IT-Strategie

Das Comeback des Laptops

Kritische Stimmen glauben, die Tage des Laptops seien gezählt und der Tablet-PC gerade dabei, ihn komplett zu ersetzen. Doch Jens-Peter Seick hält das für weit übertrieben. Nach einer Verjüngungskur sollten wir uns auf ein starkes Comeback des Laptops gefasst machen, meint der Fujitsu-Experte.

Das Comeback des Laptops

© Hersteller/Archiv

Das Comeback des Laptops

Der klassische Laptop ist tot. Angesichts der Euphorie um die jeweils neueste Generation von Tablets und Smartphones scheint es fast so, als blühe dem einfachen Laptop oder Notebook-PC das gleiche Schicksal wie dem Mainframe. Mal ehrlich: Wann wurde das letzte Mal im Fernsehen über die Markteinführung eines Laptops berichtet? Wie oft sieht man aufgeregte Verbraucher Schlange stehen, um das neueste Laptop schon am ersten Verkaufstag zu erwerben?

Wie Phönix aus der Asche

Doch für Unternehmen ist der Laptop auf keinen Fall tot - tatsächlich steigt er gerade frisch verjüngt wie ein Phönix aus der Asche. Einer der Gründe dafür: Der klassische Laptop hat sich die besten Eigenschaften des Smartphones und Tablets längst zu Eigen gemacht - verbesserte Benutzeroberflächen, Touchscreen als Mainstream, in wenigen Sekunden einsatzbereit und mit Akkus ausgestattet, die länger halten als je zuvor. Währenddessen beginnen die Grenzen zwischen Consumer-Tablets und Smartphones zu verschwimmen, man denke nur an das sogenannte "Phablet", das irgendwo zwischen sehr großem Telefon und sehr kleinem Tablet angesiedelt ist.

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Sicher - Tablets haben in Business-Umgebungen nicht versagt, vielmehr haben sie sich ein eigenes Marktsegment geschaffen. Im Geschäftsalltag, wo Zeit Geld ist, dreht sich letztendlich alles um das passende Werkzeug für die jeweilige Aufgabe. Tablets als Mainstream-Arbeitsgerät erweisen sich hier aber nicht immer als die richtige Wahl. Meistens geht es dabei um grundlegende Fragen wie diejenige, ob Tablets den konkreten Arbeitsanforderungen gerecht werden und die erforderliche Benutzerfreundlichkeit oder den notwendigen nativen Zugriff auf Anwendungen bieten.

Das richtige Gerät für jeden Zweck

Obwohl Tablets ohne Frage die "Könige" sind, wenn es darum geht, Content unterwegs zu konsumieren, setzen Geschäftsleute doch nach wie vor ihre Laptops ein, wenn es gilt, die Ärmel hochzukrempeln und ernsthaft zu arbeiten. Im Vergleich zum Tablet lassen sich mit einem Laptop Unternehmensanwendungen einfacher nutzen, sie laufen schneller und natürlich hat ein Laptop einen größeren Bildschirm. Auf Geschäftse

bene gibt es zudem "weiche" Faktoren, die für den Laptop sprechen. Dazu gehören seine Handhabbarkeit und die gebotenen Sicherheits-Features, die Tablets normalerweise nicht vorweisen können, denken wir nur an Smartcard Reader, Fingerabdruckscanner und Fernverwaltung. 

Doch da Endanwender sich immer bemühen werden, das bei ihnen gerade angesagte Gerät ihren Wünschen und Erfordernissen anzupassen, wird sich auch das Tablet weiterentwickeln. Ironischerweise verläuft diese Entwicklung hin zu einem immer Laptop-ähnlicheren Gerät. Zubehör wie Bluetooth-Tastaturen und -Mäuse sowie Verbindungen zu externen Bildschirmen verkleinern die Kluft zwischen High-End-Tablets und Ultrabooks. Doch legt man ein Tablet mit Tastaturfolienabdeckung neben ein Ultrabook, erkennt man, dass der Laptop der dünnere und schlankere von beiden ist.

Hybride Geräte für Unentschlossene

Eines ist klar: Ich stehe dem technologischen Fortschritt nicht im Wege. Ich bin ein begeisterter Anwender des STYLISTIC-Tablets, das ich gemeinsam mit meinem Ultrabook nutze. Und tatsächlich ist unsere neueste Laptop-Generation, die LIFEBOOK E-Line, vielseitiger einsatzfähig denn je. Wir haben tabletähnliche Features wie Touchscreen und Support für Handbewegungen auf dem Touchpad integriert, und auch der Akku hält nun genauso lange wie bei einem Tablet.

Für Anwender, die immer noch zwischen Laptop und Tablet hin- und hergerissen sind, bietet Fujitsu ein Hybrid-Gerät, den STYLISTIC Q702. Er ist Laptop und Tablet in einem. Angedockt funktioniert dieses Gerät genauso wie ein reguläres Windows-Notebook mit Touchscreen. Selbstständig ist es ein komplett ausgestattetes Windows-Tablet.

Die Grenzen verschwinden

Da die Grenzen zwischen Telefon und Tablet sowie zwischen Tablet und Laptop zunehmend verschwinden, setzen Unternehmen immer häufiger auf eine "Zwei-Geräte-Strategie". Es gibt eigentlich keinen Grund dafür, jeden Mitarbeiter mit drei verschiedenen Geräten auszustatten.

Infolgedessen ist für uns die Zukunft des Laptops gesichert. Vielleicht durchläuft er gerade eine Midlife-Crisis, aber neue Modelle sind im Anmarsch, die einfacher zu handhaben sein werden, die schneller laufen und noch schlanker werden. Um es frei nach Mark Twain zu sagen: Die Nachrichten über den Tod des Laptops sind stark übertrieben.

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