IT-Infrastruktur

Outsourcing in die Cloud

Geringere Fix- und Anschaffungskosten, mehr Flexibilität, höhere Technologiestandards: Die Vorteile innovativer IT-Dienstleistungen aus der Cloud oder von Managed Services liegen auf der Hand.

ECM in der Cloud

© Maksim Kabakou - shutterstock.de

ECM in der Cloud

Internationale Großunternehmen beziehen Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Software bereits häufig als Dienstleistung und betreiben nur noch vereinzelte Anwendungen im eigenen Rechenzentrum.

Die Anforderungen an die IT verändern sich rapide

Die Cloud ist Realität, Kommunikation und IT-Infrastruktur kommen längst aus der Wolke und basieren auf einer Infrastruktur weltweit verteilter Rechenzentren. Die Branche verzeichnet immenses Wachstum: Allein in Deutschland wird sich das Marktvolumen für Cloud Computing bis 2015 von 4,52 Milliarden Euro im letzten Jahr auf 9,23 Milliarden Euro steigern. Menschen wollen - egal, ob privat oder im betrieblichen Kontext - immer und von jedem Ort aus auf ihre Daten und Apps zugreifen können.

Unternehmen, gerade auch aus dem Mittelstand, können auf Dauer nicht wachsen, ohne diesen veränderten Ansprüchen und Wettbewerbsbedingungen Rechnung zu tragen. Wer bei der digitalen Transformation seines Geschäfts zu zögerlich vorgeht, riskiert Wettbewerbsvorteile, seine Marktposition und damit in letzter Konsequenz Umsatzanteile.

Andre Kiehne

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Der Auto: Andre Kiehne - Director Cloud Business bei Dimension Data Germany

Angst vor vermeintlich unkalkulierbaren Sicherheitsrisiken, die sie davon abhält, Teile ihrer IT extern verwalten zu lassen oder gar auszulagern. Dabei könnte das ihre geringste Sorge sein: Spezialisierte Cloud-Anbieter können ihre Server und Rechenzentren dank neuester Verschlüsselungstechnologien sowie global verfügbarer Backup-Systeme weit besser schützen als es beispielsweise Mittelständler mit häufig begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen können. Darüber hinaus ist die Zuverlässigkeit professioneller Rechenzentren weit höher als die der hauseigenen.

Und nicht nur das Sicherheitsniveau steigt, auch die Unternehmenskasse profitiert. Moderne IT-Dienstleistungen werden bedarfsgerecht abgerechnet, sind schnell und flexibel erweiter- oder reduzierbar und bieten kostengünstigen Zugriff auf neueste Software oder regelmäßige Updates.

Höhere Effizienz und der Fokus auf das Wesentliche

Mittelständische Unternehmen können ihre IT-Ausgaben um bis zu 30 Prozent senken, wie aktuelle Beispiele aus der Softwarebranche zeigen. Und das nicht etwa durch Personaleinsparungen; eine IT-Abteilung braucht jedes Unternehmen auch weiterhin. Lediglich das Arbeitsfeld verändert sich. Klassische Standardleistungen wie die Verwaltung und Sicherung von Daten oder die Aktualisierung von Anwendungen werden extern erbracht, sodass sich die internen IT-Spezialisten stärker strategischen Themen widmen können.

Die optimale Nutzung neuer Technologien ist gerade im internationalen Wettbewerb entscheidend. Branchenübergreifend treten ständig neue Wettbewerber in den Markt ein, die mit innovativen Technologien und Geschäftsmodellen den Nerv der Zeit treffen: einfacher Zugang, flexible Nutzung und transparente Abrechnung für ihre Dienstleistungen und Produkte. Cloud-Strukturen und virtuelle Server sind oftmals die zentralen Hebel.

Cloud-Lösungen steigen die Wettbewerbsfähigkeit

Dabei sind nicht länger die Größe des Unternehmens oder seine finanziellen Mittel die entscheidenden Kriterien. Sicher, in den letzten Jahrzehnten konnten sich nur Unternehmen mit entsprechend großen Ressourcen modernste IT-Anwendungen und Hardware leisten. Jetzt, wo Firmen IT-Dienstleistungen auf einer per-Use-Basis beziehen können, sind auch kleine und aufstrebende Unternehmen in der Lage, die gleichen Systeme, Software- und Promotion-Tools zu nutzen wie die größeren Wettbewerber.

Heute, wo jedes Unternehmen Zugang zur gleichen Technologie hat, ist nicht mehr die Technik das Differenzierungsmerkmal, sondern die Art und Weise, wie Unternehmen die Möglichkeiten nutzen, die die IT ihnen bietet. Vorsprung oder Rückstand dank Technik sind keine Ausrede mehr; kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können auf einem "Level Playing Field" mit den großen Akteuren konkurrieren.

Wendige Start-ups können sich schnell am Markt behaupten oder sich sogar direkt an die Spitze katapultieren. Mithilfe der Cloud können sie eine IT-Infrastruktur aufbauen, die flexibel und schnell an die Erfordernisse angepasst werden und so mit dem Unternehmen wachsen kann.

Neue Geschäftsmodelle durch Mikrotransaktionen

Mehr noch: Unternehmen sind in der Lage, ganz neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Thermo Fisher Scientific beispielsweise, einer der weltweit führenden Dienstleister im Health-Care-Bereich, der unter anderem Software-Lösungen für Labore, Krankenhäuser und Forschungseinrichtungen entwickelt und vertreibt, konnte dank eines Cloud-basierten Software-as-a-Service-Modells einen ganz neuen Markt für seine Produkte erschließen. Mit seinen Laboratory-Information-Management-Systemen (LIMS) stellt das Unternehmen unter anderem die Software zur Auswertung von Proben ebenso wie Anwendungen zur Automatisierung von Arbeitsabläufen zur Verfügung.

Die Einbettung und Nutzung von Anwendungen der LIMS bedarf auf Kundenseite großer Ressourcen, die kleine Unternehmen oder Labore ohne eigene IT-Abteilung nicht bereitstellen können. Da Thermo Fisher seine Lösungen nun auch auf einer Pay-per-Use-Basis anbieten kann, sind diese auch für kleinere Forschungseinheiten erschwinglich, die nicht in der Lage sind, große Budgets für das Labor-Set-up und den Kauf traditioneller IT-Produkte aufzubringen.

Das Unternehmen ist in der Lage, seine Lösungen nun gezielt kleinen und mittleren Labors anzubieten und selbst befristete Forschungsprojekte, die vorher schlichtweg nicht rentabel waren, werden als Zielgruppe interessant. Diese kleinteiligen, aber hochvoluminösen Mikrotransaktionen sind nun eine gänzlich neue Einnahmequelle von Thermo Fisher.

Cloud-Geschäft

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Trotz immer noch verbreiteter Sicherheitsbedenken boomt das Cloud-Geschäft.

Testumgebungen werden günstiger

In Deutschland nutzen Unternehmen das Potenzial dieses alternativen Bezugsmodells von Informationstechnologie noch zu wenig. Und das, obwohl Cloud Computing maßgeblich zur Sicherung der Innovationsfähigkeit, der Verkürzung von Produktentwicklungszyklen und dem kurzfristigen Einsatz von neuen Business-Anwendungen beitragen kann.

Bis vor Kurzem mussten Softwareentwickler beispielsweise große Anstrengungen, viele Ressourcen und viel Geld in den Aufbau von Test-, Entwicklungs-und Qualitätssicherungsumgebungen investieren. Mindestdauer: drei bis sechs Monate. Und wenn die Entwicklerteams ihre Projekte einmal abgeschlossen hatten, lagen die strukturellen Ressourcen brach - Abschreibungen in der Bilanz ganz außer Acht gelassen.

Heute können Unternehmen einfach die Leistungen von einem Cloud-Anbieter einkaufen, die sie für ein paar Tage zum Testen und Entwickeln benötigen und diese Testumgebung einfach abschalten, wenn sie nicht mehr benötigt wird.

Die Cloud minimiert Risiken

Der Wechsel zu einem IT-Modell mit nutzungsbasierter Abrechnung kann auch neue Innovationspotenziale freisetzen, ganz ohne großes Risiko. Wenn viel Geld, Zeit und personelle Ressourcen in die Entwicklung von neuen Projekten gesteckt werden, ist es natürlich ein größerer Schritt, sich als Unternehmer das Scheitern einzugestehen. Statt den Schaden zu begrenzen und das Projekt zu stoppen, wird vielfach weiter investiert, um den Einsatz der Mittel nachträglich zu rechtfertigen. Das ist verbranntes Kapital.

Die Angst vor dem Scheitern kann aber auch dazu führen, dass Geschäftsführer in ihren Entscheidungen immer konservativer und risikoscheuer werden und Innovationsansätze so im Keim ersticken. Mit einer geeigneten IT-Infrastruktur können Unternehmen gute Ideen schneller und zu geringeren Kosten umsetzen - und dürfen damit auch mal scheitern.

Aufgrund der niedrigen Investitionssummen können die Projekte problemlos angepasst oder sogar eingestellt werden, wenn sie misslingen. Und genauso schnell lassen sie sich ausweiten, wenn sie erfolgreich sind.

Fazit

Will die deutsche Wirtschaft im globalen Vergleich weiterhin vorne mit dabei sein, muss auch der Mittelstand wachsen. Dazu bedarf es nicht nur einer starken Innovationsfähigkeit, sondern auch der Mittel, diese schneller entwickeln und umsetzen zu können - mithilfe von moderner IT und einem gesunden Mix aus hausinternen Abwicklungen und Services aus der Cloud. Wenn deutsche Unternehmen - und gerade auch die aus dem Mittelstand - sich gegen die digitale Transformation sperren, verschenken sie bares Geld.

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