Collaboration". Damit können mehrere Benutzer gleichzeitig an denselben Dateien arbeiten und sehen die Veränderungen der jeweils anderen Person innerhalb der Dokumente schon, während diese noch daran arbeitet.

Kingsoft Office

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Eine solide Freeware-Alternative: Kingsoft Office bietet die wichtigsten Funktionen in freundlichem Design.

Im Gegensatz dazu bietet Kingsoft Office als kostenlose Suite eine wesentlich umfangreichere Ausstattung als das Sparpaket von Google. Die Navigation durch alle Funktionen erledigt die Android-App mit einer Knopf-Leiste am Kopf des Dokuments, die sich auch ausblenden lässt. Wer die App vom Smartphone kennt, wird außerdem erleichtert sein, dass Ihre Dokumente mit der Tablet-Variante automatisch zwischengespeichert werden und Sie sie problemlos wiederherstellen können.

Die Word-Komponente enhält alle Standardfunktionen und mehr: die wichtigsten Textformatierungen, Kopf- und Fußzeile, eine optionale Rechtschreibhilfe (leider nur für englischen Text) und sogar eher außergewöhnliche Office-2010-Effekte wie Wasserzeichen werden korrekt angezeigt.

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Ein merkwürdiger Performance-Schluckauf: Manchmal rutschen Wörter nur mit den letzten Buchstaben in die nächste Textzeile ohne dass sie richtig getrennt werden. Das Programm korrigiert sich allerdings schnell selbst und richtet den Text neu aus.

Grundlegende Excel-Funktionen werden auch korrekt umgesetzt. Wenn Sie aber einzelne Zellen bearbeiten möchten, müssen Sie jedes Feld erst markieren, indem Sie mit dem Finger eine halbe Sekunde auf der Zelle bleiben, bevor Sie den Wert verändern können. Ausgiebiges Bearbeiten von Tabellen dauert somit natürlich viel länger als nötig und kann damit schnell zur Qual werden. Eine Apple-Version gibt es bislang leider nicht.

OfficeSuite Pro 6

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OfficeSuite Pro 6 könnte Microsoft schnell den Rang ablaufen: Die Suite hat fast alles, was auch MS-Office auf dem Desktop bietet.

Mit seinem einfach zu nutzenden Interface zeigt OfficeSuite Pro 6 + (PDF & HD), wie eine Produktivitätssuite aussehen sollte. Der integrierte Datei-Browser macht die Verwaltung Ihrer Dokumente (sowohl im internen Speicher als auch in der Cloud) so einfach, wie keine andere der hier getesteten Apps.

Das Textverarbeitungsmodul gruppiert die grundlegenden Formatierungswerkzeuge am unteren Bildschirmrand und fortgeschrittenere nach oben. Während diese Einteilung die Auflösung ihres Tablets voll ausnutzt, sorgt das elegante Design der Schaltflächen dafür, dass der Bildschirm dennoch nicht überfüllt wirkt. Weitere Optionen wie eine Wörter-Zähl-Funktion, und die Fähigkeit, Begriffe zu suchen und zu ersetzen, dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Bei Excel sind die Aussichten noch besser: OfficeSuite Pro bietet die bislang beste Umsetzung von Tabellenkalkulation in einem Tablet-Programm und muss sich vor seinen Desktop-Verwandten nicht verstecken. Sie können unter anderem Elemente ein- und ausblenden, Zellen automatisch skalieren und einfrieren, Kommentare einfügen, dreidimensionale Graphen erstellen und eine erweiterte Liste an Funktionen jenseits der Grundkomponenten nutzen, die in sonstigen Office-Apps vorhanden sind.

Auch das Präsentationsmodul kann sich sehen lassen. Mit zehn Folienvorlagen mit verschiedenen Grafikstilen erstellen Sie schnell ansprechende Präsentationen ohne den Desktop-PC bemühen zu müssen. Abgesehen vom Text lassen sich diese Vorlagen jedoch leider nicht weiter bearbeiten. Die Folien können Sie aber problemlos vervielfältigen und unterschiedlich anordnen. Ein besonderes Schmankerl ist, die PDF-Funktion. Diese ermöglicht Ihnen, direkt jedes Office-Format in PDF zu portieren.

Leider bleibt iPad-Nutzern auch diese exzellente Anwendung verwehrt.

Quickoffice

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Kleine Mängel wie nicht erkannte Wasserzeichen sind bei Quickoffice schnell verziehen. Der soliden Gesamtleistung wird kein Abbruch getan.

Quickoffice Pro HD gibt es aber sowohl für Android als auch für iOS. Seine einfache, Tablet-freundliche Oberfläche sieht dem Design von OfficeSuite Pro erstaunlich ähnlich, allerdings mit einem hellen Weiß statt den dunklen Tönen des Konkurrenten.

Das ist aber nicht die einzige Ähnlichkeit: Der Quickoffice-Dateimanager ist gleich strukturiert, wirkt aber nicht ganz so übersichtlich. Vor allem vermisst man den direkten Zugriff auf Cloud-Inhalte, was ganz besonders schade ist - verfügt Quickoffice doch mit sechs Cloud-Diensten über die größte Auswahl der getesteten Produkte.

Der Word-Prozessor verfügt über grundlegende Formatierungsoptionen, eine Undo-/Redo-Funktion, Tabellenerzeugung und eine integrierte Diktierfunktion mit Spracherkennung, lässt aber einen Wörter-Zähler vermissen.

Die Tabellenkalkulation bietet angemessene Ausstattung, reicht aber nicht an die Messlatte von OfficeSuite Pro heran. Neben den Standardfunktionen bietet die App eine Übersicht an verfügbaren Funktionen, die sich aber in einer etwas klein geratenen Scrollbox versteckt. In der Präsentationssektion zeigt Quickoffice endlich richtige Klasse: Sie haben elf Vorlagen zur Auwahl, die Sie stilistisch individuell anpassen können. Darin lassen sich Bilder sowie eine große Auswahl an Formen, Linien und Pfeilen einbauen.

Der Unterschiede zur Apple-Version sind gering: Das Interface ist etwas ungeschickter gestaltet, Undo/Redo erfordert etwa eine Bestätigung bevor die Aktion ausgeführt wird. Vor allem vermissen wir aber die Präsentationsvorlagen, die uns in der Android-Version so begeistert haben.

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Im Test stehen natürlich die Qualität der drei Schlüsselfunktionen Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation im Vordergrund. Die Implementierung der App und die Handhabung im Tablet-Interface, sowie die Flexibilität, was Cloud-Synchronisation angeht, sind ebenso wichtig.

 

Fazit: OfficeSuite Pro hat die Nase vorn

OfficeSuite Pro 6 überzeugte uns mit seiner Klasse, die an herkömmliche Desktop-Apps teilweise durchaus heranreicht und damit die Konkurrenz weit hinter sich lässt. Ein Muss für jeden, der seine Dokumente auch unterwegs kompetent bearbeiten will. Kingsoft ist als Freeware besonders für Tablet-Anfänger wärmstens zu empfehlen. Apple bekommt dagegen die Quittung für seine geschlossene Plattform, die selbst das Erstellen von Dokumenten erschwert, so dass sich iOS mit dem Zweitbesten, Quickoffice Pro HD, zufrieden geben muss.

Download: Tabelle

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