Unternehmenspraxis

Business Intelligence als Chefsache

Ohne die Daten, wie sie Business-Intelligence-Applikationen ermitteln und aufbereiten, lässt sich heute kein Unternehmen mehr wirksam steuern. BI sollte daher zur Chefsache werden. Der CIO selbst muss das Ruder übernehmen, einen Masterplan entwerfen und ihn umsetzen.

Business Intelligence als Chefsache

© Mikko Lemola - shutterstock.de

Business Intelligence als Chefsache

Über Rolle und Funktionen eines CIO lässt sich ausgiebig streiten. Einen guten Überblick über aktuelle und künftige Aufgaben eines CIO gaben die Marktforscher von Gartner auf ihrem Symposium ITxpo im November 2012 in Barcelona.

Sie benennen vier Szenarien:

  • Erstens wird die IT zu einem Service-Provider.
  • Zweitens übernimmt die interne IT-Abteilung die Aufgabe, ihre Leistungen den Fachabteilungen möglichst kostengünstig zur Verfügung zu stellen.
  • Drittens wird die IT selbst zu einem zentralen Teil der Produkte und Services, die ein Unternehmen anbietet.
  • Viertens konzentriert sich die IT darauf, Entscheidern auf allen Ebenen Informationen bereitzustellen, mit denen diese ihre Aufgaben optimal bewältigen und zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen können.

Ressourcen effizienter nutzen

Während die Szenarien eins und zwei eher die traditionelle, reaktive IT beschrieben, befassen sich die Szenarien drei und vier explizit mit IT-zentrierten Prozessen beziehungsweise Informationskapital und dessen optimaler Nutzung von Unternehmen.

Dass es hier einen beträchtlichen Nachholbedarf gibt, die vorhandenen Ressourcen effizienter zur Unternehmenssteuerung einzusetzen, verdeutlicht eine weltweite Studie von IDG Business Research Services im Auftrag von Information Builders.

Für drei Viertel der befragten IT-Manager und Entscheider aus den Fachabteilungen spielen Informationen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung strategischer Unternehmensziele. Allerdings sind wichtige Daten gerade für die operativen Mitarbeiter mit direktem Kontakt zu Kunden, Lieferanten und Partnern nicht verfügbar.

BI ist bislang häufig zu stark auf die Anforderungen des Managements ausgerichtet. Wenn Unternehmen mit ihrem Informationskapital eine maximale Wertschöpfung erzielen wollen, müssen sie die Anforderungen der Entscheider auf allen Ebenen berücksichtigen. Damit wird es zu einer zentralen Aufgabe des CIO, Business-Intelligence-Investitionen gezielt zur Erschließung des Informationskapitals einzusetzen.

Informationskapital wird so zur zentralen Ressource für eine wertorientierte Unternehmenssteuerung, die auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft abzielt. Und das gilt für nahezu alle Branchen, vom Automobilbau über Banken und Versicherungen, Handel, Maschinenbau bis zur Telekommunikation.

Erfolgskritisches Wissen produzieren

BI-Lösungen zur Unternehmenssteuerung produzieren aus dem Informationskapital eines Unternehmens erfolgskritisches Wissen über Status, Potenziale und Perspektiven von Produkten und Services und stellen die Daten für alle Entscheider im Unternehmen bereit.

Der zentrale Punkt: Diese Informationen haben einen Multiplikationseffekt - ihr Wert steigt, wenn sie von möglichst vielen Entscheidern auf allen Ebenen des Unternehmens aktiv eingesetzt werden. Hier bleibt noch viel zu tun und CIOs, die sich in ihrer Rolle an den Szenarien drei und vier von Gartner orientieren, spielen eine ausschlaggebende Rolle, zusammen mit den Fachabteilungen die Weichen entsprechend neu zu stellen.

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