Gefahr durch Smartphone-Viren

Alles über Mobile Sicherheit

Steht die Invasion der Smartphone-Viren unmittelbar bevor? Und wie schützt man sich richtig? Eine Bestandsaufnahme.

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Mobile Sicherheit

© Wolfgang Nefzger

Mobile Sicherheit

Ohne Schutz zu surfen ist leichtsinnig. So sehen es die meisten modernen Menschen - und gehen  folglich nie ohne Virenscanner online. Denn Schad-Software kann sich im Internet hinter vielen  Webseiten verstecken: von Downloads, Mails mit Anhang oder direkten Angriffen auf die meist  für lange Zeiträume per Breitbandzugang am Netz hängenden PCs ganz zu schweigen. Da sind   Schutzprogramme mit Scannern, Firewalls, Anti-Spam-Tools, automatischen Updates, Quarantäne- und Löschroutinen für den Windows-Rechner vollkommen selbstverständlich.

Smartphones so gefährdet wie PCs

Doch wie sieht es mit Smartphones aus? Sind die Nutzer hier genauso auf Sicherheit bedacht wie  am Notebook oder Desktop-PC? Diese Frage hat sich auch der Telekommunikations- Anbieter Congstar gestellt. Gemeinsam mit der Fachzeitschrift connect Freestyle hat die  Telekom-Tochter Interessierte im Internet aufgerufen, darüber Auskunft zu geben, wie sie es mit  der Sicherheit halten.

Mitgemacht haben über 12.000 Personen zwischen 14 und 69 Jahren, das Durchschnittsalter lag  bei 42 und entsprach damit dem für Deutschland geltenden Schnitt. Knapp drei Viertel der  Teilnehmer (73,6 Prozent) waren männlich, etwas mehr als ein Viertel weiblich.

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Wie zu erwarten war, zeigt sich hier, dass die Umfrage nicht repräsentativ für Deutschland sein  kann. Bei technischen Fragestellungen ist die freiwillige Beteiligung in der überwiegend ähnlichen Gruppe der sogenannten Early Adopters besonders groß. Das Interesse an neuen Entwicklungen  und Techniktrends führt augenscheinlich zu einer gesteigerten Bereitschaft, an  Umfragen zum Thema  mitzuwirken. Das überdurchschnittliche technische Interesse der Teilnehmer belegt auch die  erste Frage, bei der Mehrfachnennungen zugelassen waren - die nach der technischen Ausrüstung:

  • 72 % der Teilnehmer besitzen einen PC,
  • 75 % ein Notebook,
  • 11 % ein Tablet und
  • 89 % ein Smartphone.

Dass 89 Prozent der Umfrageteilnehmer ein Smartphone besitzen, entspricht nicht dem   Durchschnitt in der Bundesrepublik. Den geben die renommierten Marktforscher von Nielsen in  einer 2011 erschienenen Studie bei den über 16-Jährigen mit 30 Prozent an, bei 90 Prozent liegt  laut Nielsen der Anteil an Mobiltelefonen insgesamt. Ähnlich sehen die Verhältnisse bei Tablets  aus. 11 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, einen Tablet-PC zu besitzen - auch das zeigt einen Bevölkerungsausschnitt mit starker Affinität zur Technik, laut einer ACTA-Studie von 2011 besitzen nur etwa zwei Prozent der Deutschen einen Tablet-PC.

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Da verwundert es auch nicht mehr, dass mit 72 Prozent PC- und 75 Prozent Notebook- Besitzern offensichtlich viele Auskunftgeber mehr als einen ausgewachsenen Computer ihr Eigen nennen. Bemerkenswert ist aber, dass zehn Prozent der Teilnehmer an der Congstar-Umfrage  kein Smartphone besitzen und demnach auch keinen Grund zu Sicherheitssorgen haben.

  • 9 % der User gaben an, ihr Handy oder Smartphone überhaupt nicht vor dem direkten Zugriff zu schützen,
  • 28 %, dass sie sich einer einfachen Tastensperre bedienen,
  • 37 % der Telefonverriegelung mit Code und
  • 60 % nutzen die PIN der SIM-Karte.

Es stimmt schon bedenklich, wenn neun Prozent der Befragten angeben, ihr Mobiltelefon gar nicht zu sichern, und sich weitere 28 Prozent ausschließlich auf die Tastensperre verlassen. Hier ist dem direkten Missbrauch etwa nach einem Diebstahl des Smartphones inklusive der  SIM-Karte Tür und Tor geöffnet. 60 Prozent sichern sich zumindest gegen Fremdnutzung der SIM-Karte ab, indem sie diese durch die vorgesehene PIN schützen. 37 Prozent gehen sogar ganz auf Nummer sicher und nutzen eine Telefonverriegelung mit Code. Der direktesten Art des Missbrauchs beugen sie so vor.

Die Frage nach dem Schutz des Datenaustauschs beantworteten

  • 32 % mit "überhaupt nicht",
  • 38 % mit "Passwort",
  • 27 % mit "Verschlüsselung" und
  • 20 % mit "Sicherheits-Software",
  • 9 % gaben "sonstige" Schutzmethoden an.

Die Antworten nach dem Schutz des Datenaustausches sind schwer zu interpretieren. Interessant ist ein hoher Anteil an Befragten, die sich zumindest eines Passwortschutzes bedienen und damit Sensibilität für die Sicherheitsaspekte von Datentransfers beweisen. Inwieweit viele Umfrageteilnehmer ihren beruflich genutzten und per VPN verschlüsselten Zugang zum Firmennetz bei dieser Frage im Sinn hatten, bleibt aber unklar.

Der 32-prozentige Anteil an den Teilnehmern, die ihren Datenaustausch überhaupt nicht schützen, kann unterschiedlich motiviert sein. Wer etwa nur mit dem privaten Computer Musik austauscht, muss sich kaum über Sicherheitsaspekte Gedanken machen. Und auch über viele private Mail-Accounts laufen häufig keine Daten, deren Ausspähung einen Wert für Kriminelle hätte. Allenfalls die Mail-Adressen der Kommunikationspartner könnten etwa für einen Spammer interessant sein.

Viele private Daten sind auf Smartphones gespeichert

Doch im Vergleich zu den insgesamt auf vielen Smartphones gespeicherten Daten sind das Kleinigkeiten. Der Aufwand für eine Abschöpfung der Daten durch Abhören dürfte in keinem Verhältnis zum erzielbaren finanziellen Ertrag durch Veräußerung dieser Informationen stehen. Da der größte Teil krimineller Aktivitäten aber monetär motiviert ist, sind Daten, die unterm Strich keinen Gewinn bieten, vergleichsweise sicher.

Die Frage, welche Sicherheits-Software sie installiert haben, beantworteten

  • 0,9 % mit Trend Micro,
  • 3,2 % mit G-Data,
  • 3,5 % mit F-Secure,
  • 6,8 % mit McAfee,
  • 6,8 % mit Kaspersky Lab,
  • 22 % mit "sonstige" und
  • 58 % mit "keine".

Die Summe der namentlich genannten installierten Sicherheitspakete macht 21,2 Prozent aus. Ein fast genauso großer Anteil läuft unter "sonstige", wobei bei den davor genannten Firmen die wesentlichen Marktteilnehmer eigentlich alle aufgeführt sind. Rund 60 Prozent geben an, keine Sicherheits-Software zu nutzen.

Ob man dies als vernünftig oder als fahrlässig bezeichen soll, darüber sind Experten geteilter  Meinung. So vertreten nicht wenige Fachleute die Ansicht, dass die starke Fragmentierung des Betriebssystem-Angebots zur Sicherheit beiträgt. Sie macht die Programmierung von auf breiter Basis einsetzbarer Schad-Software auf jeden Fall schwierig, denn jeder Angriff muss zum einen vom Betriebssystem abhängige Sicherheitslücken nutzen und zum anderen in einer von diesem unterstützten Programmiersprache geschrieben sein. Das war in der weitgehend uniformen Welt der Windows-PCs schon immer einfach, denn ein Virus kann hier zumindest theoretisch den größten Teil der genutzten PCs erreichen.

Unterschiedliche Bertiebssysteme machen es den Viren schwer

Bei Smartphones mit vielen unterschiedlichen Betriebssystemen hingegen kann Schad-Software immer nur eine begrenzten Teil der Geräte treffen. In Deutschland etwa würde ein Virus für BlackBerry etwa fünf Prozent des Smartphone-Marktes abdecken. Der Schädling müsste dazu noch eine in allen BlackBerry-OS-Versionen vorhandene Sicherheitslücke nutzen. Der Programmieraufwand verteilt sich also auf wenige potenzielle Opfer. Für Cyberkriminelle, die natürlich auch wirtschaftlich denken, verringert das den Anreiz, aktiv zu werden.

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Andere Betriebssysteme sind stärker verbreitet und damit auch stärker gefährdet. Das gilt vor allem für Android, das mit seinen 30 Prozent Marktanteil in Deutschland - das entspricht zehn Prozent der Bevölkerung - schon als "Smart-phone-Windows der Zukunft" bezeichnet wurde. Der vergleichsweise hohe Marktanteil macht es beliebt für Cyberkriminelle.

Bei Android ist Antiviren-Software am sinnvollsten eingesetzt, zumal sie neben der  Gefahrenabwehr und der Schädlingsbekämpfung noch andere nützliche Funktionen mitbringt. So kann die Sicherheits-Software etwa das Telefonbuch, SMS- und Call-Logs verstecken, ungewollte Anrufe und SMS blockieren oder Kindersicherungen gegen kostenpflichtige Telefonnummern setzen.

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